Dietrich Bonhoeffer: Wer bin ich?

gefaengnisDietrich Bonhoeffer schreibt im Gefängnis:

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich träte aus meiner Zelle
gelassen und heiter und fest,
wie ein Gutsherr aus seinem Schloß.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar,
als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig lächelnd und stolz,
wie einer, der siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?
Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
Und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!

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„Ich glaube, daß Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, daß auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und daß es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ (Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung)

(Photo von Laura – CC BY-NC-SA)

Krank vor Liebe

Als ich früh morgens aufwachte, lagen fünf 100-Euro-Scheine auf meinem Nachttisch. Zunächst wunderte ich mich und griff nach dem 20-Euro-Schein, der einzeln daneben lag, der könnte von mir sein, aber als ich ihn in mein Portemonnaie stecken wollte war dort schon einer, und ich legte ihn wieder zurück. „Wer soll sich in dem Chaos zurechtfinden…“ Seit zwei Wochen lebte ich in einer Jugendherberge, zusammen mit 20 anderen Jugendlichen meines Alters. Die vier Jungs in meinem Zimmer könnten noch ein bisschen Nachhilfe in Punkto Ordnung vertragen. Da fiel mein Blick auf einen bunt bedruckten Briefumschlag, „Krankengeld“, mit dem Krankenkassenlogo und einer handschriftlichen 500. Maria, die im Raum war, beobachtet mich genau, und ich wies auf den Umschlag, „ach deswegen…“ – „Du kannst mir also auch nicht erklären, wo die 15 000 Euro herkommen?“ Ich verneinte, nahm mein Schreibheft und meine Handschuhe vom Tisch um sie zu verstauen, warf einen Blick in das Heft – der Briefumschlag war noch da und so dick wie immer – zog gedankenverloren einen Handschuh an und und legte mich noch einmal auf mein Bett. Da zischte sie leise: „Auch keine 150 000?“ Ich zuckte zusammen, und siedend heiß kam es über mich. In ihren Augen sah ich ein Funkeln. „Ich …. ich kann dir alles erklären.“, stammelte ich. – „Na dann los.“ Ich flüsterte, „Nicht hier…“ und blickte mich um. Noch schliefen meine Zimmer-Kumpanen, aber … „Ich will keine stundenlangen Erzählungen, nur eine Erklärung. Kannst du es in fünf Minuten sagen? In drei?“ – „Äh, ja, aber bitte nicht hier, gehen wir spazieren …“ Sie nickte und verschwand aus dem Zimmer, damit ich mich mir etwas anziehen konnte.

Wir verließen die Jugendherberge und trotteten den Berg hinauf. Nach einen tiefen Seufzer fing ich an:
„Du hast mir nur drei Minuten gegeben, also gibt es keine Zeit für … Zögern … Ich bin der Sohn eines Millionärs. Aber wie das so ist, ich habe mich in eine einfache Frau verliebt –
Also bin ich hierher gekommen, um … um ihr Herz zu gewinnen. Ach, wieso erzähl ich dir das alles. Ich hatte das Geld schon vergessen, um ehrlich zu sein, es gab irgendeinen Grund warum ich es damals schon abgehoben hatte, vielleicht um in der Bank vor Ort nicht aufzufallen, oder weil ich dachte, so ein bisschen Polster … Eigentlich waren sie für die Mega-Feier, wenn ich endlich dass ersehnte Ja höre.
Ach, du kannst die 150 000 gerne haben, ich brauche sie nicht. Ich fürchte nur, sie werden dein Leben genauso kaputtmachen wie meines. Aber wenn du sie in dem Briefumschlag gefunden hast, hast du dann auch gelesen …“
Ihr Gesicht rötete sich. „Das gibt es doch nicht, darauf stand eindeutig, an wen der Brief adressiert war, du kannst doch nicht einfach fremde …“ Sie unterbrach ihn: „Deine Liebesbriefe waren es, die mich dazu gebracht haben, mich einzumischen. Jedenfalls musst du hier weg.“
– „Warum?“
– „Du wirst verfolgt, seit Tagen.“
Ich sah betreten zu Boden. „Ich weiß. Ich hatte gehofft, dass er mir nicht in diesen Dreck folgen wird, aber seine Eifersucht war stärker als sein Stolz.“ Sie hob die Augenbrauen, fragte aber nicht weiter, sondern packte mich an der Hand: „Es dauert nicht mehr lange … ich kenne diese Kerle. Er konnte euch lang genug beobachten, … ach, ist sie denn eigentlich auch in Gefahr?“
– „Nein, äh … zumindest so lange er sich nicht sicher ist, dass sie es ist, die mein Herz verzaubert hat.“
– „Gut, dann bring ich dich zu meiner Höhle.“
– „Kann ich nicht noch mein Zeug holen…“
Sie wandte sich um. „Schlecht. Der Nebel ist inzwischen verschwunden, und …“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich bring ihn dir. Du meinst doch den Umschlag, oder?“

