Gott wirbt um dein Vertrauen

Was ist Vertrauen?
(In der Theorie ganz einfach: Eine Person mach der anderen Person ein Versprechen – und die andere Person entscheidet sich zu vertrauen, dass die erste Person ihr Versprechen wahr machen wird.)

Und vor allem: Wie lernt man vertrauen?
(Tipp: Indem man es tut.)

Text: Ausschnitte aus Hebräer 10-12

Vertrauen: Ein Versprechen wird gegeben, die andere Person kann sich entscheiden zu vertrauen

Auf YouTube (41min – du kannst an den Anfang zurück spulen wenn du noch ein bisschen Lobpreis mitbekommen möchtest…):

 

Dazu passt dieses Lied prima:

God Math

More? God math is different than human math.

Human math is with finite numbers: If I have 10 Haribo bears, and I give away 6, then only 4 are left for me. God math is infinite: If God has infinite sweets, and he gives you 600 Haribo bears, he still has infinite Haribo left!

That’s why there is always more. And not only more for ourselves.

Our live is a vessel. We receive so much grace from above, but we can only handle a certain amount. All the rest gets „spilled“ to the ground. (And I mean „spilled“ in quotes, because: God doesn’t care. He’s generous anyway.) But then, how can we increase our „grace capacity“?

Now another wondrous God math operator kicks in. Actually, only by giving away what you have. If you hold on to the many gifts God gives you, and you are very careful to not „spill“ it anywhere – well, it will die inside of you. Maybe it will even get moldy. Instead: Receive the goodness – then pass it on. Receive, pass it on. Receive, pass it on. And then you realize: huh, somehow this fun! (Because you are made for it.) So you share generously, because he is generous to you. And without you even realizing at first, your vessel capacity is expanding. Your gifts are sharpening, and your heart is more and more capable to love.

Come, Holy Spirit, come. Transform our lives. Make our hearts responsive to your self-giving love. Not only for our sake – we need it – but also for the world around us.

More!

Photo by Zac Harris

Erde an Gott: Wozu soll ich warten?

Warten. Immer noch warten. Ein Schritt nach vorne, und wieder: warten. Im Alltag ertragen wir solche Warte-Situationen als wohl notwendiges Übel: wenn ich etwas kaufen will, muss ich mich anstellen. Wenn ich mit dem Chef sprechen will, muss ich ein Termin ausmachen. Aber auf Gott warten … (stöhn) … wozu? Gibt es nicht irgendeine Möglichkeit, jetzt sofort … du kannst doch was machen? Und so sind wir mindestens irritiert, manchmal richtig wütend, dass Gott uns Situationen zumutet, in denen wir warten müssen.

Wozu musste Israel, nachdem Gott sie aus Ägypten gerettet hat, so viele Jahre in der Wüste verbringen, bevor sie ins verheißene Land einziehen durften? Gott antwortet diese Anfrage so:

Als der Pharao das Volk endlich ziehen ließ, führte Gott sie nicht am Mittelmeer entlang und durch das Land der Philister, obwohl das der kürzeste Weg gewesen wäre. Gott dachte: »Wenn das Volk dort auf Widerstand stößt und kämpfen muss, ändert es seine Meinung und kehrt wieder nach Ägypten zurück.« (2. Mose 13,17)

Die äußere Situation hatte sich geändert: Israel war nicht mehr versklavt. Aber das Herz der Israeliten war noch nicht so, dass sie das Land verwalten könnten. Sie erhielten eine Verheißung, aber bis diese wahr wurde, mussten sie – warten.

Und so geht es auch uns immer wieder: Wir bekommen ein Versprechen, eine Berufung, einen verheißungsvollen Anfang. Wie ein Same, der in den Boden gepflanzt wird. Aber dann scheint erst einmal eine lange Zeit nichts zu passieren. Wächst der Same, oder ist er tot? Wir können das Wachstum in unserem Herzen nicht messen, nicht quantifizieren. Erst viel später wird man die Früchte sehen.

Warten ist notwendig, weil Wachstum Zeit braucht.

Warten fordert unser Vertrauen, dass sich das Warten am Ende lohnen wird.

Warten offenbart unsere tiefen Herzensmotive, das, was uns wichtig ist.

Und im Warten verändert Gott uns. (Römer 5,3-5)

Jedes Mal, wenn wir uns entscheiden, ihm zu vertrauen, passiert etwas. (Jesaja 55,10-11)

Mit dem Mut, mit dem er uns ermutigt, werden wir auch anderen neuen Mut machen können. (2. Korinther 1,4)

Unsere Aufgabe während dem Warten ist einfach nur: nahe an Ihm zu bleiben. (Johannes 15,5)

Wenn also Gott entscheidet, dass ich warten muss, dann möchte ich die Güte in dieser Entscheidung entdecken. Das Warten vertieft meine Beziehung mit meinem guten Hirten: er weiß, wonach ich mich sehne, und er wird mich mit allem versorgen, was ich brauche. Er kennt alle Details. Er hat den Überblick. Und er meint es wirklich, wirklich gut mit mir.

