Der Kommt-Drauf-An-Sager

Ja sagen ist einfach, wenn man vergessen hat, was Nein sagen bedeutet.

Schwieriger haben es die, die immer beide Seiten der Medaille sehen wollen; aber nur ihnen fällt auf, dass die Münze auch eine Kante hat, auf der sie stehen bleiben könnte.

J’aime pas ta notion de presque … (Ich mag dein Konzept von „fast“ nicht …)

… er meinte, dass er sich von meiner Genauigkeit, die „fast“ richtige Lösungen nicht stehen lässt, etwas genervt fühlt. Aber wie gesagt, das hat auch Vorteile.

Les Misérables: Ein Buch für ganz normale Weltveränderer

Les Misérables (Die Elenden) zu lesen, ist eine Reise in ein fernes, unbekanntes Land: wer kennt Paris von 1800-1835, und vor allem, wer kennt die Geschichte des unpriviligierten Volkes? Victor Hugo entführte mich in eine Welt von Dieben, Bischhöfen, Bettlern, Obdachlosen, Polizisten – die ganz normale Welt. Und weil sie so normal ist, geschieht auch Außergewöhnliches: ein Galerensklave wird Bürgermeister, ein für seine Gesetzestreue bekannter Polizist lässt Gnade walten, eine verzweifelte Frau gibt ihr Kind ab, um arbeiten gehen zu können, ein junger Student träumt von der Republik.

Und inmitten dieser (Un)Möglichkeiten ist Gott: obwohl nur selten erwähnt, spürt man, dass Er Herzen verändert, Schicksale lenkt, Befreiung anbietet. Der Erzähler erzählt nicht nur; er philosophiert und beschreibt, er psychologisiert, zieht Lehren und vor allem: stellt den Leser vor Rätsel und Entscheidungen. Denn die Frage zwängt sich auf: was ist gut? welches Leben ist lebens-wert? wie hätte ich reagiert, diesen Konflikt gelöst?

Ein Buch für Menschen, die mitten im normalen Leben die Welt verändern wollen. Ihr seid Helden.

Schau hin

Unser Professor in „Bases de données“ (Datenbanken) hat heute, die Einleitungsstunde, ein wenig über alles geredet, Informatik, Informationsgesellschaft, künstliche Intellegenz, Geräte zur Wahrnehmungsunterstützung von Behinderten (z.B. Internet für Blinde), Manipulation durch Medien, etc., etc., vier Stunden lang. Aber was mich fasziniert hat …

Er erzählte, er war in irgendeinem Entwicklungsland, Indien glaub ich, und seine Aufgabe bestand darin, ein Programm zu entwickeln um den Kindern lesen und schreiben beizubringen. Und weil sein erster Versuch nicht geklappt hat, hat er ein anderes Konzept versucht.

Er sagte, die Kinder sind Gewalt von sich zu Hause gewöhnt. Also hat er auch Gewalt in sein Spiel eingebaut. Ich denke mir: was für ein komisches Konzept. Ich kann doch keinem Liebe beibringen, indem ich ihn schlage. Aber er führte weiter aus: die Spielidee war, man muss ein Kind aus einer brutalen Welt retten, und dafür muss man diesem Kind schreiben und rechnen beibringen, nach und nach.

Wow. Das bedeutet, dass die Botschaft dieses Spieles implizit war: du kannst aus diesem System ausbrechen, wenn du dir Mühe gibt und dich bildest. Aber noch bevor das Kind diese Botschaft bewusst versteht, hat es sich schon gebildet, weil es in sich die Hoffnung findet und darum unbedingt diesem Kind im Computer helfen will, das zu erreichen, was ihnen unmöglich ist.

Ob ich diese Botschaft gut finde, weiß ich nicht. Aber le fait que (ähm …. alleine dass) dieses Spiel Hoffnung vermittelt, begeistert mich. Es ist also doch möglich.

Einatmen … Ausatmen …

Und ewig drehend dreht sich die Welt … und ewig laufend läuft der Mensch … und läuft, und schläft, und läuft, und schläft … und schläft er nicht, so läuft er, und läuft er nicht, so schläft er … und niemals wird aufhören Saat und Ernte, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Ich habe gewartet, und voilà, ich habe bekommen, worauf ich gewartet; ich habe gelernt, und voilà, ich habe geschrieben, was ich gelernt; man hat mir mathematisch denken beigebracht, und voilà, ich bringe es anderen bei.

Es ist also ein gelungener Tag: ich war ein Teil des Laufes der Welt. 5 Tage habe ich gelernt und gelernt und gelernt (Wirtschaft – die Entwicklung der Firmenkultur ab 1960 bis heute), heute ein Test geschrieben, und jetzt kann ich wieder ausatmen. 2 Monate habe ich gewartet, und nun habe ich meinen eigenen Laptop. 3 Jahre hat Herr Kremer darauf bestanden, dass wir mathematisch denken und nicht nur Zahlen hin und herschieben, und nun kann ich weitergeben, dass Mathematik nicht Wissen, sondern savoir-faire, Wissen-Wie-ich-es-mache ist.

Welche Rolle habe ich in diesem Kreislauf? Wie kann ich die Kraft, die Energie des perpetum mobile-Kreislauf Gottes hineingeben, d.i. Liebe? (John Ortberg redet von Gott als einzige „self-sufficient“ Liebe) Ja, ich will lieben, bis in den Tod.