Als sie mein Zimmer betrat, war dort alles aufgewühlt, und die Jungs waren ausgeflogen. Sie suchte ein wenig, aber der Briefumschlag war verschwunden. Sie dachte, „Dann kommt also jetzt schon Teil 2 meines Plans … ich hatte gehofft, dass er nicht nötig werden würde … aber na gut.“ Schnellen Schrittes ging sie zu Lydia, die gerade noch ihre Haare machte. „Komm mit.“ Diese hatte nur Fragezeichen im Gesicht: „Warum?“ – „Na los, komm schon … jetzt.“ Wie gut, dass Maria den Befehlston bei ihren Geschwistern gelernt hatte… ohne weitere Fragen zog Lydia Schuhe und Mantel an. Als auch sie in den Feldern waren, erzählte Maria ihr die Geschichte ohne Umschweife, und Lydia wurde immer stiller. Schließlich fragte Maria: „Es gibt jetzt genau zwei Möglichkeiten. Entweder ich bringe dich zu ihm, oder in ein anderes Versteck, wo du allein sein kannst. Was willst du?“ – „Bring mich …“ Sie rang mit sich selbst. „Nein, nicht zu ihm.“ – „Wie du willst. Dort hinten steht mein Auto, es ist offen. Du setzt sich da rein und wartest auf mich.“ – „Aber, du …“ – „Ruhe! Vertraue mir.“

Endlich kam Maria wieder. Doch bevor sie los fuhren, reichte sie einen schwarzen Schal nach hinten: „Verbinde deine Augen. Es wird für alle einfacher sein, wenn du nicht weißt, wohin wir fahren.“
Den Großteil der Fahrt schwiegen sie. Lydia nahm missmutig Großstadtlärm zur Kenntnis, und ihr fiel auf, dass Maria zwar von einem Versteck geredet hatte, aber nicht, wo es ist. Warum sollte sie sich überhaupt verstecken? Glücklicherweise wurde es schließlich wieder ruhiger. Als der Motor aus war, sagte sie: „Bring mich zu ihm, ich muss ihm etwas sagen.“ Lydia konnte das breite Grinsen von Maria nicht sehen, und Maria rang mit sich, wie lange sie dieses Spiel noch spielen sollte, dann platzte sie heraus: „Genau das habe ich bereits gemacht.“ – „Oh, was für eine Unversch … danke.“

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Gott sagt zu Israel:
„Ich will dich für immer zu meiner Frau machen. Ich will dich rechtskräftig zu meiner Ehefrau machen und will dir meine unwandelbare Liebe und mein Erbarmen beweisen. Ich werde dir für immer treu sein und du wirst lernen, mich vollkommen als deinen Herrn anzuerkennen.“
(Hosea 2, 21-22)

Advent: Gott kommt zu uns. Er hätte uns befehlen können; aber er kam, um uns zu umwerben.

