Die zwei Bücher des Wissens

To conclude, therefore, let no man (upon a weak conceit of sobriety or an ill-applied moderation) think or maintain that a man can search too far, or be too well studied in the book of God’s word, or in the book of God’s works, divinity or philosophy …

Zum Abschluss sei deshalb gesagt, dass niemand – sei es aus falscher Bescheidenheit oder gekünstelter Zurückhaltung –, denken oder die Meinung vertreten darf, dass man in dem Buch vom Wort Gottes oder das Buch der Werke Gottes zu viel studieren oder zu gut kennen könnte…

(Francis Bacon, The Advancement of Learning, 1605, First Book, I (3))

Zwei Bücher? Francis Bacon, einer der Gründer-Väter der modernen Wissenschaft, behauptet ernsthaft, ein Gelehrter solle nicht aufhören, die Bibel und die Natur zu studieren?

In der heutigen Gesellschaft würden jetzt sowohl die Theologen als auch die Wissenschaftler aufschreien (Francis Bacon war wohl noch beides). Die Wissenschaftler würden darauf verweisen, dass die Bibel veraltet ist, die erwähnten Wunder nur Legenden sein können und überhaupt nicht zum Zweck des rationalen Verstehens, sondern der geistlichen Erbauung geschrieben wurde. Die Theologen (zumindest die Protestanten) würden einwenden, dass die gefallene Natur mehr die Sünde des Menschen als den Charakter Gottes wiederspiegelt, und darum Gott nur durch die Bibel und persönlichen Glaubenserfahrungen kennengelernt werden kann.

Interessanterweise geht Francis Bacon im Folgenden kaum auf diese zwei Bücher ein. Für ihn ist es selbstverständlich, dass man, wenn man Gott verstehen will, sowohl seinen Willen als auch seine Taten kennen sollte. Aber auch, dass man Gott missversteht, wenn man sich nur der Schöpfung nähert, egal ob durch wissenschaftliche Experimente oder Esoterik/Mystik; das wäre so, als würde man einen Juwelier ausschließlich danach beurteilen, was er im Schaufenster liegen hat – ziemlich oberflächlich. (Ebd., First Book, VI (16))

Ein konkretes Beispiel: die Bibel sagt uns, dass die Essenz von Gottes Wesen Liebe ist; und dass es unsere Aufgabe ist, immer mehr wie er zu lieben und uns lieben zu lassen. Wo haben wir diese Liebe kennengelernt – in der Bibel oder in unserer Familie (Gottes Schöpfung)? Die Entwicklungspsychologie sagt klar: was in den ersten zwei Jahren nicht an Liebe investiert wird, fehlt der Person ein ganzes Leben. Unsere Eltern sollen das anfassbare, sichtbare Beispiel sein, damit wir Gott und andere lieben können. Und weil sie nicht perfekt sind, gibt Gott uns die Möglichkeit, sozusagen als Korrektiv, seinen Charakter auch durch die Bibel kennenzulernen. Gerade an diesem Beispiel der persönlichen Entwicklung können wir sehen, wie sehr Gottes Worte und Gottes Werke zusammenspielen: wenn Gott uns nur eines der beiden Bücher gegeben hätte, wären wir aufgeschmissen.

Und dabei sehen wir auch den Zweck von Wissen. Das Zitat von Francis Bacon geht so weiter:

… only let men beware that they apply both to charity, and not to swelling; to use, and not to ostentation …

… aber lass die Menschen darauf achten, dass dies der Liebe dient und nicht dem Stolz; der Umsetzung und nicht der Schau …

Wenn wir nur Wissen (egal ob theologisches oder naturwissenschaftliches) sammeln, führt es zu Stolz. ‚Seht nur, wie gut ich mich auskenne!‘ Wir müssen umsetzen, was wir verstehen, damit unser Wissen anfassbar wird. Was nützt es mir, ein tolles Buch über Liebe zu schreiben, wenn ich in meiner Familie unausstehlich rum-meckere, schmolle oder dominiere … ich wäre wie ein „dröhnender Gong“ (1. Korinther 13,1), viel Lärm um Nichts. Auch in meinem Leben muss man in zwei Büchern von Gott lesen können: meine Worte und meine Taten.

(© Photo by Daniel Go – CC BY-NC 2.0)

Unsere Berufung / Our calling

Manchmal verliere ich aus dem Blick, dass ich nicht nur geschaffen wurde, um diese Welt und dieses Leben zu genießen. Dieses Video fordert mich immer wieder neu heraus.

