Vertraue Gott. Ganz.

Vor einiger Zeit habe ich eine Predigt über das Buch Jona gehalten, weil ich es so faszinierend finde, wie Gott mit Jona und dieser Krisensituation umgeht.

Hier die Gliederung:

  1. Jona rennt weg.
    Du fühlst dich hoffnungslos überfordert?
    Lauf nicht weg.
  2. Jona betet.
    Hoffnungslose Situation? Schrei Gott an!
    Und (er)warte, dass er eingreifen wird.
  3. Ninive kehrt um.
    Keine Sünde ist hoffnungslos (zu groß).
    Gottes Herz für uns ist größer.
  4. Jona ist zornig.
    Gott will mehr als nur Gehorsam.
    Er ist „hoffnungslos“ verliebt in dich.

Was, ich soll 77 Mal vergeben?!

klopapierrollen (Kopie)Ich bin ja schon gespannt, was heute in unserer Geschichten-Kiste drin ist. Hm, eine Klopapierrolle? Was hat die denn mit Gott zu tun? Gucken wir mal. Kann mir jemand eine Bibelstelle vorlesen? – Matthäus 18,21-22:

21 Da wandte sich Petrus an Jesus und fragte: »Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er immer wieder gegen mich sündigt? Siebenmal?« – 22 »Nein«, gab Jesus ihm zur Antwort, »nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal!« (o. siebzigmal siebenmal, je nach Übersetzung, ist aber inhaltlich egal)

Was passiert da? Stell dir vor, mein Freund kommt zu mir … du, komm mal kurz her … und sagt: „Tschuldigung dass ich dir das Bein gestellt habe … das war blöd. Vergibst du mir?“ Ich bin überrascht, schlucke meinen Ärger herunter – schließlich ist es ja mein Freund – und sage: „Okay.“

Am nächsten Tag kommt er wieder und sagt: „Tschuldigung dass ich dir das Bein gestellt habe … “ Und diesmal fällt es mir schon etwas schwerer, ihm zu vergeben. Aber schließlich sage ich: „Okay. Aber machs nicht wieder!“ Und er antwortet: „Ja, verspreche ich dir.“

Das Problem ist nur – am nächsten Tag macht er es trotzdem. Und jetzt soll ich ihm schon wieder vergeben?

Und das war erst drei Mal! Ich zeig euch das mal mit dem Klopapier (drei Blatt abreißen). Wir sollen nicht nur so oft vergeben, sondern … (Klopapierrolle auf Besenstil, einem Kind in die Hand drücken – die Rolle abrollen, am Anfang mitzählen) … so oft! Noch öfter!

Und deswegen fragt sich Petrus: 77 (bzw. 490, s.o.) Mal soll ich vergeben??! Jesus, wie kannst du das von mir verlangen?

Da erzäht Jesus eine Geschichte…

Ein Chef ruft seinen Angestellten ins Büro: „Ich habe dir vor einem Jahr 10 Millionen Euro gegeben, damit du eine neue Maschine einkaufen kannst (Schuldschein hochhalten) – erzähl mal, was hast du damit gemacht?“ Der Angestellte schaut ganz betröppelt: das Geld hat er für sich selbst ausgegeben … Wer möchte mir helfen, die Geschichte als Theater zu spielen? Ich brauche einen Chef und einen Angestellten. (Die Kinder spielen pantomimisch mit, ggf. kann der Erzähler ihnen helfen.)

Der Chef sagt zu seinem Arbeiter: „Gib mir das Geld zurück!“ (die unterstrichen Sätze sollten vorher als einzelne Karteikarten vorbereitet werden; sie werden den Kindern in dem Augenblick die Hand gedrückt, wenn sie sie brauchen – und sie lesen das dann vor.)

Aber der Angestellte antwortete kleinlaut: „Sorry, das geht nicht ….“ Das Problem war nämlich, dass das Geld alles ausgegeben hatte: er war mit seiner Familie im Urlaub, in den teuersten Restaurants, auf dem Oktoberfest, er hat es so richtig genossen dass er viel Geld hatte. Aber jetzt war alles weg …

Da wurde sein Chef laut und rief: „Dann verkauf ALLES was du hast.“ Und mit alles meinte er wirklich alles: dein Auto, dein Smartphone, deine Kleider, deine Stifte, …. alles alles.

Der Angestellte wurde ganz verzweifelt. Selbst wenn er das alles verkaufen würde, das reicht doch nie! Also fiel er auf seine Knie und bat ihn: „Bitte, bitte, vergib mir!“ Er bat um „Ent-schuldigung“, denn Entschuldigung bedeutet: „Bitte mach meine Schuld weg!“.

Der Chef überlegt. Er soll ihm vergeben? Einfach so? Was meint ihr, wird der Chef sich darauf einlassen? Tatsächlich. Er zerreißt den Schuldbrief (machen lassen) und geht nach Hause. (Das Kind, das den Chef spielt, sich hinsetzen lassen)

Der Angestellte ist total erleichtert. Und glücklich. Gerade hatte er noch 10 Millionen Euro Schulden, und jetzt ist er frei! Er muss sie nie wieder zurück zahlen!

