Der Esel, der sich selbst zerteilte

Zwei Heuhaufen, dazwischen ein Esel, der in der Mitte zerteilt ist (Buridans Esel)

Ein Esel trottete so vor sich hin, als plötzlich sein linkes Auge links, und sein rechtes Auge rechts gleichzeitig einen super-dupa-leckeren Heuhaufen entdeckten.

Jetzt ging der Streit los. Die linke Gehirnhälfte sagte: „Komm, wir gehen zum linken Heuhaufen, das ist näher.“ Die rechte Gehirnhälfte erwider: „Wie bitte? Du willst behaupten, dein Haufen sei besser ?!“ und zog der linken Gehirnhälfte mit einer Pfanne eine über den Schädel.

Die Nase stand daneben, und würde gerne sagen: „der rechte Heuhaufen gammelt schon, nehmen wir den anderen“, aber niemand hörte ihr zu. Der Bauch schrie dazwischen: „Nehmen wir die goldene Mitte!“

Schließlich beschlossen die Beine: „Das schauen wir uns nicht länger an.“ Und so gingen sie davon:

  • das linke vordere Bein nach vorne links,
  • das rechte vordere Bein nach vorne rechts,
  • das linke hinter Bein nach hinten links
  • und das rechte hintere Bein nach hinten rechts.

Zunächst verblüfft folgten Viele, Viele diesem Beispiel, nur noch das Herz blieb übrig. Es sagte nachdenklich: „Wer kann uns zusammenfügen, wenn nicht der, der uns geschaffen hat?“

(Frei nach Buridans Esel und 1. Korinther 12,12-26)

Deine Liebe ist besser als Wein

Ich liebe Wein.
Ok, nicht jeden Wein, aber es gibt richtig guten Wein.
Den man so richtig genießen kann.
Aber noch mehr liebe ich es, geliebt zu werden.

Deine Liebe ist besser als Wein (Hohelied 1,2 und 4,10)

Warum liebt mich da jemand im Überfluss?
Ich bin nur so ein leeres Weinglas,
nicht ohne die eine oder andere Macke.
Und doch liebt er mich einfach weiter.

Gießt Leben in mein verzagtes Herz
und Hoffnung in den Ort meines Schmerz.
Und er fragt: Liebst du mich?
Herr, du weißt, dass ich dich liebe.

Und er gießt weiter, immer weiter
und wäscht den Schmutz ab
und Verkrustetes atmet neu auf.
Mein Herr, machst du mich fähig
zu lieben?

Und er antwortet:
Vielen Dank für deine Liebe.
Ich genieße sie.
Sie ist besser
als Wein.

(Hohelied 1,2: Die Braut schwärmt von der Liebe des Bräutigams
Hohelied 4,10: Der Bräutigam schwärmt von der Liebe der Braut, mit den gleichen Worten.)

(If you want to dive in deeper, I recommend: Mike Bickle: Song of Songs, Session 5 (58min))

Photo von Piotr Makowski auf Unsplash

To live is to be called into the unknown

What if … what if life, even „my life“, was not about me? Not about what I do, what I find important, my cozy this-is-what-I-am-used-to-Bubble, or my ambitious this-is-who-I-should-be-if-only-I-work-a-little-harder …

Real life is radically different. There is somebody knocking on my heart’s door (and yours as well!), waiting to enter in. Not just a nice visitor, mind you. He is offering an all-or-nothing deal. His life – or my life. His will – or my will. But the way he talks, the way he asks me questions, I somehow realize that he actually knows what is going on in my heart – and wouldn’t comdemn me, ever. He is kind, patient, and somehow sometimes it feels like he loves me more than anybody else did – even more than I love myself. Can this be true? If it is true, what has to change? Or rather, what will remain? I don’t know.

Some say, Christianity is about getting answers, the right answers. My hunch is, if my main focus is to get the right answers, I will miss the most important bits of life. I mean, I am a researcher by heart and want to understand everything I can. And now that I am following Jesus, I would love to understand what he will do with my life and how to get there. Instead, I only hold a handful of puzzle pieces that don’t even go together. Oh, they are beautiful! But … what is the bigger picture???