We have decided to value both pioneers and settlers: Pioneers to expand our territory, and settlers to build on those territories. But we are NOT squatters – People who take up space others have fought for without improving it.

Wir haben entschieden, sowohl die Pioniere als auch die Siedler zu ehren. Pioniere, die das Gebiet erweitern, und Siedler, die auf diesem Gebiet bauen. Aber wir sind nicht Hausbesetzer – Leute die den Platz einnehmen, für den andere gekämpft haben, ohne ihn zu verbessern.

(2:49-3:07)

 

DTS Lecture Phase - Oxford, New Zealand

Untertitel

Untertitel auf Deutsch

Untertitel auf Englisch

Transkript (auf Deutsch)

Die Überschrift:
„Entscheidungen, die uns definieren“

Wir haben entschieden: das Evangelium zu
lehren, ohne es zu zeigen, ist nicht genug

Gute Predigten, gute Lehre,
ein guter Mensch sein ist nicht genug

Wir haben entschieden: einen guten
Kirchen-Klub zu haben, ist nicht genug

Gute Gemeinschaft ist nicht genug

Einfach ein Mitglied dieses Klubs
zu sein ist nicht genug

Wir haben entschieden: gute Andachten
zu machen ist gut, aber nicht gut genug.

Es gerade so in den Himmel zu schaffen
ist nicht unser Ziel.

Und über Gott Bescheid zu wissen, ohne ihn
wirklich zu kennen und zu erleben

ist sinnlos.

Wir haben entschieden: gute Programme
zu machen ist nicht genug,

Änderungen ohne echte Veränderung
nicht zu tolerieren

Und immer-gleich-bleiben
nicht einmal in Erwägung zu ziehen.

Wir haben entschieden: Begabung
ohne Charakter ist vergeblich.

Wir haben entschieden: Lieder singen
ohne zu anbeten ist hohl

Und Treffen, zu denen Gott
nicht kommt, sind sinnlos.

Wir haben entschieden:
Glaube ohne Werke ist nicht genug

Und Werke ohne Liebe ist nicht akzeptabel.

Dass unsere Aufgabe aus
unserer Beziehung entspringt

1. mit dem Vater und
2. mit einander.

Wir haben entschieden:
Apostelgeschichte zu lesen

ohne Apostelgeschichte zu leben
ist undenkbar.

Wir haben entschieden:
zuversichtlicher Glaube ist gut,

kühner Glaube ist besser.

Wir haben entschieden: über den Heiligen
Geist zu hören, ohne ihn zu erleben

ist albern.

An seine Gegenwart zu glauben,
ohne Zeichen und Wundern zu sehen

ist Scheinheiligkeit.

An Heilung zu glauben, ohne Heilungen
zu erleben, ist absurd.

Und an Befreiung zu glauben, ohne
zu sehen, wie Menschen befreit werden

ist absolut lächerlich.

Wir haben entschieden, vom Heiligen Geist
gefüllt, geleitet und befähigt zu werden.

Was weniger als das ist –
nicht mit uns.

Wir haben entschieden, diejenigen zu sein,
die Geschichten von Gottes Macht erzählen

nicht diejenigen, die davon hören.

Wir haben entschieden: freuen wir uns an
unserer Errettung,

ohne Übernatürliches zu erleben

dann leben wir unter unseren Privilegien

und nehmen nicht alles in Anspruch,
wofür Christus gestorben ist.

Wir haben entschieden: wir sind ein
Schlachtschiff, kein Kreuzfahrtschiff

Eine Armee,
nicht nur Zuhörer

Spezial-Einheiten,
nicht Zuschauer

Missionare,
nicht Klub-Mitglieder.

Wir haben entschieden, sowohl die
Pioniere als auch die Siedler zu ehren.

Pioniere, die das Gebiet erweitern,
und Siedler, die auf diesem Gebiet bauen

Aber wir sind nicht Hausbesetzer –

Leute die den Platz einnehmen, für den
andere gekämpft haben,

ohne ihn zu verbessern.

Wir haben entschieden: wir wollen
ansteckend sein, nicht harmlos

Infektiös, nicht unter Quarantäne

Tödlich, nicht mild.

Wir haben entschieden: radikal zu lieben
und unerhört zu geben.

Wir haben entschieden: wir sind eine
Missions-Station, nicht ein Museum.

Darum:

wir ehren die Vergangenheit,

aber wir leben nicht in ihr.