Als die Arbeit vorbei ist, trifft er einen Kollegen. Sein Freund. (Wer spielt den Freund?) Dieser Freund schuldete dem Angestellten 100 Euro, weil er vor einem Monat für seine Familie einkaufen gehen war.

Und als dem Angestellten einfiel, dass sein Freund ihm immer noch nicht dieses Geld zurück gegeben hat, rief er ärgerlich: „Gib mir sofort mein Geld zurück!“

Aber das ging nicht. Es war gerade wieder Ende des Monats, sein Geldbeutel war leer und auf dem Konto war auch nichts mehr, erst in einer Woche gibt es wieder das Gehalt vom Chef. Und so antwortete der Freund genauso wie vorher der Angestellte: „Bitte, bitte, vergib mir!“

Was meint ihr, wird er vergeben? Nein, er rief: „Ich verklage dich!“ Er kämpfte vor Gericht so lange, bis er die 100 Euro in der Hand hatte – auch wenn sein Freund dafür sein Fernseher und sein Bett verkaufen musste. (Beide Kinder setzen sich)

Was wird wohl der Chef dazu sagen, wenn er davon hört? Er bekam er es tatsächlich mit, und er war wütend. Er schrie den Angestellten an: „Ich hab dir doch die Schuld erlassen – warum hast du das nicht bei ihm genauso gemacht?!“

Und als Petrus diese Geschichte hörte, kapierte er: 77 (490) Mal vergeben ist nicht viel. Dass Gott uns vergibt, ist viel mehr. Gott hat uns 10 Millionen Euro vergeben, die wir nie hätten zurückzahlen können: wir verbocken es ständig. Aber Gott macht es möglich, dass wir trotzdem sein Freund sein dürfen. Und darum, wenn dann jemand kommt und uns 100 Euro schuldet und es nicht zurückzahlen kann, dann ist das Pipifax.

Kommen wir nochmal zurück zur Klopapier-Rolle: Dieses Klopapier steht für Vergebung. Denn egal wie groß die Kacke ist, die wir bauen – Gott kann sie wegmachen. Gott vergibt uns! Und wenn dann jemand zu uns kommt und sagt: „Sorry … das war kacke …“, dann müssen auch wir bereit sein zu vergeben.

[ Und als Erinnerung habe ich ganz viele Klopapier-Rollen mitgebracht, für jeden von euch eine. Da steht auch was drauf, kann das jemand mal vorlesen? (VERGEBUNG mit Filzstift auf die Rolle geschrieben) Wenn das Programm vorbei ist, darf jeder von euch hier vorbei kommen und sich eine mit nach Hause nehmen. Damit ihr euch daran erinnern könnt: Vergebung ist wie Klopapier. Es macht Kacke weg. ]

Ziele:

  • Verstehen: Vergebung bedeutet, dass ich seine Schuld nie mehr gegen ihn verwenden werde
  • Fühlen: Es ist gut zu vergeben, auch wenn es manchmal schwer ist.
  • Tun: Die Kinder sind bereit, anderen zu vergeben

Benötigte Requisiten:

Vorgeschlagene Lieder:

  • Du bist treu, Herr (… auch wenn ich versag)
  • 10.000 Gründe (… Du liebst so sehr und vergibst geduldig …)

Fragen an die Kleingruppenleiter zur Vorbereitung:

Falls die Kids Fragen in diese Richtung stellen, ist es wichtig, dass ihr euch vorher Gedanken über eure Meinung gemacht habt.

  • Wo hast du Vergebung erlebt oder Vergebung gegeben?
  • Wie würdest du erklären, was Vergebung ausmacht?
  • Warum ist Vergebung in der Bibel keine Empfehlung („weil es dir gut tut“), sondern ein Gebot („weil Gott dir vergeben hat“)?
  • Wenn ich mich weigere zu vergeben, bin ich dann noch gerettet? (Dieses Thema klammere ich ein bisschen aus, indem ich die Verse 34+35 nicht erzählt habe.)
  • In dem Beispiel mit dem Bein stellen, was könnte man tun wenn der Freund sein Verhalten nicht ändert? (Vergebung ist notwendig, aber weises Verhalten / Grenzen setzen auch.)

Fragen für die Kleingruppenzeit an die Kinder:

Bei diesem Thema müsst ihr besonders sensibel mit den Redebeiträgen mit den Kindern umgehen: ist das Niveau an Offenheit der Gruppe angemessen? In manchen Fällen ist es besser, das Gespräch abzubrechen und unter 4 Augen fortzuführen (z.B. ein Mitarbeiter geht mit dem Kind raus, der andere führt das Gespräch weiter). Aber selbst da: Trauma-Therapie dürfen nur ausgebildete Psychologen machen, und das ist gut so. In dem Fall könnt ihr dem Kind nur anbieten, mit ihm zusammen die Experten zu suchen.

