John & Stasi Elredge: Gott erzählt eine Liebesgeschichte, und das Bühnenbild dazu ist Krieg

„Sie haben ein Päckchen.“ Mit Vorfreude holte ich es ab, doch als ich das Buch „Love & War“ hervorholte, las ich: „Finding the marriage you’ve dreamed of“ und „What the Elredge bestellers Wild at heart did for men and Captivating did for women, Love & War will do for married couples everywhere.“ Das entäuschte mich ein wenig, da ich weder verheiratet noch suchend bin; mich hatte der Titel eher an das monumentöse „Krieg und Frieden“ von Tolstoi erinnert. Aber gut, dachte ich mir, wenn das Buch schon den weiten Weg von Amerika zu mir gemacht hat, will ich es wenigstens kennenlernen, und ich ließ es herein. Und auf eine Tasse Tee erzählte es mir von seiner Lebenserfahrung.

Wow. Man könnte das Buch auch „Ehe mit Vision“ nennen: Leben mit dem Kopf im Himmel und den Füßen auf der Erde. Weiterlesen →

Türschwellengespräche

Wertschätzung ist immer etwas paradox. Wie soll jemand, der sich gewissermaßen unsicher, vielleicht sogar ungeliebt fühlt, andere mit perfektem Respekt würdigen? Darum ist Ehre oft zu etwas Selbstsüchtigem verkommen. Aber es gibt sie doch, die perfekte Liebe: Sie wird gepflanzt von dem, der Liebe heißt.

Und was hat das jetzt mit den Türschwellen zu tun? Mich fasziniert, dass gute Gespräche oft „zwischen Tür und Angel“ entstehen; mittem im Leben, ohne genau festzumachenden Grund und trotz suboptimale Umständen. Und gerade dieses „trotzdem“ ehrt mich: es sagt mir, „du bist es mir wert.“ Und so wird man oft unerwartet mit Zeit und Aufmerksamkeit beschenkt, und die Gespräche bleiben länger in Erinnerung als die ausgestandenen Schmerzen (der Dialog war zu spannend, um ihn duch ein „Können wir uns setzen?“ zu unterbrechen.)

Und dann, wenn schließlich doch die Tür ins Schloß fällt, der Zug kommt oder der Regen aufhört, bleibt ein Gefühl von Wärme, der an Himmel erinnert. Yeah!

Der perfekte Computer

100100111001111101011001 … THIS SOFTWARE IS PROVIDED AS IS …

Der Traum eines jeden Informatik-Studentens:

-2: Dieser Text fängt bei Absatz -1 an. Nach dem Lesen eines Absatzes geht es bei Absatz + 1 weiter;

-1: Man nehme einen Computer, viel Strom und Intellegenz;

6: Der Informatiker wird sich auf den Weg machen, sich in die unberührte, technik-freie Natur zurückzuziehen;

0: Doch bevor das Basteln beginnen kann, create man ein Model, von dem, was sein wird: Programme, die sich an ihren Benutzer anpassen; Programme, die sich selbst verbessern; Programme, die wie natürlich die Wünsche des Benutzers verstehen;

1: Diese Ideen werden nun mühevoll zerteilt, so klein, bis nicht mehr ihre Form, wohl aber ihr Geschmack erkennbar bleibt;

2: Nun gebe man ein Teilchen in das leicht köchelnde Potpourri vorhandener Technologien, bis er gar ist;

3: Wenn Ähnlichkeiten zwischen diesem Product und dem ursprüng­lichen Model bestehen, kommt es auf die Plattform, ansonsten in den Papierkorb;

4: Man wiederhole die Prozedur der Absätze 2-3 so lange, bis die Teilchen weg oder der Teller voll oder der Strom zu Ende ist;

5: Die gekochten Produkte werden zusammengeknetet und dann wieder ab Absatz 1 verfahren, so lange bist der Programmierer tot, das Weltende unmittelbar oder der Computer so selbstbewusst geworden ist, um sich selbst um alles zu kümmern;

7: Dieser Text endet hier. (Der Schlusssatz befindet sich in Absatz 6, natürlich.)