Wir leben in der Gegenwart
mit unseren Augen auf die Zukunft

Wir sehen vergangene Ereignisse,
erfolgreiche und fehlgeschlagene,

als Trittbrett, nicht als Stop-Schild.

Wir wollen lernen, um verändert zu werden,

nicht lernen, um mehr zu wissen.

Wir sind Leute, die sich engagieren,
statt zu beobachten.

Wir konzentrieren uns auf das,
was sein könnte,

nicht auf das was ist oder war

Wir werden nicht von den 4 Mauern
dieses Gebäudes eingeschränkt.

Unser Einfluss kann nicht örtlich
begrenzt werden.

Selbst die Nationen sind nicht
‚unerreichbar weit weg‘.

Wir kümmern uns mehr darum,
wie viele wir in die Welt hinaus senden,

Als darum, wie viele wir überzeugen,
in dieses Gebäude hinein zu kommen.

Diese Gebäude ist dafür da, gefüllt zu
werden, und das wird geschehen,

Aber das wird nicht der Maßstab sein,
wer wir sind,

oder wie effektiv wir sind.

Wir ziehen Welt-Veränderer heran,
nicht Touristen-Führer

Wir trainieren ein Kommando,
kein Komitee.

Wir lassen uns von unserem Ziel bestimmen,
nicht von unserer Geschichte

Wir haben entschieden: es ist besser zu
scheitern, während wir uns

nach dem Unmöglichen ausstrecken,
das Gott für uns vorbereitet hat,

als uns mit weniger zufrieden zu geben.

Wir haben entschieden: nichts weniger als
„sein Reich komme, sein Wille geschehe

in unserer Welt, so wie es im Himmel ist“
wird uns zufrieden stellen.

Wir haben entschieden:
wir werden nicht zufrieden sein,

bis unsere Welt ausflippt und schreit:

„diese, die die Welt auf dem Kopf gestellt
haben, sind auch hierher gekommen“

Das sind einige der Entscheidungen,
die uns als Gemeinschaft

und unseren Lebens-Stil definieren.

Diese Entscheidungen sind keine Ziele,
sondern eher eine Reise

Eine Reise auf einem alten Weg –

wir haben nicht einen neuen Weg gefunden,

sondern den Pfad wieder-entdeckt, der
so alt ist wie Abraham, Isaak und Jakob

Der gleiche Pfad, auf dem auch Moses,
Josua, Kaleb, Paulus, Johannes

und Petrus gingen

Ein Pfad, auf dem auch die Kirche
des 1. Jahrhunderts ging

Eine Kirche, die die Kultur des 1. Jhd.
revolutionierte, und darüber hinaus

Es ist ein Pfad, der die Welt,
in der wir Leben, verändern wird

Ein Pfad von kühnem Glauben

Zu glauben, dass das, was Gott sagt,
wirklich wahr ist, und danach zu handeln

Es ist ein Pfad von
unerhörter Großzügigkeit

Wir geben unser Leben hin, um sein
Königreich zu demonstrieren

Es ist ein Pfad von radikaler Liebe

Gott zu lieben mit allem in uns, und
unseren Nächsten wie uns selbst

Es ist ein Pfad der Freiheit
und der Heilung

Auf diesem Pfad

wirst du finden, was dein Wert,
dein Sinn und deine Bestimmung ist

Jedoch ist es der Pfad, der
nicht so häufig gewählt wird

Er ist nicht nur für einige Wenige
verfügbar,

sondern für alle, die kommen wollen.

Menschen von allen Nationen, Völkern und Sprachen,

aus allen Berufen oder Berufungen.

Egal wo du in deiner Lebens-Reise
gerade bist,

auf diesem Pfad gibt es Raum für dich.

Transkript (auf Englisch)

This is called, “Decisions that Define Us”

We have decided, that teaching the Gospel
without demonstrating it is not enough

Good preaching, good doctrine,
being good people is not enough

We’ve decided that having a good
church club is not enough

Good fellowship – it’s not enough

Just being a member of that club
is not enough

We’ve decided that having good bible
studies is good, but not good enough.

That just making it to heaven
is not our goal

And that knowing about God without
truly knowing and experiencing God

is meaningless.

We’ve decided that having good programs
is not enough,

That change without transformation
is intolerable

And that staying the same
is not an option.