Noch immer dreht sich die Erde um sich selbst, aber wer treibt sie an? Noch immer folgt auf einen erntearmen Sommer ein erntereicher, aber wer sorgt dafür? Wer ist verantwortlich für die Fruchtbarkeit, für das Leben im Leben? „money makes the world go around“, sagt man. Aber ist es nicht vielmehr die Freundschaft, Freundlichkeit, Menschlichkeit, das Lächeln im Gesicht der Kassiererin, der Versprecher der Call-Center-Dame, die Freude eines Kindes? Und ist es nicht die Liebe Gottes, die durch die Herzen der Menschen schimmert? Die uns träumen lässt von einer besseren Welt, eine neue Welt, die jetzt schon beginnen kann.

Das sind nur meine Gedanken zum Tag, alle Angaben ohne Gewähr. Oder besser gesagt: ohne zuvorgehende G-typisch tiefe Reflexion.

Die Interdependenz von Individuen

Alleine sein ist nicht die Abwesenheit von Menschen. Alleine sein ist die Abwesenheit von Menschen, die man liebt. Ich kann mitten in einer Menge sein und dennoch alleine denken – in der U-Bahn zum Beispiel. Wer es wagt, diese Stille (die man besser Anonymität nennen sollte) zu brechen (rompre le silence), spielt ein Spiel: entweder er bekommt meine Sympathie oder er verspielt sie. (Aber besser 10 Menschen die ich mag und 10 Menschen die ich nicht mag, als 100 Menschen, die ich nicht kenne.)

Ja, ich will spielen. Mitspielen.

Le bonheur / Ich bin glücklich

Ich hatte versprochen, dass mein Blog deutsch bleibt. Jetzt, wo ich in Frankreich bin, denke und schreibe ich manchmal in Französisch. Um also trotzdem deutsch zu schreiben, ist die Übersetzung am Ende, okay?

Le bonheur c’est quant tout est calme. Les moment sans le vent, seul, avec le soleil. Les moment où j’entends ma respiration, ou la petite mélodie dans ma tête. La paix. Pendant ce moment, tout est dans l’endroit qui lui convient.

Ces moments de rencontre avec Dieu me donnet la force de continuer à marcher, à vivre. Ces moments sont plus précieux que l’argent que j’ai dans ma poche.

Le bonheur, c’est quand Dieu touche la terre.

Ich bin glücklich, wenn alles ruhig ist. Die Momente der Windstille, allein, die Sonne die scheint. Die Momente, in denen ich meinen Atem höre, oder die unaufdringliche Melodie in meinem Kopf. Frieden. In diesem Moment ist alles an dem Ort, an dem es sein soll.

Diese Momente der Begegnung mit Gott geben mir die Kraft, weiterzugehen, weiterzuleben. Diese Momente sind wertvoller als das Geld in meiner Hosentasche. Ich bin glücklich, wenn Gott die Erde berührt.

Das Leben ist schön

(Dinge, die meinem Herzen die letzten Tage wichtig geworden sind)

Ich las den folgenden Kommentar über Ungeborenes Leben und war betroffen.

„Es ist in unserer Gesellschaft leichter, ein Kind im Mutterleib zu töten, als einen Baum zu fällen“ (Barbara Wussow, Schauspielerin)

Das Leben ist schön
Kerstin Hack, Initiative „Das Leben ist schön“

Als ich für Wirtschaftswachstum hier vor Ort betete, hatte ich eine Idee. Die Jungen haben Ideen, aber nicht den Mut, sie umzusetzen. Die Alten haben Erfahrung, aber nicht den Mut, etwas Neues zu wagen. Darum brauchen wir beides, beide, die zusammenarbeiten. Ich denke daran, dass Firmengründungen meistens aus drei jungen Leuten bestehen, und daran, dass diese im besten Falle BWL-Kenntnisse haben. Aber sie haben nicht das wirtschaftliche Feingefühl, darum können sie auch nicht realistisch abschätzen, ob ihre Geschäftsidee hier jetzt funktioniert.

Man könnte jetzt, auf Reaktion von dieser Idee, eine Initiative starten, bei der man sie zusammensammelt – aber ich kann das nicht, ich haber weder das nötige soziale noch das nötige wirtschaftliche Feingefühl – denn es ist sehr wackelig, weder dürfen die Alten zu dominant sein, dann fühlen die Jungen sich gebremst-unmotiviert; noch dürfen die Jungen den Rat der Alten völlig ablehnen.

So weit ich weiß, gibt es solche Initiativen nur in der Form, dass die Rolle des „Alten“ durch eine Organisation übernommen wird. Ich denke, dass in dieser persönlichen Form – ein Alter und ein Junger gründen eine Firma – viel mehr Potential liegt.

Freitag wird unser Niedrigseilgarten eröffnet. Ziel ist: Werte wie Teamarbeit zu vermitteln, durch die Aktionen und den Spaß den man hat.

Gestern redeten wir über unsere persönliche Werte. Als ich vorstelle, was ich damit meine, fällt mir auf, dass es an sich schon ein bisschen widersprüchlich ist: Werte sind normalerweise Kennzeichen einer Gemeinschaft, nicht eines Einzelnen. Also ich definierte „persönliche Werte“ als „Dinge, die mir wertvoll sind – so wertvoll, dass ich unzufrieden bin, wenn ich sie eine längere Zeit nicht erlebe.“ Meine Liste:

  • Detailarbeit – Qualität ist wichtiger als Quantität.
  • Ehrlichkeit – ich lebe das, was ich sage. Es ist klar, integer.
  • (innere) Schönheit – Kunst öffnet mir die Augen für die Größe Gottes.

Und weil ich Landa Cope, The Old Testament Template lese, weiß ich, dass all diese Ideen sehr viel mit Gott zu tun haben: Er ist der Schöpfer ALLER Dinge, also auch Wirtschaft etc. In allem muss Gott verherrlicht werden, nicht nur in der Kirche.