Evt. die Geschichte in der Bibel nachlesen und gemeinsam zusammenfassen. (Matthäus 18,23-33)

  • Fallen dir Beispiele ein, wo du jemanden vergeben musstest? z.B. Streit mit Freund, …
  • Was ist danach passiert? Welche Auswirkung hat Vergebung?
  • Warum ist Vergebung für echte Freunde ultra wichtig?
  • Was kann man machen, wenn es einem schwer fällt, zu vergeben? (Beten, Mit Eltern/Mitarbeitern darüber reden, …)

Mögliche Aktionen in den Kleingruppen:

  • Fangen mit Variante: der Fänger darf die Gefangenen freimachen, indem er sich bei ihnen entschuldigt (Aus allesumdiekinderkirche.de)
  • Einen geheimen Brief an Gott schreiben: „Was bedrückt mich“ → am Ende Gebet und Briefe zerstören (Aus allesumdiekinderkirche.de)

„Was, ich soll 77 Mal vergeben?!“ von Benjamin Pick ist lizenziert Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen.

Das heißt: Du darfst gerne diesen Text anpassen und sogar verändert veröffentlichen, solange mein Name genannt wird (und am Besten ein Link auf diese Seite) und dort ebenfalls dieser Creative-Commons-Hinweis erscheint.

Erfahrungen:

  • Einige Kinder haben angemerkt, dass es damals noch gar keine Smartphones gab – ich finde das ein gutes Zeichen, dass sie merken, dass es so nicht in der Bibel stehen kann. Der Rest der Geschichte ist ja ebenfalls modernisiert und auf unsere Kultur übertragen. Ermutigt die Kinder ruhig, die Geschichte nochmal selbst nachzulesen!
  • Ich hatte beim Theater ein Kind vorne, das noch nicht so gut lesen konnte. Damit es für ihn nicht so frustrierend wird, habe ich ihm den Satz eingeflüstert. An einer anderen Stelle wollte ich nochmal die Emotion des Satzes betonen: ich habe mich hinter das Kind gestellt und es an seiner Stelle gesagt.
  • Eure Erfahrungen könnt ihr gerne auch bei den Kommentaren hinterlassen … die nächsten freuen sich 🙂

Die Schöpfung der Welt

(Version française)

Am Anfang unserer Zeit rief Gott: „Ich liebe.“, und er schuf.
Er schuf den Himmel, um dem Menschen ein Ziel und Sehnsucht zu geben,
er schuf die Erde, um die Menscheit darin zu verwurzeln.
Und er rief: „Ich bin mit euch!“
Er schuf das Licht, um unseren Augäpfeln einen Sinn zu geben.
Er schuf die Dunkelheit, um den Menschen regelmäßig daran zu erinnern, dass er Ruhe benötigt.
Und er zog sich zurück und er wartete, dass der nächste Tag anbräche: alles zu seiner Zeit.

Er schuf Atmosphäre, Stratosphäre und All, und sagte: „So halte ich euch fest: ich umspanne die Grundpfeiler der Erde mit meinen Händen.“
Und wieder wartete er auf den nächsten Morgen.

Er schuf trockenes Land, indem er die Meere ein wenig beiseite schob; denn er beschloss, dass nicht alle Menschen über Wasser laufen müssen sollen.
Und als er sich zurücklehnte und sein Kunstwerk in seiner Gesamtheit betrachtete, überkommt ihn tiefe Zufriedenheit, und er flüstert: „Mein Kind, das ist für dich!“
Und er tauchte seine Hand in den grünen Farbeimer, er formte einen Baum und definierte ihn: „Baum, wachse empor, dem Licht entgegen; Baum, lege diese Weisheit in deine Frucht; Baum, lasse die Frucht los. Und die Menschenkinder sollen es sehen und sich freun. Ich schreibe dies in dein Innerstes, du wirst es nie verlieren.“

Der nächste Tag begann, und
er schuf Sterne und Monde und befahl jedem einzelnen, sich in einer bestimmten Regelmäßigkeit zu bewegen, um den Menschen eine zeitliche Orientierung zu geben. Er befahl ihnen, ohne Unterlass zu scheinen, und er sagte: „So ist meine Liebe zu euch: stetig und unnachgebig.“ Und er platzierte die vielen vielen Kügelchen so, dass der Mensch verstehe, was Tag und was Nacht bedeutet. So wie er eine Grenzlinie zwischen All und Himmel zog, so zog er auch eine Grenze zwischen Tag und Nacht, die keiner überschreiten kann als nur er selber.
Und wieder tat er einen Schritt zurück, und Staunen erfüllt sein Sein. Und er wartet, wie er es sich vorgenommen hatte.

Und er schuf Tiere im Wasser und in der Luft. Er rief sie zusammen und sprach in sie hinein: „Geht hin, erzählt der Welt von meiner Fruchtbarkeit. Redet, was ihr gesehen und gehört. Öffnet die Herzen der Menschen für mein Leben. Wachset und helft euren Kindern zu wachsen.“ Und die Vögel und Fische schwärmten aus und füllten den Raum in Wasser und Luft. Und er stellte sich auf einen Berg und sah ihnen zu, bis auch das letzte Tier eingeschlafen war.

Am nächsten Tag schuf er Tiere, die den Erdboden bevölkern sollten: Krokodile, Affen, Ameisen, Hühner. Und er wiederholte die Worte, die er am Tag zuvor Fische und Vögeln destiniert hatte.
Und als er wieder auf alle Zusammenspiele achtete, freute er sich und prägte sich und prägte sein Siegel darein: „Made by God, exzellente Qualität.“ Aber etwas fehlte noch.