We’ve decided that gifting
without character is futile

We’ve decided that singing songs
without worshipping is hollow

And having meetings without
God showing up is pointless

We’ve decided that having faith
without works is not enough

And having works without love
is not acceptable

That our function comes out
of our relationship

1) with the Father and
2) with each other.

We have decided that reading
about the book of Acts

without living the book of Acts
is unthinkable.

We’ve decided that
confident faith is good,

bold faith is better.

We’ve decided that hearing about the
Holy Spirit without experiencing Him

is silly.

That believing in His presence without
seeing it manifested in signs and wonders

is hypocrisy.

That believing in healing without
seeing people healed is absurd.

and that believing in deliverance
without people being delivered

is absolutely ridiculous.

We’ve decided to be Holy Spirit filled,
Holy Spirit led, and Holy Spirit empowered

Anything less doesn’t work for us.

We have decided to be the ones
telling the stories of God’s power,

not the ones hearing about them.

We have decided that living saved,
but not supernatural,

is living below our privilege
and short of what Christ died for.

We have decided that we’re a battleship,
not a cruise ship

An army,
not an audience

Special forces,
not spectators

Missionaries,
not club members.

We have decided to value
both pioneers and settlers

Pioneers to expand our territory
and settlers to build on those territories

But we are not squatters –

People who take up space others have
fought for without improving it.

We have decided to be infectious
instead of innocuous

Contagious instead of quarantined

Deadly instead of benign.

We have decided to be radical lovers
and outrageous givers

We have decided that we’re a
mission station, not a museum

Therefore,

we honor the past,

but we don’t live in it.

We live in the present
with our eyes on the future

We see past events, success and failures
as stepping stones, not stop signs

We pursue learning
in order to be transformed,

not learning in order to know.

We are people of engagement,
not observation

We focus on what could be,
not on what is or has been

We are not limited to the
4 walls of this building

Our influence is not
restricted by location

Not even the nations are ‘out of bounds’

We are more concerned about
how many we send out into the world,

Than how many we convince
to come into the building.

This building is meant to be filled,
and it will be

But it will not be the measure
of who we are,

or the measure of our effectiveness

We raise up world-changers,
not tour-guides

We train commandos,
not committees

We are people of our destiny,
not our history

We have decided that it’s better to fail
while reaching for the impossible

that God has planned for us
than succeed in settling for less

We have decided that nothing short of
„His kingdom come, and His will be done

in our world as it is in heaven“
will satisfy

We have decided: we will not be satisfied

until our world freaks out, and cries out:

“those who have turned the world upside
down have come here too” (Acts 17:6)

These are some of the decisions
that define who we are as a community

and how we live our lives.

These decisions are not destinations
but rather journeys

Journeys along an ancient path,

We’ve not found some new way,

but rather rediscovered the path
as old as Abraham, Isaac, and Jacob

The same path followed by Moses,
Joshua, Caleb, Paul, John, and Peter

A path followed by
the first century church

A church that revolutionized the culture
of the 1st century and beyond.

It’s a path that will impact
the world we live in today

It’s a path of bold faith

Believing that what God says
is really true and acting on it

It’s a path of outrageous generosity

Giving our life away in order to
demonstrate his kingdom

It’s a path of radical love

Loving God with everything in us
and our neighbor as ourselves

It’s a path of liberty,
freedom and healing

On this path,

you will find significance,
purpose and destiny

It’s a path less traveled, however

It’s not a path only available
to a select few

But to whosoever will may come

It’s for people of every
nation, tribe and tongue

For those in any occupation or vocation.

No matter where you are
on your life journey,

there’s room on this path for you.

Technik-Credo

(English Version)

lat. credo, „ich glaube“. Das ist, was ich bezüglich Technik & Gott glaube.

Ich glaube an Gott, der Ursprung aller Technik. Er hat die Menschheit berufen, Technologie zu erfinden, entdecken und zu verwenden, um die Erde zu seiner Ehre zu verwalten, auszufüllen und zu vermehren. Doch wir Menschen verdrehten diese Absicht von Technologie, indem wir unsere eigene Herrlichkeit groß machen wollten und Technik dazu benutzen, um die Natur und andere Menschen zu manipulieren, so dass wir das bekommen was wir “wollen”.

Ich glaube, dass Gott jede Technologie erlösen kann, jedes Unrecht umkehren kann, und sogar unsere Versagen zu seiner Herrlichkeit benutzen kann – danach sehnt sich die ganze Schöpfung. Ich glaube dass er es liebt, uns in diesen Prozess einzubeziehen; wenn unser Leben ihm ganz untergeordnet ist, wird das Werkzeug, das wir benutzen, in unsere Anbetung einstimmen.