Somehow, love is more about trusting somebody than understanding something. And how do you learn to trust? Well, when Love asks you out (and it will!), just say Yes. Every day.

Sounds scary, like giving up control? Exactly.

– So in the end you made the decision you’re talking about?
– I did. Those fishermen took a similar step into the unknown 2000 years ago. They got called. They went. Fishing for men, becoming a shadow doctor – we hear the words, or we read them like I did, but we’re not usually allowed to have a significant grasp of what we’re signing up for. We get called, and if that call comes from someone we want to be with – well, there’s just one question. Will we be wise – or foolish – enough to go? It begins with relationship. Always did. Always will. Who can tell where it will end? The good news is the same as the bad news. Once you’ve said yes, that’s no longer your business.

(Adrian Plass, The Shadow Doctor Vol. 2, p. 110f)

(I love that novel. Thank you so much, Adrian Plass, for spelling out how messy yet rewarding it is to follow Jesus. This book should be required reading for any counselor or Christian that really wants to impact other people’s life. I want to become a shadow doctor as well!)

(Photo by Martin Jernberg on Unsplash)

Meine Grenzen kreativ gestalten

Erst einmal: Wenn du dir dieses Bild ansiehst, welche Gefühle löst es in dir aus?

Also in mir löst dieses Bild Unruhe aus, Überforderung, „irgendwie ist das alles ziemlich viel“. Dabei sind das alles schöne Werkzeuge! Wenn ich mir vorstelle, ich brauche gerade ein bestimmtes Werkzeug, und müsste es in diesem Chaos finden … brrrr. Da wünschte ich mir lieber so etwas:

Schön sortiert, und alles schon für die Benutzung vorbereitet. Leider sieht es in meinem Herzen recht oft so chaotisch wie in dem oberen Bild aus, und das Bild darunter bleibt meine Wunschvorstellung. Darum frage ich mich: Wie kann ich mein Leben entspannter leben? Wie kann ich im Alltag verhindern, dass mir alles zu viel wird?

Bei den Werkzeugen würde man anfangen, 1. sich ein System auszudenken, und 2. sich ein Möbelstück zu kaufen oder bauen, um dieses System umzusetzen. Bei den Prozessen in unseren Herzen wäre das Äquivalent: 1. sich selbst kennenlernen (Was ist denn eigentlich gerade in meinem Herzen? Was brauche ich?) und 2. sein Verhalten entsprechend anpassen (Wie kann ich dieses Bedürfniss berücksichtigen?). In der Theorie ganz einfach. Aber wie geht das praktisch?

Dazu (m)ein Beispiel. Über die Zeit habe ich festgestellt: Ich bin sehr geräuschsensibel. Musik kann ich intensiv genießen, aber Lärm „macht mich fertig“. Hier komme ich immer wieder an meine Grenze, oder spüre die Erschöpfung hinterher, wenn ich meine Grenze ignoriert habe. Aber deswegen jede Lautstärke vermeiden? Das bringt es auch nicht. Beide Einstellungen sind nicht hilfreich: die Herausforderung zu ignorieren („Ich muss das schaffen. Die anderen können das doch auch. Es ist mir egal was mein Körper dazu sagt.“) und jede Herausforderung pauschal abzulehnen („Ich bin hochsensibel, das kann ich nicht … ich probiere es gar nicht erst“). Es hilft viel mehr, 1. seine eigenen Grenzen anzuerkennen, und 2. kreative Lösungsstrategien dafür zu finden.

Zum Beispiel: Einmal wurde ich gefragt, ob ich zum Konzert von Band X mitkommen möchte. Im Nachhinein wurde das eine sehr schöne Erfahrung, quasi ein Muster-Beispiel. Was habe ich gemacht?