Wieder ein neuer Tag. Aufgeregt geht er in sein Planungsbüro, holt die Gestalt des Menschen, haucht ihm Leben ein und umarmt ihn. „Du bist mein Sohn, in dich habe ich alle meine Geheimnisse gelegt.“ Und Mann und Frau sind verzückt und lauschen, was er ihnen zu sagen hat. Und er sprach: §Ihr seid meine Repräsentanten auf Erden. Zeigt der Welt die Fülle, die ihr in mir gesehen habt. Ja, wie ich eins bin sollt auch ihr eins sein. Wie ich Herrscher bin, sollt auch ihr eure Verantwortung gut ausführen. Investiert euch in diese Welt, wie ich mich in euch in euch investiert habe. Siehe, euer Grundkapital: ich gebe euch Gras, Baum, Fisch, Vogel und Landtier. Vervielfältigt es.“
Und als er ihn, den Menschen, zum Abschied küsste, war auch auf ihm das Siegel der Vollkommenheit.

Am nächsten Tag, als Gott Adam und Eva mit seinen Blicken streichelte, schlugen sie ihre Augen auf und sahen in Gottes Augen. „Und“, sagte Eva zu Adam, „mit was fangen wir an?“
„Lasst uns …“ beginnt Adam zu sagen und überlegt. „Ich weiß auch nicht, fragen wir Gott.“
Und Gott lächelte und antwortete: „Heute machen wir nichts. Die Natur wartet auf euch, aber sie kann warten, ich habe es ihr beigebracht.“ Und Adam und Eva zuckten mit ihren Schultern und standen auf. Plötzlich ruft Eva: „Sieh mal! Welch wunderschöne Farbe!“ Aber Adam stand schon vor dem Beerenstrauch.
Am Abend waren sie abgefüllt mit Faszination, und lächelnd schlafen sie ein. Gott betrachtete sie und war zufrieden; denn er hatte seine Zufriedenheit weitergegeben.

La Création du Monde

(deutsche Version)

Au début de notre ère, Dieu dit: Je suis l’Amour, et donc, Il créa. Il créa le ciel pour donner un but et un désir à l’homme, Il créa la terre pour enraciner l’humanité. Et Il dit: Je suis avec vous! Il créa la lumière, pour donner un sens à nos yeux. Il créa les ténèbres pour rappeler régulièrement à l’être humain qu’il a besoin de repos. Et Il se retira et attendit le lendemain: chaque chose en son temps.

Il créa l’atmosphère, la stratosphère et l’espace et dit: Ainsi je vous fortifie: j’entoure les fondements de la terre avec mes bras. Et une fois encore, Il attendit jusqu’au lendemain.

Il créa la terre ferme en poussant les mers un peu à côté; car Il décida qu’Il était inutile que tous les hommes marchent sur l’eau. Et lorsqu’Il se recula pour voir son œuvre dans son intégralité, Il éprouva une satisfaction profonde, et Il chuchota: Mon enfant, ceci est pour toi!

Et Il mis sa main dans le seau de peinture verte, Il façonna l’arbre et le définit: Arbre, pousse, vers la lumière; Arbre, mets cette sagesse dans ton fruit; Arbre, lâche cet fruit. Et les fils de l’homme le verront et se réjouiront. J’inscris cela au plus profond de ton être, tu ne le perdras jamais.

Le jour suivant commença, et Il créa la lune et les étoiles et ordonna à chacune d’entre elles de se déplacer avec une certaine régularité, afin que les hommes puissent s’orienter dans le temps. Il leur commanda de briller sans cesse, et Il dit: Je les ai créées à l’image de mon amour pour vous: constant et infini. Et Il plaça toutes ces innombrables petites sphères de manière à ce que l’homme puisse distinguer le jour et la nuit. De même qu’Il avait fait une séparation entre l’univers et le ciel, Il sépara aussi le jour de la nuit: de telle façon qu’aucun être ne pourrait franchir cette limite, si ce n’est lui-même. Il recula encore une fois et son âme fut remplie d’étonnement. Et Il attendit, comme Il avait eu l’intention de le faire.

Et Il créa des animaux dans l’eau et dans l’air. Il les rassembla et parla à leur cœur: Allez-y, racontez au monde mon abondance. Parlez de ce que vous avez vu et entendu. Ouvrez les cœurs des hommes pour ma vie. Grandissez et aidez vos enfants à grandir. Et les oiseaux et les poissons partirent par des millions et millions et remplirent tout l’espace disponible dans l’eau et dans l’air. Et Il se plaça sur le sommet d’une montagne et les observa, jusqu’à ce que tous les animaux soient endormis, jusqu’au dernier.

Le jour d’après, Il créa les animaux terrestres: les crocodiles, les singes, les fournis, et les poules. Puis Il leur dit ce qu’Il avait dit aux poissons et oiseaux la veille. Et quand il prêta de nouveau attention à toutes les interactions qu’Il avait créées, Il se réjouit et y fit une empreinte de son sceau: Made by God, excellente qualité. Mais quelque chose manquait encore.