„Es ist eine Welt, die nicht lieben muss, obgleich sie durch Selbstentäußerung der Liebe geschaffen ist. Doch eben das ist das Wesen der Liebe. Sie beruft, aber sie unterwirft nicht. Wir wollen frei sein, wollen niemanden unterworfen sein und leiden doch zugleich darunter, dass wir uns von der Liebe befreien können. … Denn als Freiheit liebende Menschen haben wir zu entscheiden, ob wir uns einspannen lassen, um dienende, aufrichtige, wirklich anwesende Menschen zu sein. So leidet die Freiheit an der Liebe, wenn wir beginnen, ein Diener unserer Berufung zu sein.“
(Martin Schleske, „Der Klang“, Kapitel „Glaube an einen liebenden und leidenden Gott“, S. 199)

Die Liebe ist verletzlich

“To love at all is to be vulnerable. Love anything and your heart will be wrung and possibly broken. If you want to make sure of keeping it intact you must give it to no one, not even an animal. Wrap it carefully round with hobbies and little luxuries; avoid all entanglements. Lock it up safe in the casket or coffin of your selfishness. But in that casket, safe, dark, motionless, airless, it will change. It will not be broken; it will become unbreakable, impenetrable, irredeemable. To love is to be vulnerable.”
C.S. Lewis, The Four Loves (dt. „Was man Liebe nennt“)

Lieben heißt immer verletzlich sein. Liebe irgend etwas, und es wird dir bestimmt zu Herzen gehen, oder gar das Herz brechen. Wenn du ganz sicher sein willst, dass deinem Herzen nichts zustößt, dann darfst du es nie verschenken, nicht einmal einem Tier. Umgib es sorgfältig mit Hobbies und kleinen Genüssen; meide alle Verwicklungen; verschließe es sicher im Schrein oder Sarg deiner Selbstsucht. Aber in diesem Schrein – sicher, dunkel, reglos, luftlos – verändert es sich. Es bricht nicht; es wird unzerbrechlich, undurchdringlich, unerlösbar. Lieben heißt, verletzlich zu sein.

Gebete: Absolute Hingabe

Mein Vater, ich überlasse mich dir.
Mach mit mir, was du willst.
Was du auch immer tun magst, ich danke dir.
Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an.

Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt
und an allen deinen Geschöpfen,
so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.

In deine Hände lege ich meine Seele;
ich gebe sie dir, mein Gott,
mit der ganzen Liebe meines Herzens,

weil ich dich liebe,
und weil diese Liebe mich treibt, mich dir hinzugeben,
mich in deine Arme zu legen, ohne Maß,
mit einem grenzenlosen Vertrauen;

Denn du
bist mein Vater.

(Charles de Foucault)

Die zwei Zettel in meiner Tasche

Eine Anekdote sagt, ein Rabbi habe den folgenden Rat gegeben:

Trage immer zwei Zettel in deiner Jackentasche, damit du richtig mit dem Leben umgehst. Auf dem einen steht: „Aus Staub und Asche bin ich gemacht.“, auf dem anderen, „Das Universum wurde geschaffen um meinetwillen.“ Manchmal brauchen wir den einen, manchmal den anderen Zettel als Erinnerung – zu wissen, welcher Zettel gerade dran ist, das ist das Geheimnis eines guten Lebens.

(Quelle: http://www.rishon-rishon.com/archives/064901.html)

Dazu Larry Crabb:

I have learned that an awareness of inadequacy is neither a curse to lift nor a disorder to cure. It is a gift to be received, a gift that if properly used can make me powerful and strong and clear and wise.

Ich habe gelernt: ein Bewusstsein dafür zu haben, dass ich nicht ausreiche (o. dass ich mich inadäquat fühle), ist nicht ein Fluch oder eine Krankheit, die nur dazu da sind, dass man sie los wird. Es ist ein Geschenk, das man annehmen soll, denn dieses Geschenk kann mich – wenn es richtig eingesetzt wird – stark und kräftig machen, klar und weise.

(Larry Crabb: „Shattered Dreams“, p. 77)

Bildung ist Herzenssache

Wie jeder bayrische Schüler habe ich die Verfassung bei mir zu Hause rumliegen. Außer der formell vorhandenen Todesstrafe (die inzwischen abgeschafft wurde, siehe 123recht und Focus) fand ich immer schon interessant, wie sie Bildung definiert:

Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.

Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungs­gefühl und Verantwortungs­freudigkeit, Hilfs­bereitschaft, Auf­geschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungs­bewußtsein für Natur und Umwelt.

(BayV Art. 131 Abs. 1-2)

Natürlich wurde das zu einer Zeit der religiösen Rückbesinnung geschrieben, die Präambel sagt: „Angesichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des zweiten Weltkrieges geführt hat …“. Und es ist auch fraglich, inwieweit unser heutiges Bildungssystem diese Ziele widerspiegeln.

Und dennoch rückt es Bildung in ein glänzendes Licht: es geht eben nicht nur um Wissen (dafür gibt es ja jetzt Wikipedia und, wenn das nicht hilft, Google), sondern persönliche Charakterentwicklung. Wie aber lehrt man „Erfurcht vor Gott“, oder „Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne“? Indem man es vor-lebt, und die Schüler einlädt, es auch zu er-leben. Wie ein Kunst-Lehrer, der eine Museums-Exkursion plant.

In Frankreich gibt es kein Religionsunterricht, nur „Philo“ (Philosophie/Ethik). Sie lernen mehr Theorien kennen als wir, aber persönlich auseinandersetzen tun sich damit nur die, die selbst daran interessiert sind. Zum Bestehen reicht Auswendiglernen, und Diskussion im Unterricht wird auch kaum gefördert.

Mein bester Lehrer ist immer noch Gott selbst … 🙂

Konstruierte Wahrheit?

Erst dreht sich die Sonne um die Erde, dann war es andersherum, und jetzt dreht sich das ganze Universum um das Individuum. (So wie der Mathematiker eine Kuh einzäuhnt: er spannt den Stacheldraht um sich selbst, und definiert, er sei außen.)

Dabei begann alles mit einer simplen Frage: ist die Realität tatsächlich so objektiv-eindeutig, ist zuschauen an sich nicht schon interpretieren? Geht es also mehr um Bedeutungszuweisung als um Wahrheit? Leider ist diese These (Konstruktivismus) genauso wenig beweisbar wir ihr Gegenteil (Positivismus). Auch ihre Auswirkung ist nur selbst-bestätigend: Je komplexer das gesellschaftliche System, desto komplexer halten wir es, desto komplexer ver-halten wir uns. Darum Luhmann’s Theorie, dass der hauptsächliche Sinn von Organisationen ist, irgendeinen Konsens zu finden, um die Komplexität und damit die Unsicherheit unserer Umwelt zu verringern. Träumen wir nicht alle von einer Welt, in der genau das passiert, was wir uns vorstellen?

Es ist Nostalgie, Utopie, und vielleicht gar keine schöne. Denn: man müsste selbst perfekt und gut sein, um die Welt perfekt und gut zu regieren. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: entweder ich gebe den Anspruch auf, die Welt Stück für Stück zu verbessern, in verschiedenen Formen: Agnostik („Ich weiß, dass ich nichts weiß“), Hedonismus („Hauptsache, es geht mir gut.“) oder Determinismus („Was geschehen soll, wird geschehen“) – oder ich definiere mein Leben um, als Mond, der nicht selbst gut ist, sondern Güte widerspiegelt. „Ich weiß es nicht, aber ich muss es auch nicht wissen.“ Und damit stehe ich dem Konstruktivismus sogar näher als dem Positivismus, der Wissenserwerb als Fleißaufgabe sieht („Je genauer und aufwändiger, desto wahrscheinlicher, dass eine Gesetzmäßigkeit erkannt wird.“ Darum auch der Fortschrittsoptimismus). Ich vertraue meinem Vater & Freund, er hat mich bis hierhin geführt, und er wird es weiter tun.
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You love me again today, Lord?
Is there no depth to the well that is you?
There is no depth to the well of need that is me.

