Lieber Vater im Himmel,
wir reden gerade viel darüber dass du kommst. Dass deine Liebe auf die Erde kommt: unscheinbar, anfassbar, real, menschlich.
Du hat Jesus gesandt, um deine Liebe in der Welt konkret erlebbar zu machen. Und nun bin ich auch ein Vater. Und ich habe das Gefühl, bei meinem Sohn ist es ähnlich: du hast mich gesandt, damit deine Liebe für ihn erlebbar wird – anfassbar, konkret, alltäglich.
Du hast es dir so ausgedacht: Am Anfang ist ein Baby einfach von seiner Mutter abhängig. Ohne die Fürsorge und Liebe der Mutter würde es sterben, selbst wenn es genug zu essen bekommt. Weil es bei dir eben auch so ist: ohne deine Liebe jeden Tag würden wir nicht leben.
Eine Mutter fällt es recht leicht, alles dafür aufzugeben, damit es ihren Kindern gut geht. Oft denkt sie noch nicht einmal darüber nach – sie spürt das Bedürfnis des Babys und reagiert darauf. Und damit bestätigt sie die Bindung zwischen ihr und ihrem Kind. Vater, geht es dir auch so mit mir? Wie geht es dir, wenn ich leide? Was fühlst du, wenn es mir nicht gut geht, aber ich mir auch nicht helfen lassen möchte? Dein Bund mit uns ist noch viel bedingungsloser.
Okay. Du hast mich also gesandt, deine Vaterliebe für meinen Sohn sichtbar zu machen. Ähm … bist du dir sicher dass du dir dafür die richtige Person ausgesucht hast? So richtig gut kann ich das nämlich nicht. Klar, ich gebe mir Mühe …
- … geduldig mit ihm zu sein, selbst wenn ich nicht viel geschlafen habe;
- … ihm mit Freude und Zuversicht zu begegnen, obwohl ich mich selbst gerade etwas genervt fühle und nicht weiß warum;
- … Dinge zehnmal zu wiederholen, weil sie wichtig sind;
- … und nicht nur auf sein Verhalten zu reagieren, sondern ganz bewusst ihm den Weg in das Leben vorzubereiten.
Aber du kannst das mit dem Lieben doch viel besser als ich! Warum gibst du mir diese riesige Verantwortung? Er wird denken, dass deine Liebe zu ihm genauso funktioniert wie meine Liebe zu ihm. Sein Vaterbild wird sein Gottesbild. Das kann doch nur Missverständnisse hervorbringen! Du bist ein guter Vater und ich bin … nun ja, ein Vater mit Schwächen und Fehlern.
Du siehst mich als guten Vater. Du hast es mir zugesprochen, noch bevor ich verheiratet war – ehrlich gesagt hat mich das etwas verstört. So ähnlich muss sich Gideon gefühlt haben, als du ihn „mutigen Held“ nanntest. Siehst du mich mit dem Blick der Liebe? Siehst du das Gute in mir, ermutigst mich und siehst über meine Fehler großzügig hinweg? Ach so. Du bist richtig geduldig mit mir. Wie machst du das bloß?!
Also gut. Ich will deine Liebe an meinen Sohn weitergeben, jeden Tag. Ich will ihm in die Augen sehen und mich zum Spielen vor ihn setzen. Ich will ihn immer wieder Grenzen zeigen, sinnvolle Konsequenzen finden und Dinge reparieren, die er selbst noch nicht reparieren kann. Und … ich will jeden Tag bei dir Liebe abholen, für mich und für ihn. Einmal volltanken, bitte!
Und dann, nach und nach, wird er auch dich immer mehr kennenlernen. Ich will ihm von dir erzählen, wer du bist und wie gut du zu uns bist. Und … kannst du mir bitte immer wieder eine Bestätigung geben, dass ich auf dem richtigen Weg bin? Oder mir zeigen, wo ich abbiegen soll?
Immanuel – Du bist mit uns, Schritt für Schritt. Und wir sind die einzigen Briefe über dich, die unsere Babies lesen können. Hilf uns, unsere Worte weise zu wählen.
Image generated with Sora, Prompt: Close-up shot of an old wooden desk – rich texture and visible grain. On the desk lies aged parchment with softly curled edges, handwritten text arranged like a classic love letter – elegant, flowing ink script. A feather quill rests beside a small inkwell, ink slightly glossy. A deep red wax seal with a heart symbol is stamped on the parchment. Dark but warm lighting – candlelight glow, soft shadows, cozy and intimate atmosphere, cinematic, high detail, shallow depth of field, timeless and romantic mood. The letter reads:“My dear child, You are my one and only Son. I am there for you. I know, life is not easy sometimes. You are hurt and frustrated, and sometimes I feel helpless because I know I can’t help you. I can only hold you tight and let you know: I am there for you. I won’t forsake you!“



