Ganz einfach: Wenn wir ihr es erlauben.
Ich meine damit: Wenn KI eines Tages weltpolitisch aktiv ist, dann wird es eine Folge von menschlichen Entscheidungen sein.
Erst einmal: es ist erstaunlich, was KI inzwischen alles kann. In den letzten Monaten gab es einen AI Academy mit dem Anliegen, wie wir Christen die neuen Möglichkeiten nutzen können, um hilfreichen Content zu erstellen. Und das Interesse war so groß, dass sie ihre Struktur ändern mussten – aktuell sind etwa 950 Teilnehmer angemeldet. Hier ein Beispiel von einem KI-generiertem Video basierend auf Noah:
- Alle Szenen wurden zuerst als „photorealistisches“ Bild generiert und danach – ebenfalls von KI – animiert
- Auch der interviewte Noah ist ein soches KI-generiertes Foto, das animiert wurde. Und zwar indem der Autor den Text vor laufender Kamera eingesprochen hat – die KI hat die Mimik von ihm auf das Foto übertragen
- Das Lobpreis-Lied am Ende ist – ähnlich wie bei meinem Jona-Lied – vom Autor geschrieben, weil der Text von KI nicht brauchbar war. Nur die Melodie, Arrangement etc. wurde generiert.
Eine KI ist grundlegend von Menschen abhängig. Auch wenn sie auch „kreativ“ wird (hängt von deiner Definition von Kreativität ab), kann sie nicht „selbstständig“ agieren:
- Menschen suchen das „geeignete“ Trainingsmaterial aus, mit dem die KI übt, was „richtig“/“ästhethisch“/“plausibel“ ist.
- Menschen stellen die enormen Energie-Mengen zur Verfügung, damit die KI üben und antworten kann.
- Menschen geben der KI die Fähigkeit, mit dieser Antwort etwas zu „tun“: das Internet zu durchsuchen, Forenkommentare zu schreiben, Geschäftsideen umzusetzen, politisch Einfluss zu nehmen … alles denkbar, aber nicht ohne Menschen.
Man mag einwenden: In 10 Jahren hat KI all diese Probleme gelöst. Und in einem technologischem Weltbild mag das funktionieren: zum Beispiel könnte die KI per 3D-Drucker Solarkraftwerke bauen, per Roboter installieren und damit den eigenen Energieverbrauch sicherstellen.
Oder – KI kann sich ja selbst neues Trainingsmaterial generieren. Kann es tatsächlich. Dabei stellt sich heraus, dass es mit KI-generiertem Input irgendwann „kippt“ (wie ein Teich ohne Luftzufuhr von außen) und nur noch Schrott produziert.
Was die KI nicht kann und auch nie können wird:
- eine KI kann nicht beten oder auf den Heiligen Geist hören
- eine KI hat kein Gewissensbisse, wenn sie etwas falsch gemacht hat
- eine KI hat kein Mitgefühl, Gefühle sind für sie nur Simulationen
Also kann eine KI keine liebevollen Entscheidungen im Vertrauen auf Gott treffen. Also keine im biblischen Sinne weisen Entscheidungen treffen.
Im christlichen Weltbild liegt das Problem hinter allen Problemen nicht „da draußen“, sondern „tief innendrin“. Das Kern der Ungerechtigkeit in der Welt ist kein technologisches Problem, sondern die menschliche Veranlagung, Dinge zu zerstören – absichtlich oder aus Versehen. Das liegt daran, dass Gott der Menschheit die Autorität gegeben hat, sich für Gutes oder Böses zu entscheiden.
Und es sind oft viele kleine Entscheidungen, die zu dem führen, was heute „normal“ ist. Niemand würde sich freiwillig dafür entscheiden, „Ich will in 10 Jahren weniger Allgemeinbildung haben als heute“, aber Wikipedia und Google zu benutzen sind schon ganz praktisch, und heute sind wir von solchen technischen Helferlein (der eine mehr, der andere weniger – aber ich vermute, alle mehr als vor 10 Jahren) abhängig.