– Sheila Walsh, „Outrageos Love“

Du bist schön

„Du bist schön.“ sage ich und setze mich hinter sie. „Du bist schön und keiner erkennt das an. Das ist ungerecht.“ Sie hält inne und betrachtet sich im Spiegel. „Wie meinst du das?“

„Ich meine“, versuche ich mich zu verteidigen, denn ich ahne, dass ich gerade etwas Dummes gesagt habe, „ich meine, es gibt so viele Models, die von allen für ihre Schönheit bewundert werden, und du …“ Maria fährt fort, sich zu kämmen. „Meine Haare glänzen nur für dich.“ sagt sie bedächtig. Mein Blick wird starr. „Wie habe ich das verdie…“ Sie unterbricht mich. „Natürlich hast du es nicht verdient, was verdient man sich heutzutage noch. Aber …“ – „Ja?“

Sie holt Luft und sagt leise: „Aber ich liebe dich.“ Die Sonne kommt hinter den Wolken hervor und strahlt plötzlich durch das Fenster. Tatsächlich, ihr Haar glänzt. „Ich liebe dich auch.“ antworte ich.

Sie dreht sich um und schaut mir in die Augen. „Jedenfalls, Matthias, bist du auch schön.“ und fügt schnell hinzu, als sie die Runzeln in meiner Stirn sieht, „In meinen Augen.“

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„Es gibt Liebe, die liebt, weil sie etwas Wertvolles sieht – und es gibt Liebe, die wertvoll macht, was sie liebt.“

(John Ortberg, „Die Liebe nach der du dich sehnst.“)

Ein Tag in Paris

(Keine dieser Photos sind von mir. Klick.)

Das

Eiffelturm
habe ich nicht gesehen,

das
La Villette

und das
Notre Dame
ebenfalls nicht.

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http://flickr.com/photos/mohsan/1634750982/

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Paris ist eine wunderschöne Stadt. Alles ist grau, nicht nur der Himmel.

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sdf Paris

Und dann haben mich noch die Bettler angetan, das gehört zum Großstadtflair dazu. (Warum eigentlich gibt es das auf dem Dorf nicht (so sehr)? Gibt es auf dem Dorf nicht genug Touristen, die sie füttern? Oder gibt es dort ausreichend verlassene Scheunen und Apfelbäume?)

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brausen

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Der TGV braust, die Métro braust, die Pariser brausen, und ich brauste mit, ein bisschen.

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Werbung Palais de la Découverte

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Und vom Palais de la découverte (so was wie das deutsche Museum, nur kleiner, und wesentlich mehr Vorführungen / Vorträge) habe ich mitgenommen:

„A mathematician is a machine for turning coffee into theorems.“

(Paul Erdös)

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schreien oder schreiben?

Endlich habe ich eine gute Begründung, warum ich anders schreibe als spreche. (Finalement une bonne raison pourquoi je parle différemment que je n’écris.)

Dans une situation orale, le rapport destinateur – destinataire est souvent incertain et ambigu: le destinateur doit tout mettre en oeuvre, gesticuler, répéter, lourdement (ou frivolement) insister afin que le contact soit établi; en revanche, dans le cas de l’écrit, le destinataire est déjà moité acquis: c’est lui qui avait choisi son destinataire, c’est lui qui s’étais arreté devant tel panneau publicitaire, c’est lui qui avait pris tel livre sur l’étagère.“

(A. Kibédi Varga, „discours, récit, image)

In der gesprochenen Sprache ist das Verhaeltnis von Sprecher und Angesprochenen oft unsicher und doppeldeutig: der Sprecher muss sich ins Zeug legen, gestikulieren, wiederholen, mit viel Kraft (und manchmal auch Unverschaemtheit) beharren, alles nur damit der Kommunikationskanal aufgebaut wird; in der geschriebenen Sprache jedoch ist der Angesprochene schon halb gewonnen: schliesslich hat er sich den Sprecher ausgesucht, schliesslich ist er vor diesem Werbeplakat stehengeblieben, schliesslich hat er das Buch vom Regal genommen.

(ich bin so unzufrieden mit dieser Übersetzung! Sie drueckt nur das aus, was ich ueber dieses Zitat denke, und alle anderen Ideen bleiben unübersetzt. Aber eine wörtliche Uebersetzung wäre unverständlich, weil der Kontext fehlt.)