Vielleicht werde ich im Nachhinein erahnen, wozu das Warten war. Vielleicht auch nicht. Aber es wird sich gelohnt haben.

(Dass es wichtig für einen reifen Menschen, warten zu können, sagt übrigens auch die Psychologie, siehe Frustrationstoleranz und delayed gratification/Belohnungsaufschub)

Photo von Caleb Lucas auf Unsplash

 

Musik-Video: Ein Weg durch die Wüste

Mein erstes Musik-Video 😉

(Audio-Version unten)

Psalm 138, 7:
„Selbst wenn man mich schwer bedrängt, belebst du mich. Du nimmst mich in Schutz vor der Wut meiner Feinde, deine mächtige Hand wird mich retten.“

Selbst wenn man mich schwer bedrängt, wirst du neue Kraft geben
Selbst wenn man mich schwer bedrängt, belebst du mich neu
Selbst in den mächtigen Widerstände, du gibst neue Kraft — neue Hoffnung

Du gibst neue Kraft, du gibst neue Hoffnung
Einen Weg durch die Wüste

Du gibst neue Kraft, du gibst neue Hoffnung
Einen Weg wo man keinen Weg sieht

Du versorgst, du versorgst selbst in der Wüste
Wasser in der Einöde, zu trinken genug
Die Tiere werden sich freuen
Schakale werden jauchzen vor Freude
Von den Wassermassen in der Wüste
die du schickst, um dein Volk zu tränken

Einen Weg durch die Wüste, und Wasser genug
Und Manna genug, und Fleisch genug

Du versorgst, du versorgst, wir vertrauen ganz
Auch mitten in der Wüste

Du machst alles neu, du machst alles neu,
einen Weg durch die Wüste

Denkt nicht an das Früher, vergesst es einfach!
Seht, es sprosst schon auf, das Neue kommt jetzt!
Oh, vergesst Ägypten, vergesst die Sklaverei!

Alles wird neu, alles wird neu,
denn Gott hat gesprochen
Gott hat gesprochen — er wird retten!

Einen Weg durch die Wüste …

Jesaja 43,18-20:
„Denkt nicht an das, was früher war, / achtet nicht auf das Vergangene!
Seht, ich wirke Neues! / Es wächst schon auf. / Merkt ihr es nicht? / Ich bahne einen Weg durch die Wüste, / lege Ströme in der Einöde an.
Schakale und Strauße, die Wüstentiere ehren mich, / weil ich der Wüste Wasser gab / und Ströme in der Öde fließen ließ, / damit mein auserwähltes Volk zu trinken hat.“

Er bahnt einen Weg durch die Wüste

Text: Jesaja 43 / 2. Mose 14

Gott sagt: „Du bist mein.“ – zu den Israeliten, die durch das rote Meer ziehen; und zu uns, die wir durch andere unsichere Gewässer navigieren.

Und dazu eine Impro-Aufnahme aus dem Gebetsraum:

Was ist Liebe? Folge 1: Die verbotene Praline (Feedback gewünscht)

Echte Liebe ist ein Kunstwerk. Sie ist so schön, aber auch so zerbrechlich. Verändere nur ein Strich davon, und du zerstörst das ganze Bild.
Echte Liebe ist Begegnung. Nicht eine mathematische Realität, die man definieren kann. Nur indem man sie gibt, wird sie sichtbar.
Und darum erzählen viele kleine Geschichten in meinem Leben von der Entdeckungsreise, was Liebe ist – und was Liebe nicht ist.

Die verbotene Praline

Früh morgens wachte ich auf. Blitzidee! Da, in der Süßigkeitenbox war doch eine Praline, die sooo lecker aussieht! Leise kletterte ich aus meinem Hochbett, damit meine Eltern nicht aufwachen (ich war so ca. 8 Jahre alt). Ich schlich mich in die Küche, mühte mich ab, die Blechbox mit den Süßigkeiten geräuschlos zu öffnen, und … da war sie. Mmmh! Golden! Bestimmt mit Schokolade und einer tollen Füllung!

Es gab nur ein Problem. Ich bekam zwar jeden Tag nach dem Mittagessen etwas aus dieser Box, musste aber unbedingt vorher fragen. Das ging jetzt gerade nicht, meine Eltern schlafen ja noch. Überhaupt, sie würden es mir wahrscheinlich eh nicht erlauben, noch vor dem Frühstück … aber ich wollte sie doch jetzt haben! Sie glitzerte doch so schön!

