Technik und der Mensch

Was Technologie angeht, bin ich ein Zweifler. Sie gehört für mich in dieselbe Kategorie wie Naturkatastrophen: man kann sie nicht vorhersehen, nur erahnen; und die letztendlichen Auswirkungen werden erst sichtbar, wenn es zu spät ist. Das soll nicht heißen, dass Technik grundsätzlich schlecht ist, der Elektroherd hat unsere Küche revolutioniert; was ich meine, dass ich gegen die allgemeine Technik-Faszination sieht, die alle neuen Trends erst einmal mitmacht.

Das Thema „Verantwortung der Wissenschaftler“ wurde schon von vielen behandelt. Mich erinnert es an „Die Physiker“ (Dürrenmatt), wo das offensichtliche Beispiel Atombombe behandelt wird; ich möchte nur herausstellen, wie aktuell dieses Thema ist. Was ich der heutigen Technologie konkret vorwerfe:

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Narnia: Träume, die real sind

Zusammen mit einem Einwohner von Narnia (Trauerpfützler) sind die Kinder in den unterirdischen Grotten der Zauberin gelandet. Diese versucht, sie mithilfe ihrer Magie untertänig zu machen, so wie sie es schon mit allen anderen dort lebenden Gnomen gemacht hat. Schließlich schafft sie es, die Kinder und Trauerpfützler zu überzeugen, dass es weder Sonne, Wiese noch Aslan (der Gott von Narnia) jemals gegeben hat. Aber Trauerpfützler, der für seine pessimistische Tendenz bekannt ist, kommt wieder zu sich:

Es soll mich nicht wundern, wenn alles, was Ihr gesagt habt, seine Richtigkeit hätte. Ich bin eine Person, die immer gern das Schlimmste annimmt und dann das Beste daraus macht. Deshalb will ich von dem, was Ihr gesagt habt, nichts abstreiten. Aber trotzdem ist da etwas, was ich sagen muß. Weiterlesen

Narnia: Des rêves réelles

Les enfant, ensemble avec un habitant de Narnia (Puddlegum), sont dans des grottes souterraines, où règne une sorcière. Comme elle l’a fait auparavant avec ses sujets, elle essaie de les rendre serviable à travers sa magie. Finalement, elle réussit à les convaincre qu’il n’y a ni soleil, ni Aslan (le Dieu de Narnia), mais la créature pessimiste de Narnia, revenu à lui grâce au feu qu’il avait éteint à la main, s’exclama:

– Un mot, madame, dit-il en s’écartant du feu pour revenir vers elle en boitant, à cause de la douleur. Un mot. Tout ce que vous avez dit est tout à fait vrai, c’est bien possible. Je suis un gars qui a toujours voulu voir les choses en pire, pour ensuite faire aussi bonne figure que possible. Alors, je ne vais rien contester de tout ce que vous avez dit. Mais, quand même, il y a une chose qu’il faut ajouter. Weiterlesen

The Germans, Part XI : The “Sachlichkeit”

Kennt ihr „How to be an alien?“ Wir hatten die Aufgabe, einen ähnlich satiristischen Text über den deutsch-französischen Kontext zu schreiben.

In this episode we will learn:

  • how Germans behave in a traffic jam,
  • how they celebrate not being at work (“Feierabend”, literally: celebration evening) and

  • even discover a secret wish of a German woman.

Germans are known for being “sachlich”. What does this mean? The idea is simple: they are able to stay neutral, behaving in a rational way, in spite of circumstances that may provoke or even threaten. Weiterlesen

Wozu Kunst?

Wenn mir jemand sagt, Kunst existiere um sich selbst willen, so würde ich es nicht ganz treffend finden. Ich finde: Kunst existiert, um Schönheit zu zeigen.

Alle Kunst, die großartig bezeichnet wird, ist es nur deswegen, weil sie Saiten in uns berühren, von der wir vergessen haben, dass sie existieren. Weiterlesen

Greifen nach den Sternen

Siehst du die Sterne?
– Ja.
Einer davon könnte mir gehören.
– Was meinst du?