Die Geldzählmaschine

307,87 minus 3,72 plus 108,18 minus 1,18 plus 1.019,99 minus 9,79 plus 19.733,37 minus 1.018,77 plus 77.000 minus 20.000 plus …

Der Traum eines jeden BWL-Studentens: Man nehme eine Geschäftsidee, eine gute, die noch nie jemand hatte (hoffentlich), schnipsele sie klein und würze sie mit ein wenig Pfiff. Das ganze in ein paar Excel-Tabellen anbraten und durch stetige, professionelle Umsetzung erhitzen; schließlich alles durch die Geldzählmaschine pressen und das so gewonnene Produkt am Markt verkaufen.

Am liebsten wäre jedoch dem Studenten, er würde noch einen Manager finden, der das alles zubereitet; er könnte sich dann voll auf die Vermarktung konzentrieren. Guten Appetit!

(Wenn ich sage, dass ich es liebe, zu kochen, meine ich: Ich liebe den Prozess des Kochens, die bereiteten Naturalien, und die zufriedenen Mäuler.)

Der Stillstand

Alle Achtung, eine Durchsage für Jedermann: Am folgenden Tage, den 17. April 1973, wird die Zeit für immer stillstehen: die Wissenschaft wird nicht weiterkommen, die Bäume aufhören zu wachsen; die Sonne wird an ihrem Platz fixiert sein und der Fernseher ein Standbild zeigen;

Die Löwen werden nicht mehr schnell rennen und die Politiker nicht mehr laut reden können; Freunde werden Freunde bleiben und Feinde Feinde; Sprache und Kultur werden beschreibbar, weil sie sich nicht mehr ständig ändern; der Wind wird schweigen und Autos werden streiken.

Am 17. April wird die Hoffnung sterben, der Unterschied zwischen Idealist und Realist ein vernachlässigbarer, und Treue wertlos, weil natürlich werden. Werbung und Marketing verschwinden, weil sie keine Gewinnsteigerung mehr herausschlagen können; das Rohstoffproblem wird gelöst und die Frage, ob es Leben im All gibt, ungelöst bleiben. An diesem Tage werden alle im Jetzt leben, ihre Zukunfts- und Vergangenheitsängste werden vergessen sein.

Achtung, Achtung, eine Durchsage an Alle: die vorherige Durchsage wird nie eintreffen. Oder?

Wir sitzen auf dem Sekundenzeiger, der die Vergangenheit von der Zukunft trennt, und der Zeiger bewegt sich so schnell, daß wir seine Bewegung kaum erkennen – so wie wir die Bewegung der Erde nicht spüren, obwohl sie stattfindet …

(Heinrich Böll, „Der Zeitgenosse und die Wirklichkeit“, 1953, in: Heinrich Böll – Erzählungen, Hörspiele, Aufsätze, hrsg. von Kiepenheuer & Witsch, 1961)

War schön. Aber so schnell brauch ich das trotzdem nicht wieder.

(Bundeskanzlerin Angela Merkel nach ihrer beschwerlichen Heimreise aufgrund des vulkanischen Aktivismus von Eyjafjallajökull)

Dieu est comme … un bureau de surendettement

Gott ist wie … eine Schuldenberatungsstelle

Du temps où j’habitais encore à Stuttgart j’étais sans arrêt fasciné par un certain coin de rue : car au rez-de-chaussée de ce bâtiment il y avait une vitrine, et sur cette vitrine on pouvait voir, imprimé en grosses lettres blanches: bureau de surendettement. Non pas que moi, j’en aie besoin, pas du tout – je veux dire, bon, j’ai deux cartes de crédit, mon compte est parfois à découvert, bon, mais bon, c’est normal, ça arrive à tout le monde, non? Mais quand même, cette vitrine m’attirait d’une certaine façon; peut-être, parce que ce magasin m’inspirait confiance, peut-être aussi grâce à ses meubles qui créaient une atmosphère chaleureuse ?…