Agité, il courut à son bureau, fit venir la forme de l’homme, lui donna vie et l’embrassa. Tu es mon fils, en toi j’ai mis tous mes mystères . Et l’homme et la femme furent enchantés et écoutèrent ce qu’il avait à leur dire. Et il dit: Vous êtes mes représentants sur terre. Ainsi, de même que Moi, Je suis Un, vous aussi, soyez Un. De la même façon que Moi, Je gouverne, vous aussi, vous devez remplir votre responsabilité. Faites des investissements dans ce monde, comme Moi, J’ai fait des investissements en vous: la création entière. Voici, votre capital de départ: Je vous donne l’herbe, les arbres, les poissons, les oiseaux et les animaux terrestres. Multipliez-le. Et lorsqu’Il fit à l’homme un baiser d’adieu, on put voir – sur lui aussi – le sceau de la perfection.

Le lendemain, alors que Dieu caressait Adam et Ève de son regard plein d’amour, ils ouvrirent les yeux et se retrouvèrent face à face avec Dieu. « Alors », dit Ève à Adam, « par où on commence? » Adam essaya de lui répondre: « Je propose de de de … », puis, il réfléchit. « Ben, je sais pas, demandons à Dieu. » Et Dieu sourit et répondit: Aujourd’hui, nous ne ferons rien. La nature vous attend, mais elle peut encore attendre, je le lui ai appris. Et Adam et Ève acquiescèrent et se levèrent. Soudain Ève s’exclama: « Hé, Adam, regarde-voir! Quelle couleur magnifique! » Mais celui-ci se trouvait déjà chez les framboises.

Le soir venu, ils étaient remplis de fascination, et ils se couchèrent en souriant. Dieu les regarda et il était satisfait: Il avait réussi à leur transmettre sa propre satisfaction.

Wer ist heilig?

(PDF Erzähl-Version)

Der junge Mann, von dem ich euch erzählen möchte, ist gebildet. Er ist Historiker, aber seine eigentliche Leidenschaft: Bücher. Er hat sie ALLE gelesen. Was die Ägypter herausgefunden haben! was die Griechen erzählen! So große Geschichten!

Nur ein Buch liegt verstaubt in seinem Regal. Als Kind hat er es auswendig gelernt, und jetzt hängt es ihm zum Hals raus: die Bibel. Wenn man ihn fragen würde, warum, würde er mit den Schultern zucken und sagen: „Funktioniert doch eh nicht.“ Bis eines Tages …

Wir schreiben das Jahr 740 vor Christus. In Jerusalem regierte die letzten 27 Jahre der König Usija – ja, REGIERTE, vor wenigen Monaten ist er gestorben. Und das ist das Problem. Usija, wie soll ich sagen, er war nicht der beste König, aber er schaffte Ordnung. Jetzt wurde sein Sohn Jotam gekrönt, und Jotam ist noch jung.

Jesaja arbeitet am Hof des Königs. Aber was kann er schon tun? Er ist nur ein kleines Rädchen. Frustriert sitzt Jesaja an seinem Schreibtisch und erinnert sich:

Er ist auf den Weg zur Arbeit. Am Straßenrand erkennt er Mirjam, ein Waisenkind, in Tränen aufgelöst. Normalerweise hat sie immer einen Korb Früchte dabei, die sie verkauft, um damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie erzählt, dass ihr ganzer Korb gestohlen wurde, mitten auf dem Marktplatz. Viele haben es gesehen, aber keiner wollte ihr helfen.

Jesaja geht mit ihr zur Polizeistation, aber diese winkt nur ab. Jesaja spricht mit den Leuten am Marktplatz, aber keiner ist bereit, als Zeuge aufzutreten. Den ganzen Tag müht er sich ab, aber Mirjam wird behandelt wie Luft. Schrecklich!

Jesaja ist überwältigt von diesen Erinnerungen. Solche Situationen bekommt er ständig mit!
Er scannt sein Bücherregal und sieht die Bibel.  „Also gut, es kann ja nicht schaden.“ Er nimmt das Buch, schlägt es auf und liest:

„Denn der Herr, euer Gott, ist Herr über alle Götter und Gewalten, er ist groß und mächtig und verbreitet Furcht und Schrecken um sich. Er ist nicht parteiisch und lässt sich nicht bestechen. Er verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht …“ (5. Mose 10,17f)

Das bringt sein Fass zum überlaufen: „Gott! Das ist so ungerecht! Ich habe alles getan, was du gesagt hast. Ich versuche, den Waisen zu helfen! Du hast deine Hilfe versprochen. Und, was bringt es?!

Ungerecht! Gott, siehst du mich denn nicht? Jetzt mach doch mal was! Oder kannst du dich etwa nicht durchsetzen?!“

Was meint ihr, wie Gott auf so ein Gebet reagieren wird? Wird er jetzt beleidigt antworten? Zornig? Nein. Unglaublich: Gott geht ihm entgegen…

Während Jesaja also da in seinem Büro sitzt, sieht er plötzlich den Tempel vor sich. Aber nicht von außen. Von innen! Er ist am allerheiligsten Ort, da, wo nur Priester reindürfen! „Was habe ich hier zu suchen?!“

Er schaut sich um, und (aah!), er sieht … Gott. Nicht sein Gesicht. Sondern einen riesigen Thron. Seine Majestät
strahlt ihn an, Gott füllt alles aus, Engel fliegen um ihn herum, sie sehen aus wie Feuer, sie rufen wieder und immer wieder: „Heilig, heilig, heilig. Die ganze Erde ist voll von Gottes Herrlichkeit!“

Jesaja fühlt sich wie Schokolade, die in der Sonne zerfließt. Er ist schockiert.