Ich horchte nochmal, ob vielleicht meine Eltern gerade kommen, entfernte vorsichtig die Goldfolie und voller Vorfreude … bäh! die schmeckt ja gar nicht! die ist ja mit Alkohol! Schnell räumte ich alles wieder auf, um keinen Verdacht zu erwecken, und legte mich wieder in mein Bett. Aber ich konnte nicht schlafen! Mein schlechtes Gewissen quälte mich!

Schließlich stand ich auf, holte meinen Geldbeutel mit dem Taschengeld, nahm die größte Münze, die ich besaß (5 Mark), und legte sie (vorsichtig) dorthin, wo die Praline vorher gewesen ist. Ich dachte, so können meine Eltern wenigstens Ersatz kaufen.

Eigentlich wollte ich mir Vergebung kaufen. Aber das eigentliche Problem war ja nicht, dass die Praline jetzt gegessen war, sondern dass ich meinen Eltern ungehorsam war. Und so nahm ich mir vor: das nächste Mal frage ich bestimmt. Auch wenn ich warten muss, bis sie aufstehen.

(Diese Geschichte erzählte ich Jahre später immer wieder den verschiedenen Kindern im Kindergottesdienst. Als ich sie irgendwann auch meiner Mutter erzählte, sagte sie, dass sie davon gar nichts mitbekommen hatte. Wahrscheinlich hatte sie sich nur über die 5 Mark gewundert.)

Was ich gelernt habe: Echte Liebe ist Vertrauen. Wenn ich mir einfach das nehme, was ich gerade will, weil ich es will, schmeckt es gar nicht.


Feedback gewünscht:

Vor ein paar Tagen habe ich entschieden, aufzuschreiben, wo ich in meinem Leben Facetten von der echten Liebe kennengelernt habe – die Liebe, die ich von Gott bekomme, die in mir wirkt, und die ich weitergebe.

Wenn du möchtest, dass ich diese Serie fortführe, schreibe mir bitte!

Warum Hochsensible gut mit Krisen umgehen können

In meinen Seminaren und Gesprächen betone ich immer wieder, das Hochsensibel-Sein nicht nur anstrengend ist, sondern auch prima Stärken hat. Gerade auch beim Umgang mit Krisen.

In gewisser Weise mag ich Krisen: sie brechen Gewohnheiten auf, sie ermöglichen Veränderung. Denn Krisen sind wie Wegkreuzungen: Situationen, in der man entweder nach links oder nach rechts gehen kann, aber Veränderung kommt so oder so. Es gibt große und kleine Krisen, kurze und länger andauernde, mit wenigen oder vielen Betroffenen … und immer stellt die Krise an uns die Frage: „Rennst du vor dieser Herausforderung weg, oder entscheidest du dich aktiv, ob du nach links oder rechts gehen möchtest?“ Wenn du wegrennst, wird die Entscheidung sich irgendwann automatisch ergeben – und wahrscheinlich wird sich das für dich nicht gut anfühlen.

Stell dir vor, du bist der Kapitän in einem Boot, das in einen großen Sturm gerät. Die Krisen-Frage ist: wird das Boot den Sturm aushalten? Wenn du von Angst total überwältigt bist (Panik), wirst du dich vielleicht einfach in deine Kajüte flüchten und abwarten, bis der Sturm vorbei ist. Aber wenn du die entsprechenden Kompetenzen gelernt hast, kannst du ein paar Dinge tun, um das Risiko zu minimieren: das Segel einholen, den Anker auswerfen, das Funkgerät bereithalten, …

So ähnlich kann man lernen, gut mit Lebenskrisen umzugehen. Und dabei haben Hochsensible super Startbedingungen. Warum?

1) Empathie ist für sie normal

Unser Gehirn hat eine faszinierende Funktion: wenn wir jemandem zuschauen, der sich weh tut, werden fast die gleichen Neuronen aktiv wie wenn wir den Schmerz selbst erleben. Und gerade Hochsensible sind geübt darin, auch den Schmerz darin zu spüren: sie nehmen die schmerzhaften Emotionen des Anderen wahr, oder die Reibungspunkte, wo die andere Person irgendwie nicht ganz in die bestehende Struktur reinpassen, wo es „unstimmig“ ist. Das ist eine geniale Fähigkeit! Sie schlüpfen in die Rolle des Anderen und können aus ihrer Perspektive mit-denken. Dadurch beleuchten sie das Problem von vielen Seiten aus, bevor sie eine Entscheidung treffen. Gerade in Krisensituationen ist es so wichtig, dass die involvierten Menschen sich Zeit nehmen, zuzuhören, was der andere fühlt und will – da sind Hochsensible oft ein gutes Vorbild für andere.