Ich glaube, dass Gott nicht durch Technik besiegt oder überrascht werden kann. Es gibt nichts mächtigeres, ehrfurchtgebietenderes, prakterisches und effizienteres als Gottes Liebe. Wenn wir Technik benutzen aber nicht lieben, werden all unsere Anstrengungen fehlschlagen. Wenn wir Gott, uns selbst, die anderen Menschen und die Natur lieben, werden wir Technik verwenden, um Gott zu verherrlichen und um die Gott-gegebene Würde von Menschen und Natur zu bestätigen.

Ich glaube, dass Gott uns einen Wohnort vorbereitet. In jener Stadt werden einige Technologien von heute irrelevant sein, einige von Gott gegeben sein, und einige werden auch endlich zu ihrem vollen Potential genutzt werden.

(© Photo by Tom Taker – CC BY 2.0)

Technological Credo

(Deutsche Version)

lat. credo – I believe. This is what I believe concerning God & Technology.

I believe in God, the origin of all technology. He commanded menkind to invent, discover and use technology to steward, fill and multiply the earth to His glory. Yet we humans perverted this aim of technology by putting our own glory first, using it to manipulate nature and other men in order to “get” what we “want”.

I believe that God can redeem any technology, subvert any mischief, and even use our failures to glorify him; this is what the whole creation is yearning for. I believe that he loves to cooperate with us in this process; if our lives are completely submitted to him, the tools we use will join our worship.

I believe that God cannot be overcome or surprised by technology. There is nothing more powerful, more awe-inspiring, more practical and more efficient than God’s love. If we use technology but do not love, all our efforts are bound to fail. If we love God, ourselves, others and nature, we will use technology in a way that glorifies God and confirms the God-given value of people and nature.

I believe that God is preparing a dwelling place for us. In that city, some technologies of today will be irrelevant, some will be given by God, and many will finally be used to their full potential.

(© Photo by Tom Taker – CC BY 2.0)

Wie der Sündenfall nicht endete: 6 Alternativen

„Sie nahm von den Früchten und aß. Dann gab sie auch ihrem Mann davon und er aß ebenso.“

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1) Und Gott sprach nicht:

„Soso, ihr habt also von der Frucht gegessen? Hm, macht nichts, ich kümmmer mich drum – aber macht das bitte nicht nochmal, ja?“

2) Und Gott sprach nicht:

„Wie, Ihr wollt euch vor mir verstecken? Dass ich nicht lache … Abstreiten hilft nix. Ihr habt von der Frucht gegessen, also werdet ihr sterben. Alles hat seine Konsequenzen. … Mitleid? Ihr seid witzig. Ich kann doch nicht die Gesetze des Universums aufheben, nur für euch …“

3) Und Gott sprach nicht:

„Sie haben das Gesetz übertreten und werden mit sofortiger Wirkung des Gartens verwiesen. Verschwinden Sie, ich will Sie nicht mehr sehen.“

4) Und Gott sprach nicht:

„WAAS? Seid ihr verrückt? Ich hatte euch doch gesagt, das ist VERBOTEN! Ich glaub’s nicht … Na dann, wenn ihr ohne mich leben wollt, viel Spaß! Und nur zur Info: ihr werdet mich auf Knien anbetteln, dass ich euch wieder in den Garten reinlasse … is‘ nicht.“

5) Und Gott sprach nicht:

„Oh nein, jetzt haben sie den Trick herausgefunden … Ich hab sie doch extra ein bisschen moralisch kurzsichtig gemacht, damit sie mir nicht den Platz streitig machen können. Ich weiß, was ich mache: ich baller‘ sie so mit Flüchen zu, dass sie keine Zeit haben, ihre Herrschaft aufzubauen.“

6) Und Gott sprach nicht:

„Meine Schätzelchen, das könnt ihr mir doch nicht antun! Dabei hab ich euch doch extra gewarnt, warum hört ihr denn nicht auf mich? Ihr habt es verbockt und könnt es nicht wiedergutmachen … was mach ich denn jetzt??“

Was Gott wirklich sprach, könnt ihr hier nachlesen.

Das Bild ist von Olga Filonenko (CC BY-SA 2.0).