Es zerdrückt ihn geradezu, er fällt auf den Boden, er hat keine Kraft mehr: Überall ist Gott.

Er kapiert: Gott ist der eigentliche König, nicht Jotam.

Er stammelt: „Gott! Ich vergehe … es tut mir leid. Meine Worte gerade eben waren falsch! Muss ich jetzt sterben?!“

Aber da geht Gott noch einen Schritt auf ihn zu. Er schickt einen Engel zu Jesaja, und dieser Engel nimmt vorsichtig
mit einer Zange eine glühende Kohle von dem Altar des Tempels.

Das heilige Feuer kommt immer näher, und schließlich berührt dieses heiße Stück Kohle die Lippen von Jesaja.

(Schmerz) Aber seltsam, für Jesaja fühlte es sich auch gut an. Er merkt: das Feuer verbrennt seine Schuld. So wie Silber in Säure gelegt wird, um es von den schwarzen Flecken zu befreien, so wird er von seinen schwarzen Worte befreit. Gott sagt zu ihm: „Deine Sünden sind vergeben.“ Das ist Freiheit.

Langsam kommt wieder Kraft in seinen Körper, und langsam steht er auf. Er sieht wieder zum Thron.

Was passiert da? Gott hat ein Manuskript auf seinen Schoß liegen. Und es sieht so aus, als würde er planen, überlegen: „Wer ist der Richtige für diese Botschaft? Wen soll ich schicken?“

Jesaja schluckt. Dann ruft er: „Hier bin ich. Ich bin bereit. Sende mich, wohin du willst. Ich will sagen, was du mir sagst.“

Gott schlägt das Heft zu und hält es Jesaja hin. Er sagt: „Das sind die Worte, die du meinem Volk sagen sollst. Vielleicht werden sie dir zuhören, aber verstehen werden sie es nicht. Weil sie nicht auf mich hören wollen.“ Jesaja antwortet nur: „Ich will auf dich hören.“

Und plötzlich sitzt Jesaja wieder in seinem Büro. Er nimmt ein neues Blatt Papier und schreibt alles auf, was er gerade gesehen und gehört hat, damit andere es lesen können, Tausenden von Jahren später.

Er hält inne und sagt sich: (Kopf schütteln) „Ich bin ein Versager. Und trotzdem will Gott mich benutzen. Mein Leben ist Teil einer großen Geschichte.“

(Jesaja 6, 1-9)

„Wer ist heilig?“ von Benjamin Pick ist lizenziert Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen.

(Vielen Dank, Jojo Zwingelberg, für dein Coaching!)

Johannes schreibt einen Brief

(15) Liebt nicht die Welt1, noch das, was die Welt gerne tut. Wenn jemand die Welt liebt, dann liebt er den Vater nicht. (16) Manche Menschen tun gerne falsche Dinge. Sie wollen immer mehr Sachen für sich haben. Oder sie geben damit an, was sie haben und können. All das kommt nicht vom Vater, sondern von der Welt. (17) Denn die Welt und das, was sie tut, wird irgendwann sterben. Wer aber das tut, was Gott will, der lebt für immer.

1 Welt: Also ein Leben, das gegen Gott gerichtet ist und dem Bösen dient. Hier ist nicht die Erde oder alle Menschen gemeint.

(1. Johannes 2,15-17)

Aktuell bin ich dabei, den ersten Johannesbrief auf Kindersprache zu übersetzen. Neugierig? Schreib mir!

(Vorbild ist das noch recht junge Lukas-Evangelium vom Bibellesebund …)

Chaos im Tempel

Dieser … Jesus! Eine Unverschämtheit. Als ich heute morgen in den Tempel kam, bot sich ein grauenvolles Bild. Alle Tische waren umgeworfen, die Tauben liefen rum wie wild, reinstes Chaos. Ich fragte die anderen, was denn hier los war, und es war nicht schwer herauszufinden: Jesus. Wer sonst. Geht der da einfach rein, macht alles kaputt, und begründet es auch noch geistlich: „Dieses Haus soll ein Gebetshaus sein.“ Ist es doch! Mann, Jesus, deswegen brauchen wir doch die ganzen Tiere. Und das Tempel-Geld, um die Tiere zu kaufen. Ist doch logisch! Also … habe ich sofort die Tempelwache mitgenommen und bin zu ihm hin. „Jesus, was erlaubst du dir da eigentlich? Wer hat dir das erlaubt?“ Und da sagt er doch tatsächlich: „Gott! Mein Vater.“ Jesus… wie oft sollen wir es dir denn noch sagen! Gott ist nicht dein Vater! Anyway, darum geht’s gerade nicht.

Aber statt sich zu rechtfertigen, warum er das getan hat, fängt er doch tatsächlich an, uns eine Geschichte zu erzählen. Also gut, hören wir zu.