Un jour, je vis quelqu’un s’arrêter devant cette vitrine. Il hésita, et finit par entrer. Je me dis: « Tiens donc, alors lui il est endetté ?! Bien qu’il porte un costume ? » Weiterlesen →

Technik und der Mensch

Was Technologie angeht, bin ich ein Zweifler. Sie gehört für mich in dieselbe Kategorie wie Naturkatastrophen: man kann sie nicht vorhersehen, nur erahnen; und die letztendlichen Auswirkungen werden erst sichtbar, wenn es zu spät ist. Das soll nicht heißen, dass Technik grundsätzlich schlecht ist, der Elektroherd hat unsere Küche revolutioniert; was ich meine, dass ich gegen die allgemeine Technik-Faszination sieht, die alle neuen Trends erst einmal mitmacht.

Das Thema „Verantwortung der Wissenschaftler“ wurde schon von vielen behandelt. Mich erinnert es an „Die Physiker“ (Dürrenmatt), wo das offensichtliche Beispiel Atombombe behandelt wird; ich möchte nur herausstellen, wie aktuell dieses Thema ist. Was ich der heutigen Technologie konkret vorwerfe:

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Narnia: Träume, die real sind

Zusammen mit einem Einwohner von Narnia (Trauerpfützler) sind die Kinder in den unterirdischen Grotten der Zauberin gelandet. Diese versucht, sie mithilfe ihrer Magie untertänig zu machen, so wie sie es schon mit allen anderen dort lebenden Gnomen gemacht hat. Schließlich schafft sie es, die Kinder und Trauerpfützler zu überzeugen, dass es weder Sonne, Wiese noch Aslan (der Gott von Narnia) jemals gegeben hat. Aber Trauerpfützler, der für seine pessimistische Tendenz bekannt ist, kommt wieder zu sich:

Es soll mich nicht wundern, wenn alles, was Ihr gesagt habt, seine Richtigkeit hätte. Ich bin eine Person, die immer gern das Schlimmste annimmt und dann das Beste daraus macht. Deshalb will ich von dem, was Ihr gesagt habt, nichts abstreiten. Aber trotzdem ist da etwas, was ich sagen muß. Weiterlesen →

Narnia: Des rêves réelles

Les enfant, ensemble avec un habitant de Narnia (Puddlegum), sont dans des grottes souterraines, où règne une sorcière. Comme elle l’a fait auparavant avec ses sujets, elle essaie de les rendre serviable à travers sa magie. Finalement, elle réussit à les convaincre qu’il n’y a ni soleil, ni Aslan (le Dieu de Narnia), mais la créature pessimiste de Narnia, revenu à lui grâce au feu qu’il avait éteint à la main, s’exclama:

– Un mot, madame, dit-il en s’écartant du feu pour revenir vers elle en boitant, à cause de la douleur. Un mot. Tout ce que vous avez dit est tout à fait vrai, c’est bien possible. Je suis un gars qui a toujours voulu voir les choses en pire, pour ensuite faire aussi bonne figure que possible. Alors, je ne vais rien contester de tout ce que vous avez dit. Mais, quand même, il y a une chose qu’il faut ajouter. Weiterlesen →

The Germans, Part XI : The “Sachlichkeit”

Kennt ihr „How to be an alien?“ Wir hatten die Aufgabe, einen ähnlich satiristischen Text über den deutsch-französischen Kontext zu schreiben.

In this episode we will learn:

  • how Germans behave in a traffic jam,
  • how they celebrate not being at work (“Feierabend”, literally: celebration evening) and

  • even discover a secret wish of a German woman.

Germans are known for being “sachlich”. What does this mean? The idea is simple: they are able to stay neutral, behaving in a rational way, in spite of circumstances that may provoke or even threaten. Weiterlesen →