Ich könnte einen Rakete bauen, zum Himmel fliegen, bis zu meinem Stern; dann würde ich meine Schatulle aufmachen, den Stern hineinlegen, die Schatulle wieder schließen; und wenn ich wieder auf der Erde bin, verstecke ich die Schatulle in meinem Keller.
– Bist du sicher, dass das möglich ist?
Heutzutage ist alles möglich. Die Technik, mein Lieber …

– Und wenn eine solche Rakete, mit der du zu einem Stern fliegen kannst, noch nicht existiert: würdest du sie erfinden?
Benjamin denkt nach. Nein., sagt er schließlich.
– Warum nicht? Weiterlesen

Gott ist wie … eine Schuldenberatungsstelle

Dieu est comme … un bureau de surendettement

Als ich noch in Stuttgart wohnte, gab es da eine Hausecke, die mich immer wieder faszinierte: denn in dem untersten Geschoss des Gemäuers war ein Schaufenster, auf dem stand geschrieben: SCHULDENBERATUNGSSTELLE, in weißen, großen Buchstaben. Nicht dass ich es nötig hätte, ich meine, ich habe zwar ein paar Kreditkarten, mein Konto ist manchmal überzogen, aber daran ist ja nichts Ungewöhnliches. Und dennoch strahlte dieses Geschäft seinen Reiz aus; sei es, weil es seriös wirkt; sei es, weil ich die Innen-Einrichtung als warm empfinde.

Eines Tages beobachtete ich, dass ein Mann vor dem Schaufenster stehen blieb, zögert, und schließlich eintrat. Ich dachte mir: „So, der ist also verschuldet? Obwohl er einen Anzug an hat ?“ Aber gut, jedem das Seine. Er ging also hinein, und der Mann hinter dem Schreibtisch begrüßte ihn und bot ihm – ohne Witz – einen Kaffee an. Jener lehnte höflich ab, er sei kein Kaffeetrinker, ob es denn Tee gäbe? Natürlich. Und sie redeten über dieses und jenes, ich lernte, dass der – sagt man: Schuldenberater? – dass seine Frau krank ist, Grippe, nichts schlimmes. Plötzlich schaute der – der Beratene? der Kunde? – wie auch immer, er sah auf seine Uhr und sprang auf, er habe noch einen wichtigen Termin, und stürmte aus dem Laden. Ich schüttelte den Kopf: „So, dafür geht man also in die Schuldnerberatungsstelle ?!“ Weiterlesen

Als du heute morgen aufwachtest …

Als du heute morgen aufwachtest, dauerte es ein paar Sekunden, bis ich dir wieder einfiel. Ein Lächeln bildete sich auf deinem Gesicht, und energisch standest du auf.
Lohnt es sich, für mich zu leben?

Noch bevor du dir den Kaffee machtest, durchblätterstest du deinen Terminkalender, wann wir uns das nächste Mal sehen werden. Am liebsten wäre dir, jetzt gleich, sofort … obwohl unrasiert, ungeduscht, und vor allem: schläfrig.
Ist dir ein Leben mit mir so viel wert?

Während das Wasser durchlief, nahmst du dein Handy in die Hand, um mich anzurufen. Aber du besinntest dich, nicht immer bin ich schon um 7.30 Uhr wach. Also schriebst du mir eine SMS – einfach so, natürlich, weil dir gerade langweilig war.
Bist du verliebt?

Als du, dein Brötchen in der Hand, die Morgenpost überflogst, ließ dich alles kalt, ja, du dachtest nicht einmal darüber nach, was du gelesen hattest. Denn deine Gedanken waren bei mir.
Bin ich dir so viel wert? Willst du wirklich den kritischen Teil deines Lebens mir schenken? Unwiderruflich?

Dann bin ich dein Gott.

Das große Sterben, oder: die Rückkehr der Vögel

Es ist still über den Dächern von Paris. Die Autos plärren nicht, die Menschen schlafen noch: es ist Sonntag morgen. Heiliger Sonntag? Nein, das nicht – aber ausschlafen, das ist heilig. Wenigstens einmal die Woche. Oder zweimal. Oder öfter, wenn man Student ist.

Es ist ruhig in den Straßen. Vereinzelt: ein Auto, ein Fahrrad, ein Fußgänger, ein Pärchen, eine Gruppe Polizisten. Nur die Vögel schreien: Hallo, hier sind wir, dieser Wohnraum ist auch unser Wohnraum!

Dabei haben sie mehr Überlebenschancen als wir. Warum? Weil sie das Übermaß nicht kennen. Sie fressen Würmer, ja, aber nur einen pro Tag. Sie werden gejagt, ja, von Katzen, die zu faul geworden sind, Mäuse zu jagen; zu dick, um auf Bäume zu klettern; und überhaupt so tun als wäre die Menschheit ihnen untertan; etwas, was ihnen zu essen bringt, heute, morgen, immer. Vielleicht werden sie auch von Hunden gejagt, die noch weniger die Intention haben, sie zu fressen; und selbst wenn sie einem größerem Vogel zum Opfer fallen, dann nicht alle auf einmal. Das Ökosystem ist erstaunlich selbstregulativ, selbstheilend.

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