„Stellt euch vor, ein Vater hat zwei Söhne. Eines morgens geht er zum ersten Sohn hin und sagt ihm: ‚Hey, kannst du mir heute beim Holz hacken helfen?‘ Und der Sohn antwortete: ‚Nee, keine Zeit, kein Bock.‘ Und der Vater ging weg. Aber später hatte der Sohn dann doch ein schlechtes Gewissen und kam raus und half ihm. Am nächsten Tag ging der Vater dann zum anderen Sohn, und fragte ihn das Gleiche: ‚Hey, kannst du mir heute beim Holz hacken helfen?‘ Und er bekam zur Antwort: „Ja, klar, kann ich machen …“ Aber an diesem Tag arbeitete der Vater alleine, weil der Sohn irgendwie dann doch nicht kam. Ich frage euch: Wer von den beiden Söhnen hat das getan, was der Vater wollte?“

Ach Jesus, was soll das jetzt schon wieder. Ist doch easy. Der erste Sohn. Er hat’s gehört, und dann hat er’s nicht sofort gemacht, aber er hat’s gemacht.
Was Jesus dann sagte … Katastrophe.

„Der erste Sohn, das sind die Menschen, die ihr verabscheut, die Junkies und Obdachlosen. Denn sie haben mir geglaubt. Ja, sie haben Fehler gemacht. Aber das ist okay, bei mir darf man Fehler machen. Ihr aber, ihr strengt euch zwar an, aber ihr tut nicht das, was Gott will! Oh ja, ich sage euch: ihr solltet euch ein Vorbild an diesen Menschen nehmen. Sie haben’s kapiert. Ihr nicht.“

(Matthäus 21,12-13.28-32)

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Ich weiß viel über Gott, aber das reicht nicht.

Die Pharisäer waren die Theologen in der Zeit Jesu. Sogar eifrige Theologen, sie wollten ganz genau herausfinden was die Bibel sagt, und haben sich viele zusätzliche Regeln aufgestellt, um es auch wirklich umzusetzen. Aber als Jesus kam, entsprach er ganz und gar nicht ihren Erwartungen.

Gott kennen bedeutet: ich begegne einem König, den ich nie ganz verstehen werde.

Krank vor Liebe

Als ich früh morgens aufwachte, lagen fünf 100-Euro-Scheine auf meinem Nachttisch. Zunächst wunderte ich mich und griff nach dem 20-Euro-Schein, der einzeln daneben lag, der könnte von mir sein, aber als ich ihn in mein Portemonnaie stecken wollte war dort schon einer, und ich legte ihn wieder zurück. „Wer soll sich in dem Chaos zurechtfinden…“ Seit zwei Wochen lebte ich in einer Jugendherberge, zusammen mit 20 anderen Jugendlichen meines Alters. Die vier Jungs in meinem Zimmer könnten noch ein bisschen Nachhilfe in Punkto Ordnung vertragen. Da fiel mein Blick auf einen bunt bedruckten Briefumschlag, „Krankengeld“, mit dem Krankenkassenlogo und einer handschriftlichen 500. Maria, die im Raum war, beobachtet mich genau, und ich wies auf den Umschlag, „ach deswegen…“ – „Du kannst mir also auch nicht erklären, wo die 15 000 Euro herkommen?“ Ich verneinte, nahm mein Schreibheft und meine Handschuhe vom Tisch um sie zu verstauen, warf einen Blick in das Heft – der Briefumschlag war noch da und so dick wie immer – zog gedankenverloren einen Handschuh an und und legte mich noch einmal auf mein Bett. Da zischte sie leise: „Auch keine 150 000?“ Ich zuckte zusammen, und siedend heiß kam es über mich. In ihren Augen sah ich ein Funkeln. „Ich …. ich kann dir alles erklären.“, stammelte ich. – „Na dann los.“ Ich flüsterte, „Nicht hier…“ und blickte mich um. Noch schliefen meine Zimmer-Kumpanen, aber … „Ich will keine stundenlangen Erzählungen, nur eine Erklärung. Kannst du es in fünf Minuten sagen? In drei?“ – „Äh, ja, aber bitte nicht hier, gehen wir spazieren …“ Sie nickte und verschwand aus dem Zimmer, damit ich mich mir etwas anziehen konnte.