Eine kleine Türschloss-Philosophie

„Technology incorporates worldview, because it is designed to solve a set of problems“
„Technik beinhaltet Weltanschauung, weil sie entworfen wurde, um bestimmte Probleme zu lösen.“
(John Dyer, „From the Garden to the City“, 2011)

Werkzeuge sind Dinge, mit denen wir unsere Fähigkeiten erweitern. Wir können uns bewegen, und mit dem Auto können wir uns schneller bewegen; wir können kommunizieren, und mit dem Telefon können wir über Kilometer hinweg kommunizieren; wir haben ein Zeitgefühl, und die Uhr hilft uns, dabei im Gleichtakt mit anderen zu bleiben.
Technik hat darum sehr viel mit Weltanschauung zu tun: welche Probleme sind uns so wichtig, dass wir kreativ neue Lösungen suchen? Und wie bei Kultur ist der Großteil der Technik, die wir verwenden, uns so geläufig, dass wir nicht über die eingebauten Werte nachdenken.

Zum Beispiel: Was ist die Philosophie hinter einem Türschloss?

Fragen, die uns dabei helfen können:
Wie würdest du dich fühlen, wenn es keine Türschlösser gäbe?
Wie hat sich diese Technik historisch entwickelt, und warum?
Auf welche Art kann ich überprüfen, ob die Technik funktioniert?
Welches Problem versucht die Technik zu lösen?
Wie könnte eine konsequente Weiterentwicklung in der Zukunft aussehen?
Wie wird die Realität anhand dieser Technik wahrgenommen, existiert eine geistliche bzw. nicht-materielle Welt?

Und schließlich:
Was ist der wichtigste Wert, der in dieser Technik ausgedrückt wird?

Das Schloss vermittelt Sicherheit, vor Dieben, Gewalttätern und unerwarteten Unterbrechungen. Es trennt eine Sphäre des Privaten von einer öffentlicheren Sphäre. Diese Grenze darf nur von den Personen übertreten werden, die entweder natürlich oder temporär dazugehören, also entweder weil sie einen Schlüssel haben (Familie) oder weil sie reingelassen wurden (Besucher). Früher wurde diese Aufgabe von Wächtern erledigt; durch das Türschloss musste man nicht mehr reich sein, um diesen Schutz zu empfangen. Gleichzeitig ging dadurch aber auch der Beziehungsaspekt verloren: das Vertrauen, das vorher Personen geschenkt wurde (entweder den Wächtern oder den Nachbarn), wird jetzt diesem Ding entgegengebracht. Außerdem kann ein Türschloss nur vor materiellen Gefahren beschützen (zum Vergleich: in China haben Hauseingänge eine Schwelle, damit die Geister darüber stolpern).

In die Zukunft gedacht könnte diese Haltung dazu führen, dass die öffentliche Sphäre wie bei einem Computerspiel in verschiedene, durch Türen getrennte Bereiche geteilt wird; und jeder kann nur genau dorthin, wo er auch ein berechtigtes Anliegen hat: in Richtung Turnhalle kann er nur dann, wenn er auch beim Sport angemeldet ist usw. Dieses Verfahren wird in Hochsicherheits-Gebäuden und Computerprogrammen bereits eingesetzt. Der Schlüssel könnte als Chip implantiert werden, so kann er weder verloren gehen noch geklaut werden, und man kann die Zugangsberechtigungen beliebig oft verändern. Auf diese Weise wird die Gefahr des Fremden minimiert. Es wäre vorhersagbar, strukturiert, steril und … langweilig. Unkommunikativ. Die Vielfalt der Alltagsbegegnungen wäre deutlich geringer.

Vielleicht kann man die Philosophie des Türschlosses also so zusammenfassen: ich muss mich vor anderen Menschen schützen.

(© Photo by Håkan Dahlström – CC BY 2.0)

Es werde Zeit! Und sie ward.

Theologen sprechen von einem ewigen Gott, außerhalb unserer Zeit-Dimension. Für mich war das lange Zeit zu abstrakt. Aber nun habe ich eine Entdeckung gemacht, die ich mit-teilen möchte.

Im Unterricht reflektierten wir: Einstein lernte, dass Zeit nicht vorgegeben, unveränderbar, „ewig“ ist. Die Relativitätstheorie sagt, dass die Geschwindigkeit von Licht konstant ist, und darum Zeit nicht immer gleich schnell vergeht. Und so können wir davon ausgehen, dass Zeit ebenfalls Teil der Welt ist, die Gott geschaffen hat. Und dann macht es plötzlich Sinn: derjenige, der die Zeit geschaffen hat, kann sie natürlich auch beeinflussen.