2) Sie lernen gut durch Beobachten und Zuhören

Diese Gabe, die Dinge leicht aus der Perspektive des Anderen sehen zu können, hat noch einen anderen Vorteil: Sie beobachten nicht nur ganz genau, sie hören nicht nur ganz genau zu, sondern sie werden auch dadurch verändert. Zum Beispiel liebe ich es, gute Bücher zu lesen, in denen meine Lebens-Muskeln herausgefordert werden: was hätte ich an ihrer Stelle gemacht? Möchte ich diese Reaktion weiterhin beibehalten oder nicht? Das ersetzt die eigenen Erfahrungen nicht, aber es ist eine prima Übungsfeld. Auch in meinen Träumen verarbeite ich oft, welche Handlungsoptionen ich habe und was die Konsequenzen davon sein könnten. Dadurch können auch meine Gefühle schon einmal intensiv verarbeiten und damit neue Situationen vorbereiten.

3) Sie „wittern“ mögliche Krisen

Weil sie alle Informationen tief verarbeiten, haben sie manchmal intuitiv eine „Vorahnung“, dass da etwas Krisenhaftes kommen könnte – zu einem Zeitpunkt, wo andere noch völlig unbeschwert weitergehen. Dadurch können sie vorausdenken, vorsichtig kommunizieren und manchmal sogar schon Probleme lösen, die andere noch gar nicht als Problem erkannt haben.

Diese Gabe sorgt oft für Stress: beide Seiten fühlen sich unverstanden, weil sie die Situation unterschiedlich einschätzen und darum unterschiedliches Verhalten als angemessen sehen. Hier ist es also wichtig, dass sowohl die Hochsensiblen als auch die Nicht-Hochsensiblen vertrauen können: „Du siehst die Situation anders als ich – aber vielleicht hast du recht.“ Ganz praktisch: Wenn du offen ausgesprochen hast, was dir Sorgen macht, und der Verantwortliche dafür reagiert darauf nicht – dann versuche nicht, das „Ruder“ (die Leitungs-Verantwortung) an dich zu reißen. Wenn es dir wirklich wichtig ist, sprich es so oft an, bis der Verantwortliche vielleicht doch mal hinschaut, ob da was dran sein könnte. Ansonsten: lass es los – du hast deinen Teil getan.

4) Sie können unter Stress immer noch gute Entscheidungen treffen

Weil Hochsensible schneller überfordert sind von dem, was sie wahrnehmen, haben sie schon ihr Leben lang geübt, mit Stress-Situationen umzugehen. Natürlich, sie sind nicht perfekt darin, und es ist oft immer noch sehr anstrengend, aber bei Krisen ist genau diese Fähigkeit gefragt. Dadurch schaffen sie es, vor Panik den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern weiterhin aktiv das Leben zu gestalten. Andere erleben intensiven Stress vielleicht nur in ganz selten in ihrem Leben, und sind darum in dieser Extremsituation plötzlich komplett „blockiert“ – sie lenken von dem Problem ab oder machen irgend etwas, ohne darüber nachzudenken, ob das wirklich hilfreich ist.

Als ich diesen Aspekt in der Fachliteratur gelesen habe, konnte ich es erst selbst nicht glauben: Hochsensible als Stress-Experten? Aber inzwischen sind mir ein paar krasse Krisensituationen eingefallen, wo ich genau das erlebt habe: um mich herum ist geschäftige Panik ausgebrochen, aber ich konnte weiter das tun, was jetzt nötig und wichtig ist. Hinterher, nach der Krise, war es andersherum: um mich herum ist schon wieder Alltag eingekehrt, und ich war total platt, weil ich in der Krise alle Energiereserven aufgebraucht habe.

Damit Hochsensible in einer Krise gute Entscheidungen treffen können, müssen sie vor allem darauf achten, nicht selbst in Panik auszubrechen. Sie nehmen in diesen Situationen sehr viel wahr, was Angst oder Sorge auslösen könnte, vor allem wenn sie in der Vergangenheit ähnliche Erfahrungen mit negativen Ergebnissen gemacht haben. Also stellt sich die Frage: Was hilft dir, solche Gefühle immer wieder herunter zu regulieren, so wie man die Lautstärke niedriger einstellen kann? Dazu gibt es viele konkrete Strategien (z.B. Achtsamkeit, Emotionsregulation), die du ausprobieren und einüben kannst. Aber vor allem: Vergiss nicht, vor lauter Problem-Lösen auch deine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, und dir Zeiten zu gönnen, in denen du einfach das tun kannst, was dir gut tut. Ansonsten kannst du auch anderen nicht helfen.

