Sometimes I miss simplicity. I mean, I don’t really know whether I want it back or not, naivety is certainly not my goal. But … it’s just that the world god incredibly complex. I gave up understanding it. Maybe that’s what I want back: the curiosity of wanting to know more, understanding everything around me, and penetrating every mystery that I encounter. Inspite of my idealism, I settled a bit. „I don’t have to understand everything, just get along with it“, could it be that it got my motto? Nobody said that everything will be perfect, but we should try, shouldn’t we? Weiterlesen
Ein Tag ohne Strom
Auf Plinky wurde gefragt: Heute bist du dran, du darfst die Regeln festlegen. Und ich dachte an manche Länder, die regelmäßig Katastrophenübungen machen, und ich dachte, warum nicht? Und ich legte fest:
Einen Tag lang keinen Strom, für alle. Na gut, Krankenhäuser und so bekommen eine Ausnahmegenehmigung.
Und ich wäre so freundlich und würde den Stromausfall so einen Monat vorher ankündigen, so dass sich alle darauf vorbereiten können. (Einen Generator kaufen zählt nicht!) Stell dir nur vor: kein Internet, keine Banken, keine Flüge, keine Kaufhäuser … keine Ampeln, keine Kameras, kein Nintendo, kein Todesrisiko wenn man auf Strommasten klettern … und Milliarden CO2 gespart! Das wäre ein kleines Experiment, vielleicht entdecken wir so Ecken und Winkel, an denen wir lächerlicherweise von Strom abhängig sind. Und wer weiß, vielleicht könnte unser gesamter Stromverbrauch dann ausnahmsweise mal sinken?
Und dann möchte ich nicht nur, dass die elektrischen Schiebetüren zu bleiben, sondern auch, dass die Haustüren aufgehen. Ich meine, was soll man zu Hause machen, nicht einmal der Ferseher geht noch! Spieleabend organisieren sich spontan; die glücklichen Gasherdbesitzer laden die Nachbarn ein, bei ihnen zu kochen; der Stapel der irgendwann-zu-lesenden Bücher wird kleiner; die ausstehende Steuererklärung wird erstellt, zur Not zieht man den Nachbarn zu Rate (anrufen kann man ja keinen); und Kinder und Hunde sind glücklich, weil sie ungeteilte Aufmerksamkeit bekommen.
P.S. Dass ich als Techniker Technik skeptisch gegenüber stehe, habe ich ja schon geschrieben.
New rule: No electrical power for anybody. For one day.
In some countries, there are emergency exercises regularly. What if ? How would society, and each individual in it, react? So here we go:
No electrical power for anybody. For one day. Well, hospitals and the like may get an exception.
And I would be kind, I would announce the power shortage a month beforehand, so that everybody can get prepared. Getting a generator is cheating! But just imagine: no internet, no banks, no flights, no shopping malls … no traffic lights, no cameras, no Playstation, no risk of dying when climbing the high-voltage poles … and billions of tons of CO2 saved! I would see it as an experiment, to detect spots where we ridiculously rely on electricity. Who knows? It could break the trend of using more and more energy every year.
And then I don’t only want the electric sliding doors to stay closed, but I also want the front doors to open. I mean, what can you do at home, not even TV is working! Game evenings are organizing themselves spontaneously, the happy owner of gas cookers invite others to cook at their place; the pile of yet-to-read-book diminishes; the yet-to-do tax return gets done, asking the neighbour for help if necessary (telephone lines are dead, too); and dogs and children are happy to get undivided attention.
Schönheit
Schöne Worte: Beauty and Affliction
Aber was ist denn jetzt Schönheit? Kann ich Schönheit erzeugen, indem ich über sie nachsinne? Das klingt genauso blöd wie Liebe „erzeugen“ zu wollen. Ist Schönheit heilig, unantastbar? Und doch kann ich die Blume am Wegrand zertrampeln. Was bedeutet Schönheit, für die, die sich bewusst sind, dass jederzeit jemand mit Maschinengewehr um die Ecke stürmen könnte?