Wir verließen die Jugendherberge und trotteten den Berg hinauf. Nach einen tiefen Seufzer fing ich an:
„Du hast mir nur drei Minuten gegeben, also gibt es keine Zeit für … Zögern … Ich bin der Sohn eines Millionärs. Aber wie das so ist, ich habe mich in eine einfache Frau verliebt –
Also bin ich hierher gekommen, um … um ihr Herz zu gewinnen. Ach, wieso erzähl ich dir das alles. Ich hatte das Geld schon vergessen, um ehrlich zu sein, es gab irgendeinen Grund warum ich es damals schon abgehoben hatte, vielleicht um in der Bank vor Ort nicht aufzufallen, oder weil ich dachte, so ein bisschen Polster … Eigentlich waren sie für die Mega-Feier, wenn ich endlich dass ersehnte Ja höre.
Ach, du kannst die 150 000 gerne haben, ich brauche sie nicht. Ich fürchte nur, sie werden dein Leben genauso kaputtmachen wie meines. Aber wenn du sie in dem Briefumschlag gefunden hast, hast du dann auch gelesen …“
Ihr Gesicht rötete sich. „Das gibt es doch nicht, darauf stand eindeutig, an wen der Brief adressiert war, du kannst doch nicht einfach fremde …“ Sie unterbrach ihn: „Deine Liebesbriefe waren es, die mich dazu gebracht haben, mich einzumischen. Jedenfalls musst du hier weg.“
– „Warum?“
– „Du wirst verfolgt, seit Tagen.“
Ich sah betreten zu Boden. „Ich weiß. Ich hatte gehofft, dass er mir nicht in diesen Dreck folgen wird, aber seine Eifersucht war stärker als sein Stolz.“ Sie hob die Augenbrauen, fragte aber nicht weiter, sondern packte mich an der Hand: „Es dauert nicht mehr lange … ich kenne diese Kerle. Er konnte euch lang genug beobachten, … ach, ist sie denn eigentlich auch in Gefahr?“
– „Nein, äh … zumindest so lange er sich nicht sicher ist, dass sie es ist, die mein Herz verzaubert hat.“
– „Gut, dann bring ich dich zu meiner Höhle.“
– „Kann ich nicht noch mein Zeug holen…“
Sie wandte sich um. „Schlecht. Der Nebel ist inzwischen verschwunden, und …“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich bring ihn dir. Du meinst doch den Umschlag, oder?“

Als sie mein Zimmer betrat, war dort alles aufgewühlt, und die Jungs waren ausgeflogen. Sie suchte ein wenig, aber der Briefumschlag war verschwunden. Sie dachte, „Dann kommt also jetzt schon Teil 2 meines Plans … ich hatte gehofft, dass er nicht nötig werden würde … aber na gut.“ Schnellen Schrittes ging sie zu Lydia, die gerade noch ihre Haare machte. „Komm mit.“ Diese hatte nur Fragezeichen im Gesicht: „Warum?“ – „Na los, komm schon … jetzt.“ Wie gut, dass Maria den Befehlston bei ihren Geschwistern gelernt hatte… ohne weitere Fragen zog Lydia Schuhe und Mantel an. Als auch sie in den Feldern waren, erzählte Maria ihr die Geschichte ohne Umschweife, und Lydia wurde immer stiller. Schließlich fragte Maria: „Es gibt jetzt genau zwei Möglichkeiten. Entweder ich bringe dich zu ihm, oder in ein anderes Versteck, wo du allein sein kannst. Was willst du?“ – „Bring mich …“ Sie rang mit sich selbst. „Nein, nicht zu ihm.“ – „Wie du willst. Dort hinten steht mein Auto, es ist offen. Du setzt sich da rein und wartest auf mich.“ – „Aber, du …“ – „Ruhe! Vertraue mir.“

Endlich kam Maria wieder. Doch bevor sie los fuhren, reichte sie einen schwarzen Schal nach hinten: „Verbinde deine Augen. Es wird für alle einfacher sein, wenn du nicht weißt, wohin wir fahren.“
Den Großteil der Fahrt schwiegen sie. Lydia nahm missmutig Großstadtlärm zur Kenntnis, und ihr fiel auf, dass Maria zwar von einem Versteck geredet hatte, aber nicht, wo es ist. Warum sollte sie sich überhaupt verstecken? Glücklicherweise wurde es schließlich wieder ruhiger. Als der Motor aus war, sagte sie: „Bring mich zu ihm, ich muss ihm etwas sagen.“ Lydia konnte das breite Grinsen von Maria nicht sehen, und Maria rang mit sich, wie lange sie dieses Spiel noch spielen sollte, dann platzte sie heraus: „Genau das habe ich bereits gemacht.“ – „Oh, was für eine Unversch … danke.“

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Gott sagt zu Israel:
„Ich will dich für immer zu meiner Frau machen. Ich will dich rechtskräftig zu meiner Ehefrau machen und will dir meine unwandelbare Liebe und mein Erbarmen beweisen. Ich werde dir für immer treu sein und du wirst lernen, mich vollkommen als deinen Herrn anzuerkennen.“
(Hosea 2, 21-22)

Advent: Gott kommt zu uns. Er hätte uns befehlen können; aber er kam, um uns zu umwerben.

„Es ist eine Welt, die nicht lieben muss, obgleich sie durch Selbstentäußerung der Liebe geschaffen ist. Doch eben das ist das Wesen der Liebe. Sie beruft, aber sie unterwirft nicht. Wir wollen frei sein, wollen niemanden unterworfen sein und leiden doch zugleich darunter, dass wir uns von der Liebe befreien können. … Denn als Freiheit liebende Menschen haben wir zu entscheiden, ob wir uns einspannen lassen, um dienende, aufrichtige, wirklich anwesende Menschen zu sein. So leidet die Freiheit an der Liebe, wenn wir beginnen, ein Diener unserer Berufung zu sein.“
(Martin Schleske, „Der Klang“, Kapitel „Glaube an einen liebenden und leidenden Gott“, S. 199)