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Vielleicht gibt es auch mehr als diese 4 Vorteile, die Hochsensible in einer Krise haben. Und gleichzeitig: Auch Nicht-Hochsensible haben natürlich wichtige Voraussetzungen, um Krisen gut zu bewältigen. Zum Beispiel ist es manchmal ist es Zeit, Dinge klipp und klar auszusprechen, ohne Subtilität und Komplexität – das können Nicht-Hochsensible meistens besser. Beide können Krisen gut bewältigen. Und beide können voneinander lernen: Nicht-Hochsensible können sich in Empathie üben und Hochsensible in klarer Ausdrucksweise. Trotzdem bleiben Herangehensweise und Charakter verschieden. Wie gut!

Jeder von uns kommt mit einem anderen Cocktail aus Stärken und Schwächen auf die Welt – das ist kein Zufall. Gott hat sich etwas dabei gedacht. Es gibt etwas, was du der Welt geben kannst, was niemand anders tun könnte. Und darum brauchen wir einander.

Mein Traum ist, dass wir Menschen so stark miteinander verbunden sind, dass es ganz natürlich ist, uns gegenseitig zu ergänzen. Wie kommen wir da hin? Der erste Schritt ist: Wertschätzung. Schätze deinen Wert hoch ein, und ebenso den Wert des Anderen. Dann können wir auch Krisen durchstehen. Und danach feiern, dass wir es geschafft haben. Gemeinsam.

David und Saul: Echte Freunde vergeben

Diese Theaterstücke sind für ein Camp zum Thema „Wer ist ein echter Freund?“ entstanden, darum der Schwerpunkt auf David (+ Jonathan).

Personen: Saul, später: David, noch später: Jonathan, 1 Statist („jemand“)
Requisiten: Fahrtenmesser, Stück Stoff das David bei Saul abschneiden kann mit sicherheitsnadel angeheftet,
Programm: Lobpreis-Lieder, evt. Bilder Jubiläum
Text: 1. Samuel 24,4 – David trifft Saul in der Höhle
Kerngedanke: Freunde vergeben und machen einen neuen Anfang

Als das Programm anfängt: Saul ist wütend, sucht David überall. (David-Schauspieler nicht anwesend.) Saul verschwindet, um woanders zu suchen.

Nach dem Programm: Kinder sollen sich für Nachtwanderung bereit machen. Währenddessen taucht David auf und treibt zur Eile: „Wir müssen hier weg! Wir sind in Gefahr! Ihr seid ja meine Freunde, deswegen seid ihr auch in Gefahr!! Saul will mich umbringen, und er ist schon ganz in der Nähe!“ Aus der Ferne hört man Saul ein Shofar blasen – David erklärt: der Krieg hat begonnen. Sucht sich bestimmt ganz viele Kämpfer, die mit ihm kämpfen.

Nachtwanderung – wir verstecken uns beim Hutberg im Wald. Saul ist manchmal von der Ferne zu hören, er kommt immer näher. Schließlich ist er in Sichtweite und „pinkelt“ (Wasserflasche mit Loch im Deckel), jemand fordert David auf, „Hast du dein Messer dabei? Das ist deine Chance! Jetzt kannst du dem Ganzen ein Ende bereiten! Gott ist so gut, er hilft dir!“ David holt sein Messer heraus, zögert aber.

[ Hier Cut – helleres Licht? David zieht seinen Umhang aus. „Bevor die Geschichte weitergebt, möchte ich erzählen, wo ich etwas ähnliches erlebt habe.“ (ein Zeugnis über Vergebung … ggf. statt hier nach dem Theaterstück) ]

David schleicht sich an Saul heran, streckt das Messer aus, schneidet aber nur ein Stück vom Umhang ab. Leise zu seinen Männern: „Wehe, ihr tut Saul irgendetwas!!“

Saul ist fertig mit pinkeln und bricht wieder auf und geht aus dem Wald raus.