Schönheit will entdeckt werden. Sie sucht sich ihren Weg in unsere Herzen, manchmal steigt sie auch durch Fenster ein, wenn wir ihr die Tür nicht öffnen. Aber sobald wir ihr sagen: Verschwinde! löst sie sich ins Nichts auf. Wie Planeten, die um eine Sonne kreisen, kreisen unsere Leben um Schönheiten, die wir vermuten. (Und gerade weil das so viele unterschiedliche Gravitationspunkte sind, wird die Bewegung so komplex – das sagen auch die Physiker (Dreikörperproblem)). Irgendwie kann Schönheit auch hin-manipuliert werden – das gefällt meinem Idealisten-Sein gar nicht. Sie ist sehr stark und doch zerbrechlich. Universell bekannt und für jeden individuell anders. Und vielleicht eine Wiederspiegelung der Ewigkeit, die in unser Herz gelegt wurde (Prediger 3:11).
John & Stasi Elredge: Gott erzählt eine Liebesgeschichte, und das Bühnenbild dazu ist Krieg
„Sie haben ein Päckchen.“ Mit Vorfreude holte ich es ab, doch als ich das Buch „Love & War“ hervorholte, las ich: „Finding the marriage you’ve dreamed of“ und „What the Elredge bestellers Wild at heart did for men and Captivating did for women, Love & War will do for married couples everywhere.“ Das entäuschte mich ein wenig, da ich weder verheiratet noch suchend bin; mich hatte der Titel eher an das monumentöse „Krieg und Frieden“ von Tolstoi erinnert. Aber gut, dachte ich mir, wenn das Buch schon den weiten Weg von Amerika zu mir gemacht hat, will ich es wenigstens kennenlernen, und ich ließ es herein. Und auf eine Tasse Tee erzählte es mir von seiner Lebenserfahrung.
Wow. Man könnte das Buch auch „Ehe mit Vision“ nennen: Leben mit dem Kopf im Himmel und den Füßen auf der Erde. Weiterlesen
Türschwellengespräche
Wertschätzung ist immer etwas paradox. Wie soll jemand, der sich gewissermaßen unsicher, vielleicht sogar ungeliebt fühlt, andere mit perfektem Respekt würdigen? Darum ist Ehre oft zu etwas Selbstsüchtigem verkommen. Aber es gibt sie doch, die perfekte Liebe: Sie wird gepflanzt von dem, der Liebe heißt.
Und was hat das jetzt mit den Türschwellen zu tun? Mich fasziniert, dass gute Gespräche oft „zwischen Tür und Angel“ entstehen; mittem im Leben, ohne genau festzumachenden Grund und trotz suboptimale Umständen. Und gerade dieses „trotzdem“ ehrt mich: es sagt mir, „du bist es mir wert.“ Und so wird man oft unerwartet mit Zeit und Aufmerksamkeit beschenkt, und die Gespräche bleiben länger in Erinnerung als die ausgestandenen Schmerzen (der Dialog war zu spannend, um ihn duch ein „Können wir uns setzen?“ zu unterbrechen.)
Und dann, wenn schließlich doch die Tür ins Schloß fällt, der Zug kommt oder der Regen aufhört, bleibt ein Gefühl von Wärme, der an Himmel erinnert. Yeah!
Der perfekte Computer
100100111001111101011001 … THIS SOFTWARE IS PROVIDED AS IS …
Der Traum eines jeden Informatik-Studentens:
-2: Dieser Text fängt bei Absatz -1 an. Nach dem Lesen eines Absatzes geht es bei Absatz + 1 weiter;
-1: Man nehme einen Computer, viel Strom und Intellegenz;
6: Der Informatiker wird sich auf den Weg machen, sich in die unberührte, technik-freie Natur zurückzuziehen;
0: Doch bevor das Basteln beginnen kann, create man ein Model, von dem, was sein wird: Programme, die sich an ihren Benutzer anpassen; Programme, die sich selbst verbessern; Programme, die wie natürlich die Wünsche des Benutzers verstehen;
1: Diese Ideen werden nun mühevoll zerteilt, so klein, bis nicht mehr ihre Form, wohl aber ihr Geschmack erkennbar bleibt;
2: Nun gebe man ein Teilchen in das leicht köchelnde Potpourri vorhandener Technologien, bis er gar ist;
3: Wenn Ähnlichkeiten zwischen diesem Product und dem ursprünglichen Model bestehen, kommt es auf die Plattform, ansonsten in den Papierkorb;
4: Man wiederhole die Prozedur der Absätze 2-3 so lange, bis die Teilchen weg oder der Teller voll oder der Strom zu Ende ist;
5: Die gekochten Produkte werden zusammengeknetet und dann wieder ab Absatz 1 verfahren, so lange bist der Programmierer tot, das Weltende unmittelbar oder der Computer so selbstbewusst geworden ist, um sich selbst um alles zu kümmern;
7: Dieser Text endet hier. (Der Schlusssatz befindet sich in Absatz 6, natürlich.)