Später, in der Uhren-Abteilung im Zwinger (Dresden) wurde mir bewusst, dass auch unsere Wahrnehmung von Zeit sich über die Jahrhunderte verändert hat. Wer keine Minuten messen kann, misst sein Leben nicht in Minuten. Die treibende Kraft, immer genauere Uhren zu entwickeln, war die Astronomie: um besser die Bewegungen der Himmelskörper verstehen zu können. Und tatsächlich sagt die Schöpfungsgeschichte, dass genau das die Aufgabe der Sterne ist (1. Mos 1:14).

(© Photo by Leo Reynolds – CC BY-NC-SA 2.0)

Hat Gott Humor?

Ich weiß, die Frage klingt witzig. Vermutlich wird sie meistens von Kindern gestellt, die Erwachsenen sind schon zu sehr im Ernst des Lebens gefangen. Aber jetzt mal ernst: Gott zeigt Gefühle, die Bibel ist voll davon. Er weint, lacht, freut sich, ist zornig, traurig, eifersüchtig; und manche Verse legen sogar nahe, dass er tanzt. Warum haben wir solche Probleme, uns das vorzustellen?

Schuld sind, wie so oft im Westen, die alten Griechen. Aristoteles stellte sich Gott als Ursprung aller Bewegung vor: die Menschen bewegen Objekte, die Sterne bewegen die Menschen, und der „unbewegte Beweger“ bewegt die Sterne. Einige Theologen im Mittelalter fand diese Philosophie so spannend, dass sie sie benutzten, um den christlichen Glauben zu erklären. In dieser strikten Hierarchie der Dinge ist aber kein Platz für ein Gott, der von Menschen „bewegt“ wird: warum sollte ein allmächtiger Gott über den Zustand der Menschheit weinen? Weil er liebt.

Zurück zur Ursprungsfrage. Die Bibel sagt nichts über Humor (wie auch, das Wort gibt es in dieser Form erst seit einigen Jahrhunderten) und wenig über Witze. Einige Passagen sind definitiv sarkastisch gemeint oder stark übertrieben; es gibt Wortspiele und viel Situationskomik (siehe unten, S. 9). Aber witzigerweise klingt nicht alles in jeder Übersetzung witzig – vielleicht haben die Bibelübersetzer es manchmal zu ernst genommen?

All diese Indizien legen nahe, dass Gott Witze verstehen kann. Vermutlich hat er unseren Humor geschaffen. Natürlich gibt es auch Humor, der für falsche Zwecke eingesetzt wird: er überschreitet Grenzen und lacht den aus, der ihn dafür bestrafen will. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott solche unverantwortlichen Witze mit uns macht, wofür hat er uns denn die „Würde des Menschen“ gegeben. Und so ist es auch unsere Aufgabe, Humor konstruktiv einzusetzen.

Und ich habe das Gefühl, dass in unserer derzeitigen Gesellschaft Humor überbewertet wird. Nicht umsonst reden wir von einer „Entertainment“-Gesellschaft. Aber wenn Gott Humor hat und uns Humor schenkt, will ich lernen, es als gute Gabe anzunehmen und auszuüben.

 

Diese Gedanken sind eine Zusammenfassung meiner Seminar-Arbeit. Wer sie lesen möchte und gut genug englisch kann, ist herzlich dazu eingeladen:

Why on Earth – Laughter? A seminar paper about Raymund M. Smullyan: „Planet Without Laughter“

(© Photo by carnifex82 – CC BY-NC-SA 2.0)

Stärker als der Sturm (Theater für den Kindergottesdienst)

(für mind. 9 Personen: Jesus + Petrus, Johannes, Andreas, Bartholomäus, Jakobus, Matthäus, Simon, Thaddäus)

Jesus sitzt im Boot ganz hinten, die Jünger steigen nacheinander ein.

Petrus:

Habt ihr gehört, was Jesus gesagt hat? Wir fahren jetzt auf die andere Seite des Sees.

Johannes:

Dann können wir uns endlich ausruhen. Hoffentlich sind da nicht schon wieder ganz viele Menschen, die auf Jesus warten.

Andreas:

Hey Petrus, kannst du mir mal helfen, das Segel zu hissen?

Jesus

legt sich auf ein Kissen und schließt die Augen.

Philippus:

Seht ihr die dunklen Wolken da hinten?

Jakobus:

Oh nein, das sieht schlecht aus. Und der Wind wird immer stärker!