David ruft: „Hey, Saul!“

Saul dreht sich um, versucht David in der Dunkelheit zu erkennen … „Ist das nicht David? Wo bist du, zeig dich, wenn du dich traust!“

David bleibt im Wald: „Saul, ich hab da etwas in der Hand, was von dir ist …“

Saul läuft in Richtung Wald. David tritt heraus und zeigt den Stoff-Zipfel. Saul erstaunt: „Das … ist ja ein Stück Stoff, genauso wie der Umhang, den ich gerade anhabe! Wo hast du den denn her?!“

David: „Von deinem Gewand abgeschnitten!“

Saul: „Tatsächlich … da fehlt ein Stück … aber … warum?!“

David: „Saul, Saul, Saul (beruhigend) … Warum glaubst du, dass ich dir etwas Böses tun will? Ich hätte dich umbringen können, aber ich habe es nicht getan. Gott hat dich zum König gemacht, und darum werde ich deine Königsherrschaft nicht beenden. Ich habe dir vergeben. Du wolltest mich umbringen, aber ich werde dich nicht umbringen. Warum verfolgst du mich? Ich bin doch nur so ein kleiner Hund, der draußen im Garten wohnt.“

Saul: „David? Ist das wirklich mein Sohn David? Du bist ein echter Freund. Du hättest mich umbringen können, aber du hast es nicht getan. Du hast gezeigt, dass ich dir wichtig bin. Wow.“

Saul und David umarmen sich.

Saul: „Ich weiß, Gott hat dich zum König berufen. Versprich mir, dass du meine ganze Familie und mich niemals umbringen wirst!“

David: „Klar. Das verspreche ich dir gerne. Freunde für immer!“

Saul: (zögert) „Ja. Freunde für immer.“ Saul verschwindet.

Jemand sagt an: Jetzt können wir ja zum Ratsfeuer gehen. Zeit zum Entspannen/lockeres Zusammensein.

Jonathan gesellt sich später zum Feuer dazu. David erzählt Jonathan (mit Hilfe der Kinder), was passiert ist.

„Das sind echte Freunde. Wir sind mal sauer – aber wir versöhnen uns. Wir kämpfen nicht gegeneinander – sondern miteinander. Und das können wir nur, wenn wir uns immer wieder das vergeben, was wir falsch machen. Freunde für immer …“

David: „Aber warum bist du eigentlich gekommen?“

Jonathan: „Ach, ich wollte dich einfach ein bisschen aufmuntern. Ich weiß, dass man manchmal Ermutigung braucht … und Stärkung.“ (Holt Gummibärchen hervor – verteilen aber noch nicht essen!)

David: „Ermutigung? Oh, ja, die brauche ich.“

Jonathan: „Ich finde es so toll, dass du so viel Zeit mit mir verbracht hast, du hast mir so viel vertraut, obwohl das mit Saul nicht immer einfach war. etc.“

David: „Wow. Aber ich finde auch, dass du ein echt toller Freund bist … etc.“

Ab.

Reflektion / Anwendung:

  • Leider hält das Versprechen von Saul nicht lange an. Echte Freunde sind treu und stehen zu dem, was sie versprochen haben.
  • Ermutigung ist so wichtig … Zu zweit: ein gutes Wort über den anderen aussprechen. Segnen (Gutes beten)

  • Regeln: Nur Gutes, Ernstgemeintes sagen. Und dafür das Gummibärchen verschenken.

  • Ggf. Beispiel auf der Bühne, einer wertschätzt eine anderen Mitarbeiter

David und Ahimelech: Gott hilft in der Not

Diese Theaterstücke sind für ein Camp zum Thema „Wer ist ein echter Freund?“ entstanden, darum der Schwerpunkt auf David (+ Jonathan).

Personen: Ahimelech, später David
Requisiten: „Schaubrote“ (Brötchen)
Text: 1. Samuel 21 – David ist auf der Flucht
Kerngedanke: Gott ist ein echter Freund. Er hilft in der Not.

Während dem Frühstück (optional): Ahimelech befragt aller Kinder, ob sie rein sind. (Nach den Torah-Kriterien, s. 3. Mose 15ff: hast du jemanden beerdigt oder ein totes Tier berührt? Oder etwas berührt, was etwas Totes berührt hat? Hast du deine Notdurft außerhalb des Lagers vergraben? Hat du Fleisch mit Blut gegessen? Hast du beim Abernten etwas für die Armen übrig gelassen? etc. – ob du auch auf die sexuellen Reinheitsgebote eingehst bleibt dir überlassen, vielleicht je nach Alter der Kinder die du fragst 🙂 Dürfen ruhig auch anachronistische Anweisungen sein – „wie, ihr vergrabt das nicht? was ist denn ein Klo?“) Wenn er gefragt wird, warum, sagt er nur, „Das ist mein Job. Ich überprüfe, ob alle rein sind, das ist ganz wichtig.“ (o.ä. – er braucht also nichtmal verraten dass er Priester ist?). Der David-Schauspieler ist nicht beim Frühstück dabei („versteckt“).

Anspiel:

David: Ahimelech, genau dich habe ich gesucht. Meine Leute (zeigt auf Publikum) machen erstmal Pause, aber sie haben alle Hunger. Die sind schon so viele Kilometer gelaufen, die ganze Nacht lang!

Ahimelech (Skeptisch): Aber sind sie auch wirklich rein?