Die Geldzählmaschine
307,87 minus 3,72 plus 108,18 minus 1,18 plus 1.019,99 minus 9,79 plus 19.733,37 minus 1.018,77 plus 77.000 minus 20.000 plus …
Der Traum eines jeden BWL-Studentens: Man nehme eine Geschäftsidee, eine gute, die noch nie jemand hatte (hoffentlich), schnipsele sie klein und würze sie mit ein wenig Pfiff. Das ganze in ein paar Excel-Tabellen anbraten und durch stetige, professionelle Umsetzung erhitzen; schließlich alles durch die Geldzählmaschine pressen und das so gewonnene Produkt am Markt verkaufen.
Am liebsten wäre jedoch dem Studenten, er würde noch einen Manager finden, der das alles zubereitet; er könnte sich dann voll auf die Vermarktung konzentrieren. Guten Appetit!
(Wenn ich sage, dass ich es liebe, zu kochen, meine ich: Ich liebe den Prozess des Kochens, die bereiteten Naturalien, und die zufriedenen Mäuler.)
Der Stillstand
Alle Achtung, eine Durchsage für Jedermann: Am folgenden Tage, den 17. April 1973, wird die Zeit für immer stillstehen: die Wissenschaft wird nicht weiterkommen, die Bäume aufhören zu wachsen; die Sonne wird an ihrem Platz fixiert sein und der Fernseher ein Standbild zeigen;
Die Löwen werden nicht mehr schnell rennen und die Politiker nicht mehr laut reden können; Freunde werden Freunde bleiben und Feinde Feinde; Sprache und Kultur werden beschreibbar, weil sie sich nicht mehr ständig ändern; der Wind wird schweigen und Autos werden streiken.
Am 17. April wird die Hoffnung sterben, der Unterschied zwischen Idealist und Realist ein vernachlässigbarer, und Treue wertlos, weil natürlich werden. Werbung und Marketing verschwinden, weil sie keine Gewinnsteigerung mehr herausschlagen können; das Rohstoffproblem wird gelöst und die Frage, ob es Leben im All gibt, ungelöst bleiben. An diesem Tage werden alle im Jetzt leben, ihre Zukunfts- und Vergangenheitsängste werden vergessen sein.
Achtung, Achtung, eine Durchsage an Alle: die vorherige Durchsage wird nie eintreffen. Oder?
Wir sitzen auf dem Sekundenzeiger, der die Vergangenheit von der Zukunft trennt, und der Zeiger bewegt sich so schnell, daß wir seine Bewegung kaum erkennen – so wie wir die Bewegung der Erde nicht spüren, obwohl sie stattfindet …
(Heinrich Böll, „Der Zeitgenosse und die Wirklichkeit“, 1953, in: Heinrich Böll – Erzählungen, Hörspiele, Aufsätze, hrsg. von Kiepenheuer & Witsch, 1961)
War schön. Aber so schnell brauch ich das trotzdem nicht wieder.
(Bundeskanzlerin Angela Merkel nach ihrer beschwerlichen Heimreise aufgrund des vulkanischen Aktivismus von Eyjafjallajökull)
Dieu est comme … un bureau de surendettement
Gott ist wie … eine Schuldenberatungsstelle
Du temps où j’habitais encore à Stuttgart j’étais sans arrêt fasciné par un certain coin de rue : car au rez-de-chaussée de ce bâtiment il y avait une vitrine, et sur cette vitrine on pouvait voir, imprimé en grosses lettres blanches: bureau de surendettement. Non pas que moi, j’en aie besoin, pas du tout – je veux dire, bon, j’ai deux cartes de crédit, mon compte est parfois à découvert, bon, mais bon, c’est normal, ça arrive à tout le monde, non? Mais quand même, cette vitrine m’attirait d’une certaine façon; peut-être, parce que ce magasin m’inspirait confiance, peut-être aussi grâce à ses meubles qui créaient une atmosphère chaleureuse ?…
Un jour, je vis quelqu’un s’arrêter devant cette vitrine. Il hésita, et finit par entrer. Je me dis: « Tiens donc, alors lui il est endetté ?! Bien qu’il porte un costume ? » Weiterlesen