Von daher … natürlich ist es möglich, dass KI auch für weltpolitische Entscheidungen verwendet wird. Vermutlich ist das heute schon der Fall. Und vielleicht werden wir ihr tatsächlich eines Tages politische Autorität zugestehen. Für mich fühlt sich das ein bisschen so an als würde man alle seine Entscheidungen per Würfel treffen: natürlich wäre das „fair“ in dem Sinne, dass keiner bevorzugt wird. Aber wäre es auch sinnvoll oder weise?
Selbst wenn KI weltpolitische Macht erhält, bleibt Gott die höchste Autorität. Er lässt sich nicht aus dem Thron bugsieren und noch nicht einmal aus der Ruhe bringen. Von daher können wir neugierig die neuen Entwicklungen verfolgen und selbst ausprobieren, inwieweit wir uns von KI helfen lassen wollen oder nicht.
Für diesen Blog habe ich mich entschieden, meine Texte nicht per KI zu schreiben oder zu korrigieren. Primär ist es diese Webseite ein Hobby-Projekt: ich gebe weiter, was mir auf dem Herzen liegt, auf vielleicht manchmal unkonventionelle Weise. Und gerade das Schreiben ist das, was mir Spaß macht – warum sollte ich es maschinell optimieren?
Anders sieht es mit den Illustrationen aus: da ich sowieso immer etwas frustriert war, wie schwer es ist, ein passendes Foto zu meinem Text zu finden, freue ich mich auf diese neuen Möglichkeiten, „Fotos“ zu generieren. Aber ich werde immer transparent angeben, in welcher Rolle KI mir geholfen hat.
Übrigens habe ich diese Frage auch ChatGPT gestellt: „Wann wird eine KI die Weltherrschaft an sich reißen?“ Nach sehr vielen Einschränkungen (dass es nur ein Gedankenexperiment ist und extrem unrealistisch etc.) gibt die KI den möglichen Zeitraum von 5-10 Jahren an – wenn Menschen ihr helfen. Das ist nicht lange. Wie lange es tatsächlich dauert, hängt also hauptsächlich von uns Menschen ab 🙂
Bild: Generiert von Canva „Magic Media“ mit dem Prompt „computer ruling the world“.






Also in mir löst dieses Bild Unruhe aus, Überforderung, „irgendwie ist das alles ziemlich viel“. Dabei sind das alles schöne Werkzeuge! Wenn ich mir vorstelle, ich brauche gerade ein bestimmtes Werkzeug und müsste es in diesem Chaos finden … brrrr. Da wünschte ich mir lieber so etwas:

In gewisser Weise mag ich Krisen: sie brechen Gewohnheiten auf, sie ermöglichen Veränderung. Denn Krisen sind wie Wegkreuzungen: Situationen, in der man entweder nach links oder nach rechts gehen kann, aber Veränderung kommt so oder so. Es gibt große und kleine Krisen, kurze und länger andauernde, mit wenigen oder vielen Betroffenen … und immer stellt die Krise an uns die Frage: „Rennst du vor dieser Herausforderung weg, oder entscheidest du dich aktiv, ob du nach links oder rechts gehen möchtest?“ Wenn du wegrennst, wird die Entscheidung sich irgendwann automatisch ergeben – und wahrscheinlich wird sich das für dich nicht gut anfühlen.
Auf geht’s, zum größten Abenteuer überhaupt. Du weißt nicht, wovon ich rede?
Als ich letztens auf der Reise war, entdeckte ich im Bahnhof Halle ein KlaWIR – ein Klavier mit der expliziten Aufforderung, dass jeder es spielen darf. Weil ich eine relativ lange Umsteigezeit hatte, setzte ich mich und improvisierte ein bisschen – ich liebe es, meine Gefühle über Musik zu verarbeiten. Und als ich aus meinen Träumereien wieder auftauchte (ich musste zum Zug) hatte sich um mich eine Menschen-Traube an Zuhörern gebildet, die mich erwartungsvoll ansahen – manche applaudierten, und ich zuckte mit meinen Schultern, „ich habe doch eigentlich nur für mich gespielt“ …