David: Na klar sind die rein. Wir sind ja die ganze Zeit unterwegs gewesen, da hatten sie gar keine Zeit von etwas abgelenkt zu werden … Und ich habe kein Geld dabei, und meine Männer brauchen jetzt dringend was zum Essen!

Ahimelech: Aber ich versteh das immer noch nicht. Ich meine, warum rennst du zum Tempel, kannst du nicht Bäcker Paul fragen ob er dir ein paar Brote schenkt?

David: Das, was ich gerade mache, ist super geheim! Keiner weiß etwas davon, und ich will dass so wenig Leute wie möglich überhaupt mitbekommen dass ich hier vor Ort bin. Geheime Mission!

Ahimelech: Aber warum wendest du dich dann gerade an mich?

David: Weil ich weiß, dass du Gottes Willen tun willst. Du bist doch ein Priester, und du weißt, wie wichtig es ist, die Bibel zu kennen und das zu tun, was da drin steht. Und ganz ehrlich, im Moment kann mir nur Gott bei dieser Sache helfen. Deswegen bin ich zu dir gekommen.

Ahimelech ist ermutigt: Wow, das hat mir noch keiner so gesagt.

David: (Pause) Kannst du mir jetzt helfen oder nicht?

Ahimelech: Hm … Also, wenn du und deine Leute wirklich rein sind (schaut nochmal skeptisch ins Publikum … David nickt beschwichtigend), … ja, tatsächlich, zufällig haben wir gerade ein paar heilige Brote, weil die gerade ausgetauscht wurden. Die dürfen normalerweise nur die Priester essen. Aber ok, wenn das wirklich so wichtig und geheim ist, wie du das sagst, dann … machen wir das halt so. Für Lebensgefahr sind Ausnahmeregelungen ok.

Reflektion / Anwendung:

  • Leider war zu der Zeit gerade ein Verräter im Tempel (Doeg) und er hat diese Information benutzt, um sich bei Saul einzuschleimen – und Ahimelech wird dafür bestraft, dass er David geholfen hat, dabei hat er gar nichts falsch gemacht. Ziemlich ungerecht, oder? Hat es sich trotzdem gelohnt, David zu helfen? Warum?

  • Wenn du David wärst, wo hättest du dich versteckt? Wo hättest du um Brot gebeten?

  • Was tut Gott in dieser Geschichte (unsichtbar)?

  • Jonathan kann David gerade nicht helfen, obwohl er sein Freund ist. An wen wendet sich David? (Nicht wirklich Ahimelech, sondern Gott)

  • Zeugnisse (Alle Mitarbeiter, evt. auch Kinder fragen): Was bedeutet es für dich, ein Freund von Gott zu sein?

David und Jonathan: Ein echter Freund verzichtet

Diese Theaterstücke sind für ein Camp zum Thema „Wer ist ein echter Freund?“ entstanden, darum der Schwerpunkt auf David (+ Jonathan).

Falls mehr als 3 Theaterstücke benötigt werden, könnten folgende Texte weiter ausgearbeitet werden:

  • 1. Sam 14 – Jonathan und der Waffenträger: Jonathan vertraut auf Gott. Aber er macht es nicht alleine. (Also Freundschaft auf beiden Ebenen – eignet sich gut als Intro oder Abschluss)
  • 1. Sam 18 – Jonathan + David werden Freude. (Rückblick auf Goliath – „das war so mutig! Warum hast du das gemacht?“)
  • 1. Sam 19 – Verbündete Jonathan + Michal: Saul will David töten, aber er wird vorgewarnt.

Personen: David und Jonathan
Benötigte Requisiten: keine
Text: 1. Samuel 20,1-23 – David und Jonathan verabschieden sich und schließen einen Bund
Kerngedanke: Freundschaft bedeutet, das Beste für den Anderen zu suchen, selbst wenn es mich etwas kostet.

Vor dem Theaterstück, z.B. während dem Abendessen (optional): David und Jonathan (in Kostüm) setzen sich zu den Teams und flachsen über die Vergangenheit: wie sie sich kennengelernt haben (Goliath), über Davids Musik-Talent, über sein Hirten-Sein – aber ihre Namen halten sie noch geheim.

Jonathan kommt hereingestürmt, sucht David (Publikum fragen … „ich habe ihn schon tagelang nicht mehr gesehen! Aber er ist doch mein Freund, geht es ihm gut?“).