  • Erst einmal habe ich mir ein paar Lieder auf YouTube von dieser Band angehört, um zu schauen, wie ich die Musikrichtung finde (manche Musik fällt für mich unter die Kategorie „Lärm“, egal wie laut oder leise.)
  • Ich hätte mir Ohrstöpsel mitnehmen können, dabei habe ich nur bereits die Erfahrung gemacht, dass mir das nicht viel hilft: Ohrstöpsel können die Bässe (die ich besonders unangenehm finde) nicht wirklich dämpfen, weil man sie mit dem ganzen Körper spürt.
  • Darum habe ich mir eine Notfallstrategie zurecht gelegt: Wenn es mir zu laut wird, gehe ich einfach raus. (Es war ein Stehkonzert, von daher ging das problemlos). Dass ich mich nicht „zwang“, im Raum zu bleiben, hat mich schon so entspannt dass ich es deutlich länger aushalten konnte als ich es für mich eingeschätzt hätte … Und irgendwann bin ich dann tatsächlich raus gegangen, habe meine Ohren 5-10 Minuten entspannt, und bin dann wieder reingegangen.
  • Außerdem habe ich meine Freunde vorgewarnt, damit sie sich keine Sorgen machen müssen was los ist, ungefähr so: „Es könnte passieren dass es mir zu laut wird, dann gehe ich eine Weile raus.“
  • Dadurch, dass ich während dem Konzert mich immer wieder mal fragte, „Benjamin, wie geht es dir gerade?“, konnte ich schon rausgehen, bevor es überwältigend wurde für mich.
  • Ich hätte die Herausforderung, auf das Konzert zu gehen, auch ganz ablehnen können. Manchmal ist das sinnvoll (z.B. wenn du eh gerade noch in einigen anderen Bereichen herausgefordert bist). Aber grundsätzlich ist es gut, immer wieder mal etwas auszuprobieren – nur so kannst du dich und deine Grenzen besser kennenlernen. (Mehr dazu in Sich abgrenzen – ja, aber wie viel?)

Diese Art von Lösungsfindung funktioniert natürlich nur, wenn ich meine Grenzen kenne, wenn ich weiß, was für mich anstrengend ist. Das ist ein Prozess, sich selbst kennen zu lernen. (Dazu fand ich z.B. das Notizbuch Meine Happy-Listen ganz schön gemacht.)

Aber auch wenn man sich gut kennt läuft es nicht immer so glatt. Manchmal komme auch ich in Situationen, die mich ziemlich herausfordern oder auch überfordern – die man nicht so schön vorher planen konnte und im Stegreif fiel mir keine Strategie ein; oder ich war schon überreizt und merkte es viel zu spät; oder meine Bewältigungsstrategie funktionierte nicht. Das ist nervig, aber kein Weltuntergang … ich schalte dann einfach wieder in Entspannungsmodus (weißt du, was dir hilft, dich zu entspannen?), lasse meinen Ärger los, und werte ggf. hinterher aus, welche Handlungsmöglichkeiten ich gehabt hätte.

Dieses Gefühl „Mir wird das alles zu viel“ (wird übrigens auch „Stress“ genannt*) entsteht nämlich vor allem dann, wenn ich den Eindruck habe, „egal was ich mache, ich schaffe das nicht“. Darum ermutige ich mich immer wieder, und ich möchte auch dich ermutigen: Gib nicht auf. Probier weiter. Wenn du keine Ideen mehr hast, was du ausprobieren könntest, frag zum Beispiel Sabine Dinkel: Hochsensibel durch den Tag. Oder manchmal ist es auch sinnvoll, einen Freund, Seelsorger oder Psychotheraupeut um Rat zu fragen.

Vor allem: Gib nicht auf. Du bist nicht dafür geschaffen, ständig im Stress zu leben. Gott hat etwas Besseres für dich. Er findet dich wertvoll, mit all den special features die du hast. Selbst wenn du von dir selbst genervt bist, ist er weiter für dich da – wie ein Papa, der immer stolz auf dich sein wird. Und: Er hat Geduld. Du darfst Fehler machen. Du darfst dein Leben gestalten.

* Noch ein bisschen Theorie über Stress, falls es dich interessiert. Stress entsteht in drei (unterbewussten) Schritten:

  1. Die Reize der Umwelt werden gefiltert – nach dem Kriterium: ist es für mich relevant?
  2. Die Reize, die noch übrig sind, werden bewertet – sind sie gefährlich, bedroht mich das?
  3. Dann werden diese gefährlichen Reize mit den eigenen Ressourcen abgeglichen – ist das zu viel für mich?