Matthäus:

Die Wellen werden immer höher!

Johannes:

Ich habe Angst! Wir könnten untergehen, ich kann doch nicht schwimmen!

Petrus:

Ach, das ist erst der Anfang … ich habe schon viele Stürme erlebt, glaubt mir …

Andreas:

Leute, wo war unser Eimer, wir müssen das Wasser rausschöpfen!

Simon:

Mir ist so übel …

Johannes:

Wo ist denn eigentlich Jesus?

Simon:

Da hinten liegt er und schläft. Das gibt’s doch gar nicht.

Andreas:

Nicht reden, schöpfen!

Matthäus:

Da hinten, eine riesige Welle!

Jakobus:

Oh nein, was machen wir jetzt?

Petrus:

Festhalten!

Matthäus:

Hilfe!!!

Johannes:

Hilf uns, Jesus!

Bartholomäus

geht schwankend zu Jesus und rüttelt ihn wach.

Bartholomäus:

Meister, du musst uns helfen, wir ertrinken!

Jesus

sieht die Jünger nacheinander an, dann das Wasser, und ruft:

Jesus:

Wind und Wellen! Schweigt, seid still!

Alle Jünger

Jesus:

Warum habt ihr so viel Angst? Ich bin doch da.

Alle Jünger

Jakobus:

Boah. Habt ihr das gesehen? Das kann doch gar nicht sein …

Philippus:

Was ist denn das für ein Mensch, der dem Sturm Befehle geben kann?

Thaddäus:

Wow. Unser Meister ist eben Chef über alles. Sogar über die Natur.

Andreas:

An diesen Sturm werde ich mich mein ganzes Leben lang erinnern.

Petrus:

Ich bin begeistert! Das war klasse, wie du das gemacht hast, Meister!

Bartholomäus:

Jesus, ich bin auch froh, dass du uns geholfen hast. Aber am meisten freue ich mich, dass ich ganz nah bei dir sein darf, jeden Tag.

Material zum Download:

Skript (DOC-Format)

Skript (PDF-Format)

Praktische Hinweise:

Dieses Theaterstück habe ich geschrieben, um mit den Kindern gemeinsam die Geschichte zu erleben. Ein Mitarbeiter war Jesus, und die Kinder haben die Jünger gespielt. Petrus, Johannes, Andreas sind Hauptrollen, die anderen Jünger haben nur ein oder zwei Einsätze. Wenn weniger Kinder mitspielen wollen, können diese Nebenrollen auch kombiniert werden.

Wir haben mit Teppichflicken ein Boot angedeutet, in das die Jünger und alle anderen Kinder sich hineinsetzen konnten. Eine Plastikplane könnte Wasser andeuten.

Creative Commons Lizenzvertrag
„Stärker als der Sturm“ von Benjamin Pick ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Bigger than the storm

(Deutsches Original)

The storm is raging, the waves are crashing. There’s an uneasy feeling in the stomach. When Jesus said it was time to leave, didn’t he see the dark clouds on the horizon? Wait, actually – where is he? Didn’t he enter the boat before us?

The waves continue to rise. Oh no, it starting to rain. Navigator, are we still on target? Captain, is our boat still safe? Jesus, Master … where is he?

Sleeping? Peacefully. He doesn’t fear the storm. Look, he’s even smiling.

Or maybe he’s just indifferent? Is he so tired that even this storm doesn’t bother him? Wake up, you have to help us! Master, Master, help us, we’re sinking! There, water is flooding our ship!

He opens his eyes and gives us an bewildered look. Doesn’t he see the danger we’re in? No, I’ve seen that look before. He is looking for something else, something in our eyes. He opens his mouth to speak, but he doesn’t speak to us. He turns to the sea and shouts: „Be still!“

Is it coincidence? Could it be? The rain is weakening, the waves grow calm. We breath a sigh of relief. He sits down and waits, waits for our eyes to rest on him. Finally! he’s going to explain what just has happened. But when he begins to speak, he looks into my eyes and asks:

„Why were you so afraid? Don’t you believe? Our heavenly father is bigger. Bigger than the waves.“
I can’t believe my ears. I had every right to be afraid, with a storm like this! Yet he rebukes me? Who does he think he is? Who is he to command me?

Yet he commanded the storm and it obeyed. Who is he?!? He’s the one who speaks to us in the midst of the storm and says: „Be Still. Trust me and have faith. Know that I am with you. Always.“