Da kommt David (geheimnis-tuerisch) zu Jonathan und fragt etwas verletzt-wütend: „Ich versteh das einfach nicht? Warum will dein Vater mich umbringen? Hab ich ihm irgendwas getan?“

Jonathan ist überrascht und weiß nicht, wovon David redet. David: „Aber du weißt doch, er hat schon mal versucht, mich umzubringen. Zweimal! Und jetzt ist er wieder wütend, einfach so!“

Jonathan verteidigt sich: „Das kann nicht sein. Saul erzählt mir doch immer alles, was er vorhat, wenn er dich umbringen will, hätte er mir das zumindest angedeutet!“

David atmet tief durch. Ruhiger: „Wir brauchen uns jetzt nicht darüber streiten. Ich bin ja auch dankbar, für das, was dein Vater schon für mich und meine Familie getan hat. Aber ich versteh ihn einfach nicht! Warum mag er mich nicht?“

Jonathan: „Aber du weißt doch … er ist neidisch, weil du öfter im Krieg gewinnst als er! Aber das ist doch kein Grund abzuhauen, wir sind doch immer noch Freunde!“

David: „Ich hatte total Angst vor ihm, deswegen habe ich mich erst mal versteckt. Und wahrscheinlich hat er es dir deswegen nicht gesagt, weil er gewusst hat, dass du es mir verraten hättest! “

Jonathan: „Hm. Also ich kann mir immer noch nicht so ganz vorstellen, dass er so etwas vorhat. Aber gut, vielleicht hast du Recht. Wie kann ich dir helfen? Wie können wir herausfinden, ob er mich denn nun umbringen will oder nicht?“

David: „Ich hab da schon eine Idee. Dein Papa hat uns doch morgen alle zu einer Übernachtungs-Party eingeladen, so wie er es immer wieder mal macht. Ich werde nicht zur Party kommen und mich weiter verstecken. Und wenn er dich fragt, warum ich nicht gekommen bin, sagst du ihm einfach, ’er muss gerade seine Familie besuchen gehen’. Wenn dein Papa das ok findet, dann wird wohl alles in Ordnung sein. Wenn ihn das wütend macht, dann wirst du merken, dass er in seinem Herzen schon beschlossen hat, mich zu töten …“

Jonathan: „Wow, David, du hast immer so weise Ideen. Woher kriegst du nur immer diese Weisheit her?“

David: „Tja … ich würde ja gerne sagen, ich bin einfach clever – aber das stimmt nicht. Ich habe auch so oft keine Ahnung, was ich machen soll. Aber dann frage ich Gott, und er zeigt mir dann wieder eine neue Möglichkeit, was ich machen kann. Ich meine, ich bin mir auch nicht sicher, ob das so funktioniert, aber ich habe den Eindruck, das könnte so von Gott sein.“

Jonathan: „Ok, das machen wir so.“

David: „Noch was … also mal angenommen, Saul ist wütend auf mich und will mich umbringen – wer gibt mir dann Bescheid, dass ich schnellsten verschwinden sollte? Wenn du es mir einfach so sagst wirst du womöglich noch mitumgebracht, weil du mir geholfen hast!“

Jonathan: „Hm … Also erst einmal, egal was die Antwort von Saul ist, ich verspreche dir, dass ich dir Bescheid gebe. Du bist doch mein Freund! Aber du hast recht, das könnte gefährlich werden. Also … ich gehe doch sowieso jeden Tag Bogenschießen üben, da fällt es nicht auf. Wir machen es so: … drei Pfeile … wenn ich rufe, ’Die Pfeile liegen näher bei mir’, dann kannst du aus deinem Versteck kommen. Wenn ich aber rufe: ’Die Pfeile liegen weiter weg’, dann musst du auch weit weg … (schluckt) Ich werde dich vermissen … Ich weiß, eigentlich bin ich der Prinz der bald König werden würde. Aber Gott hat einen anderen Plan: er hat dich erwählt, König zu werden. Darum, wenn du irgendwann König bist: sei gut zu mir und meiner Familie!“

David: „Ja, das verspreche ich dir. Jonathan, ich finde es so toll, dass du bereit bist, deinen Thron aufzugeben. Gott hat schon so viel in deinem Herzen gemacht. Ich verspreche dir feierlich: Freunde für immer!“

Jonathan: „Freunde für immer!“ (Freundschafts-Check o.ä.)

Gemeinsame Reflektion / Anwendung:

  • Wer weiß, wie die Geschichte aus geht, hatte David recht? (Flucht noch nicht erzählen)

  • Was ist das Besondere an der Freundschaft von David und Jonathan?

  • Was kannst du machen, um ein solcher Freund für jemanden zu sein? Beispiel-Situation aus der Schule konstruieren – was würdest du da machen?

  • Erlebnispädagogik: Wenn ich es alleine schaffen will, habe ich keine Chance. Ich muss die anderen um Hilfe bitten, damit wir als Gruppe gewinnen können.