Erst wenn alle drei Fragen mit Ja beantwortet wurden, ist es für uns dieses unangenehme Stress-Gefühl. Das bedeutet: Stress ist ein aktiver Prozess, der in unserem Inneren abläuft. Nicht „ich werde gestresst“, sondern eigentlich „ich stresse mich“. Weil die Reize erst durch meine Interpretation stressig werden – so beschreibt es zumindest Lazarus. In der Praxis würde ich da einige Einschränkungen machen:

  1. Du bist nicht pauschal daran schuld, dass du gestresst bist. Auch nicht die Anderen. Es geht hier nur darum, zu zeigen, dass es unterschiedliche Wege aus dem Stress heraus gibt: Change it – verändere die Situation (z.B. durch Kommunikation), Love it – verändere deine Haltung zu der Situation (oder die Ressourcen, die du für diese Situation hast), or leave it  – verlasse die Situation (auch das ist manchmal nötig).
  2. Jemand, der gerade in einer Depression/Schizophrenie/etc. ist, helfen Tipps wie in diesem Beitrag wahrscheinlich nicht, oder jedenfalls nicht alleine. I.d.R. muss auch mit Medikamenten die Filter der Wahrnehmung und die Bewertung wieder „normalisiert“ werden.
  3. Und ich würde auch nicht die Konsequenz ziehen, dass ich in jede beliebige Stresssituation hineingehen kann und mich einfach nicht mehr „stressen lasse“ – wenn ich am Rand einer Klippe stehe und ich unten meinen Freund rufen höre, die Situation „gefährlich“ bewerte und meine nicht allzu ausgeprägten Kletterkünste als „nicht ausreichende Ressource“ bewerte, kann ja auch lebensrettend wirken. Es gibt guten Stress!

Und wenn du noch mehr über Stress und Stressbewältigung lernen möchtest, empfehle ich diesen kostenlosen Online-Kurs – das paarlife Online-Training (da geht es insb. um die Bewältigung als Paar, aber die ersten Lektionen sind allgemein über Stress).

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Hochsensibilität kurz vorgestellt (Interview)

Vor einiger Zeit wurde ich vom Veranstalter „Christliche Gästehäuser Monbachtal“ für ihr Magazin befragt. Der Leiter Armin Jans stellte mir dabei folgende Fragen:

  • Du machst nun schon zusammen mit Esther Münch
    das dritte Jahr im Monbachtal eine Informations-
    und Einkehrwoche für hochsensible Menschen.
    Wie bist Du in Berührung gekommen mit dem
    Thema „Hochsensibilität“?
  • Warum war das Thema in unserer Gesellschaft so
    lange „unter der Decke“?
  • Welche besonderen Chancen haben Menschen,
    die hochsensibel sind?
  • Worauf sollten Menschen achten, die täglich mit
    Hochsensiblen zu tun haben?

Neugierig? Hier ist das PDF:

2020 musste das Seminar leider aufgrund der Corona-Bestimmungen ausfallen – wir hoffen, dass es 2021 möglich sein wird:

7.-10. Juni 2021 – Sensibilität als Stärke erleben: Informations- und Einkehrtage im Monbachtal (Nähe Stuttgart) mit Esther Münch

Geschlachtet, für uns

toter vogelVor tausenden von Jahren macht Gott einem Menschen ein Versprechen. Ein riesiges Versprechen. Er sagte: „Siehst du die Sterne am Himmel? Zähl sie mal. So viele Kinder deiner Kinder und Kinder deren Kinder … werde ich dir schenken. Und ein Land, in dem sie alle wohnen.“ Es gab nur ein kleines Problem: dieser Mensch war schon über 80 Jahre alt, und seine Frau nicht viel jünger. Wie soll das gehen? Konnte er Gott vertrauen? Er war sich nicht sicher. Also fragte er nach: „Gott, wie kann ich wissen, dass das wirklich das ist, was du vorhast?“

Erstaunlicherweise war Gott nicht beleidigt über diese Frage. Er antworte: „Bereite alles vor. Ich will einen Bund mit dir schließen.“ Abraham wusste, was er meinte. Und so brachte er die Tiere, schlachtete sie, und legte sie auf dem Boden, so wie man einen solchen Bund in seiner Zeit eben schloss: die Hälfte der Kuh links, die andere Hälfte rechts. Die Hälfte der Ziege links, die andere Hälfte rechts. Die Hälfte des Schafbocks links, die andere rechts. Die Vögel aber zerteilte er nicht, das macht man nicht. Als er fertig war mit den Vorbereitungen schauerte es ihm: als Nächstes kam der Schwur. Die beiden, die den Bund schließen, gehen durch die Tierhälften hindurch – erst der Stärkere, dann der Schwächere – und versprechen damit jeder dem Anderen: „Wenn ich mein Bundes-Versprechen nicht einhalte, dann gehe es mir so wie diesen Tieren.“

Plötzlich fiel Abraham ein: „Moment! Gott hat ja gar keinen Körper, wie soll er denn da durch gehen, geht das überhaupt?“ Keine Ahnung. Gott ist jedenfalls zuerst dran, der stärkere Bündnispartner zuerst. Abraham wartete einfach, was als Nächstes passierte. Und als Nächstes passierte … nichts. Stundenlang.

Der Abend kam. Die Raubvögel hatten die Tierleichen schon entdeckt, und so rannte Abraham hin und her, um sie zu verscheuchen. Schließlich, als die Sonne untergegangen war, schlief er erschöpft ein. Einfach so, auf dem Boden. Angst überfiel ihn. Was hatte er falsch gemacht? Hatte er Gott falsch verstanden? Er träumte unruhig, und plötzlich sprach Gott zu ihm … und er sah die geschlachteten Tiere wieder. Und da, ein Feuer ging durch die Hälften hindurch, nein zwei Feuer: ein großes wie ein Ofen, und ein kleineres wie eine Fackel. Er spürte: das muss Gott sein. Also wollte er aufstehen und selbst ebenfalls durch die Hälften hindurchgehen, aber – es ging nicht. Er konnte sich nicht bewegen. Wahrscheinlich träumte er noch.

Und da fiel ihm auf: Gott ist ja zweimal hindurch gegangen! Einmal sagte er: „Ich werde mein Versprechen einhalten. Ganz sicher.“ Und das zweite Mal sagte er: „Ich gehe für dich da durch. Selbst wenn du dein Versprechen nicht einhälst, werde ich für dich sterben.“

Echte Liebe schrickt vor nichts zurück. Selbst vor dem Tod.

(Nach 1. Mose 15)

Photo by Chris Slupski on Unsplash

Gott wirbt um dein Vertrauen

Was ist Vertrauen?
(In der Theorie ganz einfach: Eine Person mach der anderen Person ein Versprechen – und die andere Person entscheidet sich zu vertrauen, dass die erste Person ihr Versprechen wahr machen wird.)

Und vor allem: Wie lernt man vertrauen?
(Tipp: Indem man es tut.)

Text: Ausschnitte aus Hebräer 10-12

Vertrauen: Ein Versprechen wird gegeben, die andere Person kann sich entscheiden zu vertrauen

Auf YouTube (40min):

Predigt am 16. August - Benjamin Pick - Vertrauen

Dazu passt dieses Lied prima:

Promises (feat. Joe L Barnes & Naomi Raine) - Maverick City | TRIBL

God Math

More? God math is different than human math.

Human math is with finite numbers: If I have 10 Haribo bears, and I give away 6, then only 4 are left for me. God math is infinite: If God has infinite sweets, and he gives you 600 Haribo bears, he still has infinite Haribo left!

That’s why there is always more. And not only more for ourselves.

Our live is a vessel. We receive so much grace from above, but we can only handle a certain amount. All the rest gets „spilled“ to the ground. (And I mean „spilled“ in quotes, because: God doesn’t care. He’s generous anyway.) But then, how can we increase our „grace capacity“?

Now another wondrous God math operator kicks in. Actually, only by giving away what you have. If you hold on to the many gifts God gives you, and you are very careful to not „spill“ it anywhere – well, it will die inside of you. Maybe it will even get moldy. Instead: Receive the goodness – then pass it on. Receive, pass it on. Receive, pass it on. And then you realize: huh, somehow this fun! (Because you are made for it.) So you share generously, because he is generous to you. And without you even realizing at first, your vessel capacity is expanding. Your gifts are sharpening, and your heart is more and more capable to love.

Come, Holy Spirit, come. Transform our lives. Make our hearts responsive to your self-giving love. Not only for our sake – we need it – but also for the world around us.

More!

Photo by Zac Harris

Erde an Gott: Wozu soll ich warten?

Warten. Immer noch warten. Ein Schritt nach vorne, und wieder: warten. Im Alltag ertragen wir solche Warte-Situationen als wohl notwendiges Übel: wenn ich etwas kaufen will, muss ich mich anstellen. Wenn ich mit dem Chef sprechen will, muss ich ein Termin ausmachen. Aber auf Gott warten … (stöhn) … wozu? Gibt es nicht irgendeine Möglichkeit, jetzt sofort … du kannst doch was machen? Und so sind wir mindestens irritiert, manchmal richtig wütend, dass Gott uns Situationen zumutet, in denen wir warten müssen.

Wozu musste Israel, nachdem Gott sie aus Ägypten gerettet hat, so viele Jahre in der Wüste verbringen, bevor sie ins verheißene Land einziehen durften? Gott antwortet diese Anfrage so:

Als der Pharao das Volk endlich ziehen ließ, führte Gott sie nicht am Mittelmeer entlang und durch das Land der Philister, obwohl das der kürzeste Weg gewesen wäre. Gott dachte: »Wenn das Volk dort auf Widerstand stößt und kämpfen muss, ändert es seine Meinung und kehrt wieder nach Ägypten zurück.« (2. Mose 13,17)

Die äußere Situation hatte sich geändert: Israel war nicht mehr versklavt. Aber das Herz der Israeliten war noch nicht so, dass sie das Land verwalten könnten. Sie erhielten eine Verheißung, aber bis diese wahr wurde, mussten sie – warten.

Und so geht es auch uns immer wieder: Wir bekommen ein Versprechen, eine Berufung, einen verheißungsvollen Anfang. Wie ein Same, der in den Boden gepflanzt wird. Aber dann scheint erst einmal eine lange Zeit nichts zu passieren. Wächst der Same, oder ist er tot? Wir können das Wachstum in unserem Herzen nicht messen, nicht quantifizieren. Erst viel später wird man die Früchte sehen.

Warten ist notwendig, weil Wachstum Zeit braucht.

Warten fordert unser Vertrauen, dass sich das Warten am Ende lohnen wird.

Warten offenbart unsere tiefen Herzensmotive, das, was uns wichtig ist.

Und im Warten verändert Gott uns. (Römer 5,3-5)

Jedes Mal, wenn wir uns entscheiden, ihm zu vertrauen, passiert etwas. (Jesaja 55,10-11)

Mit dem Mut, mit dem er uns ermutigt, werden wir auch anderen neuen Mut machen können. (2. Korinther 1,4)

Unsere Aufgabe während dem Warten ist einfach nur: nahe an Ihm zu bleiben. (Johannes 15,5)

Wenn also Gott entscheidet, dass ich warten muss, dann möchte ich die Güte in dieser Entscheidung entdecken. Das Warten vertieft meine Beziehung mit meinem guten Hirten: er weiß, wonach ich mich sehne, und er wird mich mit allem versorgen, was ich brauche. Er kennt alle Details. Er hat den Überblick. Und er meint es wirklich, wirklich gut mit mir.

Vielleicht werde ich im Nachhinein erahnen, wozu das Warten war. Vielleicht auch nicht. Aber es wird sich gelohnt haben.

(Dass es wichtig für einen reifen Menschen, warten zu können, sagt übrigens auch die Psychologie, siehe Frustrationstoleranz und delayed gratification/Belohnungsaufschub)

Photo von Caleb Lucas auf Unsplash